Aktuelle Projekte

Online-Umfrage: Klimaschutz in Praxen

Eine Umfrage zu möglichen Klimaschutzmaßnahmen in Praxen wird ab dem 01.10.2020 durchgeführt. Wie bewerten niedergelassene und angestellte Kolleg*innen und Kollegen das Potenzial im ambulanten Bereich, wo müssen Lösungen gefunden werden? Sie sind Teilhaber*in oder angestellt in einer Praxis oder einem MVZ? Bitte nehmen Sie an der ca. 10-minütigen Online-Umfrage teil! www.medizin.uni-halle.de/klimapraxen

Ärztinnen und Ärzte haben mit ihrem täglichen Kontakt zu Patient*innen eine große Reichweite in alle gesellschaftlichen Bereiche und sind damit Multiplikator*innen. Handlungsmöglichkeiten ergeben sich durch direkte Klimaschutzmaßnahmen in der Praxis, Aufklärungsarbeit über Klimawandel und Gesundheit, und auch Beratung zu klimafreundlichem und gleichzeitig gesundheitsbewusstem Verhalten. Die Studie soll erste Daten zu Klimaschutz und ambulanter medizinischer Versorgung in Deutschland schaffen und ein möglichst großes und vielfältiges Kollektiv erreichen. Unterstützen Sie durch Teilnahme und Verbreitung der Online-Umfrage das wissenschaftliche Projekt!

Die Initiator*innen dieses Projekts, Marlene Thöne und Nikolaus Mezger, befinden sich in den Endzügen ihres Studiums und forschen zur klimafreundlichen Transformation des Gesundheitswesens. Unterstützt wird die Studie vom Umweltbundesamt, dem Virchowbund, dem Marburger Bund Landesverband Hamburg e.V. und der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG). Hier können Interessierte Informationsmaterialien, Weiterbildungsangebote und Quellen zum Thema Klimaschutz in Praxen finden (https://www.klimawandel-gesundheit.de/umfrage-arztpraxen/).

Die aktuelle COVID-19 Pandemie stellt eine große Gefahr sowohl für die individuelle Gesundheit, als auch für das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft dar. Zur Abwendung dieser Gefahren müssen schwere Entscheidungen getroffen werden, die das normale Leben einschränken. Eine Entscheidungshilfe kann hier eine kontinuierliche Information zur Häufigkeit von Atemwegsinfektionen in der Bevölkerung darstellen, weil wir so die täglichen Änderungen sehen und ggf. erkennen können, ob ein erneuter Anstieg stattfindet. Außerdem bekommen wir Einblick in den Verlauf von Infektionen, die mit wenig Symptomen einhergehen, wo die Betroffenen das Gesundheitswesen nicht aufsuchen. Hier ist es wichtig zu erfahren, wie sich Symptome von Tag zu Tag entwickeln und wie lange sie dauern. 

CovidSurv ist die Zusammensetzung aus den Wörtern COVID-19 und Surveillance, was aus dem Englischen mit Überwachung übersetzt werden kann. Es ist also das Ziel der Studie Atemwegserkrankungen und insbesondere COVID-19 Infektionen in der Studienpopulation zu beobachten.

Das Gesundheitspersonal in Äthiopien gehört zu einer der vulnerablen Bevölkerungsgruppen in der Pandemie und bildet daher die Zielpopulation in dieser Studie.
Seit dem 1. September 2020 steht dieses prospektive webbasierte Symptomtagebuch den im Gesundheitswesen tätigem Personal in Addis Abeba, Äthiopien zur Verfügung. Die Erhebung findet fortlaufend statt. Die Informationen, die aus dem Symptomtagebuch gewonnen werden können, helfen dabei die COVID-19 Pandemie besser in Äthiopien zu verstehen und somit ihre Folgen für das Gesundheitssystem zu mildern.

Else Kröner-Fresenius-Stifungt fördert Krebszentrums in Äthiopien unter der Leitung der Universitätsmedizin Halle (Saale) mit 2,5 Millionen Euro

2,5 Millionen Euro: Mit dieser Summe fördert die Else Kröner-Fresenius-Stiftung über fünf Jahre die Entwicklung des „Else Kröner Cancer Centers“ an Universität von Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien. Die Leitung des humanitären Projekts liegt bei der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, genauer bei Privatdozentin Dr. Eva Kantelhardt. Die Wissenschaftlerin und Fachärztin für Gynäkologie engagiert sich bereits seit etwa zehn Jahren in dem afrikanischen Land und ist maßgeblich in enger Kooperation mit Medizinern vor Ort daran beteiligt, die Vorsorge und die Versorgung von onkologischen Erkrankungen, insbesondere Brustkrebs- und Gebärmutterhalskrebs, voranzubringen. Enger Partner ist dabei ein interdisziplinäres Team unter Leitung von Dr. Adamu Addissie der Addis Abeba Universität. 

Das nun geförderte Krebszentrum in Äthiopien ist eines von zwei Projekten, das die Else Kröner-Fresenius-Stiftung aus 78 Bewerbungen ausgewählt hat und dem diese hohe Förderung zuteil wird. „Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs sind die häufigsten Krebserkrankungen in Äthiopien. Es geht auch darum, dort überhaupt erst einmal eine Forschung zu Brustkrebs aufzubauen. Die gibt es dort kaum. Jedes Jahr erkranken dort etwa 13.000 Menschen. Und anders als in Deutschland mit seiner guten Versorgung sterben in Äthiopien rund zwei Drittel der Erkrankten daran“, macht Dr. Kantelhardt deutlich. Insbesondere die Früherkennung, die ein wesentlicher Faktor für die Heilbarkeit der Erkrankungen darstelle, müsse verbessert werden. 

Die Förderung der EKFS dient deshalb vor allem dazu, eine frühere Diagnostik und folglich auch eine frühere Therapie zu etablieren. „Das alles geschieht in enger Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen in Addis Abeba“, sagt Kantelhardt. Dazu gehöre die Anschaffung von Geräten, aber auch die Optimierung von Abläufen. Die neue Krebsklinik wird außerdem als Aus- und Weiterbildungsstandort für die Mitarbeiter der neuen regionalen Onkologie-Zentren dienen. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit acht ländlichen regionalen Krankenhäusern und ihren Gesundheitszentren, um das geplante landesweite Gebärmutterhalskrebs-Screening zu optimieren. Darüber hinaus soll ein System auf Gemeindeebene entwickelt werden, um die Krebspatienten durch bestehende lokale Strukturen langfristig auch psychosozial zu unterstützen. 

„Wir haben lange bestehende Kontakte und enge Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort. Bereits jetzt finden wöchentliche Skype-Konferenzen statt, das werden wir beibehalten“, sagt die Medizinerin. Zudem werde sie wie schon seit vielen Jahren drei- bis viermal im Jahr selbst nach Addis Abeba fliegen, vor Ort arbeiten und weiter fast das ganze Jahr äthiopische Kollegen hier in Halle zur Hospitation oder gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeit begrüßen. „Das ist für mich wirklich eine Herzensangelegenheit“, sagt Kantelhardt und verweist im gleichen Atemzug auf die große Unterstützung der Institute für Pathologie und für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik - an dem sie als Wissenschaftlerin arbeitet - sowie der Kliniken für Strahlentherapie und Gynäkologie der halleschen Universitätsmedizin, die sie erfährt. 

„Um es ganz unbescheiden auszudrücken: Die Förderung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung trifft die richtigen und es freut uns außerordentlich, dass das seit Jahren bestehende Engagement der halleschen Universitätsmedizin, aber insbesondere von Eva Kantelhardt, überzeugt hat und mit dieser Förderung anerkannt und gewürdigt wird“, sagt der Dekan der Medizinischen Fakultät Halle, Prof. Dr. Michael Gekle. 

Im Jahre 2009 wurde der Universitätsvertrag zwischen der Universität Addis Ababa und der Universität Halle unterzeichnet.
Seitdem hat sich eine lebendiger Austausch zwischen den Medizinischen Fakultäten im Bereich Onkologie und chronische Erkrankungen entwickelt.

Im September 2019 fand die vierte  Chronic Disease Summer School des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD PAGEL) mit 91 Teilnehmer*innen aus der Wissenschaft, Regierungsorganisationen und Nicht-Regierungsorganisationen statt. Eine 10-köpfige Delegation des Instituts für Klinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik war ebenfalls vor Ort. Vorrangig wurde über die Versorgung von Patient*innen mit Krebs, Bluthochdruck, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen diskutiert.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Initiative Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit und die Else Kröner-Fresenius-Stiftung förderten in den vergangenen Jahren die Projekte in SSA mit insgesamt rund einer Million Euro.
Dadurch konnten über 3000 Frauen in den ländlichen Regionen an der Krebsvorsorge teilnehmen, 140 Frauen mit Brustkrebs erhielten eine Therapie und Kolleg*innen vor Ort wurden weitergebildet. Bis heute haben 25 medizinische Doktorand*innen aus Deutschland, acht äthiopische Doktorand*innen sowie mehr als 15 Master-Studierende Daten ausgewertet und publiziert, die innerhalb aller Projekte erhoben wurden.  

Das AFCRN ist ein Zusammenschluss von aktuell 31 populations-basierten Krebsregistern aus 24 Ländern sub-Sahara Afrikas (Stand 9.12.2019). 
Dr. Eva J. Kantelhardt fungiert als Wissenschaftliche Koordinatorin des Netzwerkes und ist als Studien-Leiterin und durch Mitarbeit an folgenden, wissenschaftlichen Projekten des Netzwerkes beteiligt:

 

Das Projekt wird durch die Initiative Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit und das eHealth project der World Health Organization (WHO) unterstützt. Hierbei geht es um eine digitale Lösung zur Gesundheitsaufklärung und Verbesserung des allgemeinen Screenings für Krankenhausbesucher*innen von ländlichen Krankenhäusern in Äthiopien. Zudem wird ein IT-Programm für Labormitarbeiter angeboten.

Das Förderprogramm Initiative Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit stellt Fördermittel für die Einrichtung eines äthiopischen Referenzlabors für HPV-Screening sowie für jeweilige Trainings an der Addis Abeba University zur Verfügung. Darüber hinaus lernen die Labormitarbeiter*innen Proben genau zu untersuchen und auszuwerten.
Äthiopische Gynäkolog*innen können sich im Bereich Gynäko-Onkologie spezialisieren.

Kooperationen

 

abgeschlossene Projekte

Im Rahmen der Förderung durch die Susan-Komen-Foundation for Breast Cancer von 2016– 2020 erhielten Doktorand*innen, die zu Mammakarzinom forschen, Stipendien und Projektgelder.