Verbundprojekt im Forschungsverbund Autonomie im Alter

Zeitraum

  • August 2019 – Dezember 2021

Leitung

Mitarbeit:

Förderung

Zusammenfassung

Projektziel ist die Unterstützung und Begleitung von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen, um ein selbstbestimmtes Leben im Quartier zu ermöglichen. Qualifizierte Demenzlotsen werden Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen über die verschiedenen Krankheitsphasen hinweg im Sinne eines Case Managements begleiten und als eine kontinuierliche Kontaktperson Hilfestellungen geben. Beabsichtigt ist, die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz zu erfassen, um Ressourcen verfügbar zu machen sowie eine qualitativ hochwertige Versorgung zu sichern. Ein Verbleib in der Häuslichkeit, die Optimierung der Pflegearrangements sowie eine Entlastung der pflegenden Angehörigen soll erreicht werden. Die Evaluation der aufsuchenden Hilfe wird auf der Prozess-, Ergebnis- und gesundheitsökonomischen Ebene durchgeführt. 

Das Projektziel schließt im Weiteren den Aufbau und die Pflege einer möglichst barrierefreien und in verständlicher Sprache gestalteten Online-Plattform ein. Diese bietet Informationen zu regionalen Angeboten und Veranstaltungen, zu aktuellem Wissen für Menschen mit Demenz, Angehörigen, interessierten Bürgern sowie professionell Tätigen. 

Kurztitel

  • BE-UP

Zeitraum

  • Oktober 2017 - Dezember 2021

Leitung

Mitarbeiterinnen

  • Dr. Sabine Striebich Med. Päd.
  • Ronja Ocker
  • Elke Mattern M.Sc.
  • Nadine Schmitt

Partner

  • Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gesundheit, Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften, Bochum (Prof. Dr. Rainhild Schäfers, Elke Mattern M.Sc.).
  • 12 Kliniken mit geburtshilflichen Abteilungen in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen.
  • Die online Randomisierung und das Datenmanagement der BE-UP Studie werden vom Koordinierungszentrum für Klinische Studien Halle/Saale (KKS Halle) übernommen, das eine Dienstleistungseinrichtung der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist (siehe www.kks-halle.de). 
  • Statistische Analyse der Daten durch mediStatistica (Dr. Burkhard Haastert). 
  • Gesundheitsökonomische Evaluation der Intervention durch das Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie am Centre for Health and Society der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf (Frau Prof. Dr. Dr. Andrea Icks)

Förderer

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung, Fkz.: 01KG1715

Registrierung der Studie

  • Registrierung im Deutschen Register Klinischer Studienunter DRKS00012854 

Weitere Details finden Sie hier: https://be-up-studie.de/

Zusammenfassung

Hintergrund:

In Deutschland liegt die Rate der Kaiserschnitt, die mit einer erhöhten maternalen und neonatalen Morbidität einhergehen, über der von der WHO empfohlenen Rate. Bis dato gibt es kein RCT, das über eine ausreichende statistische Power verfügt, um die unabhängige Wirkung der Gebärumgebung auf den Geburtsmodus zu überprüfen. Diese klinische Studie erfolgt in Übereinstimmung mit dem Deutschen Nationalen Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“. 

Ziel:

Das RCT prüft die Wirksamkeit eines alternativ gestalteten Gebärraums (Intervention) auf das primäre Outcome „Vaginale Geburt“ in 12 geburtshilflichen Abteilungen (Kliniken) in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen. 

Methodik: 

Aktiv kontrollierte klinische Studie mit zwei parallelen Studienarmen zur Testung der Überlegenheit der Intervention (alternativ gestalteter Gebärraum: kein zentrales Kreißbett sowie Hilfsmittel und Angebote, die im Kontroll-Gebärraum abwesend sind). Die Teilnehmerinnen (Probandinnen) der Studie sind Erst- und Mehrgebärende mit einer Einlingsschwangerschaft in Schädellage am Termin, die eine vaginale Geburt anstreben. 

Die Randomisierung wird zentral kontrolliert und verdeckt durchgeführt. Eine Verblindung der Teilnehmerinnen und des Personals ist nicht möglich. Es sind eine Datenüberprüfung durch externe Monitore, Follow-up-Erhebung 3 Monate postpartum und eine gesundheitsökonomische Evaluation vorgesehen. 

Die Wirkung der Intervention zeigt sich bei einem Zuwachs der vaginalen Geburten von absoluten 5 % (Baseline-Rate: 72 %) auf 7 7% bei einer statistischen Power von 90 %, einem Signifikanzniveau von 5 % und unter Berücksichtigung einer Dropout-Rate von bis zu 10 %.

Erwartete Ergebnisse: 

Erwartete Outcomes sind: bessere klienten-orientierte Outcomes, eine größere Selbstbestimmung während der Geburt, weniger medizinischen Interventionen und weniger Kaiserschnitte in nachfolgenden Schwangerschaften und geringere interventionsassoziierte Kosten. Wenn die Intervention effektiv ist und bundesweit implementiert wird, könnten ca. 21.000 Gebärende pro Jahr zusätzlich eine vaginale Geburt erleben.

Zuordnung zum Forschungsbereich 

Gesundheitliche Versorgung durch Hebammen und Familienhebammen

Publikationen

Kurztitel

  • BEVOR

Zeitraum

  • 1. Sept. 2019 - 31. Aug. 2022

 Leitung des Konsortiums

  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin
    Konsortialleitung: Prof. Dr. Jürgen in der Schmitten, Kornelia Götze

Konsortialpartner/-innen

  • Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Projektleitung: Prof. Dr. Gabriele Meyer
  • Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Geschichte und Ethik in der Medizin, Projektleitung: Prof. Dr. Jan Schildmann, MA
  • Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Projektleitung: Prof. Dr. Eva Hummers
  • Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Palliativmedizin, Projektleitung: Prof. Dr. Friedemann Nauck
  • Klinikum der Universität München, Klinik für Palliativmedizin, Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Berend Feddersen
  • LMU München, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Projektleitung: Prof. Dr. Georg Marckmann, MPH
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS), Projektleitung: Henrike Kolbe
  • Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie, Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Andrea Icks MBA,
  • UKE Hamburg, Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Projektleitung: Prof. Dr. Karl Wegscheider
  • BARMER Hauptverwaltung Wuppertal, Projektleitung: Sonja Laag

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen (Studienzentrum Halle (Saale) - IGPW)

Förderung

  • Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss Berlin FKZ: 01VSF18004

Zusammenfassung 

Hintergrund

Medizinische Behandlungsentscheidungen selbstbestimmt für die Zukunft zu treffen, ist vor allem für hochbetagte und chronisch kranke Menschen von zunehmender Bedeutung. Für Situationen in denen Personen ihre Entscheidungen und Wünsche selbst nicht mehr äußern können, gibt es die Möglichkeit diese mittels einer Patientenverfügung niederzulegen. Auch 11 Jahre nach der gesetzlichen Verankerung von Patientenverfügungen sind diese in Deutschland weiterhin wenig verbreitet oder können häufig auf Grund fehlender Aussagekraft und Validität in der Praxis selten zur sinnvollen Anwendung kommen. Diese Unkenntnis von Präferenzen zu medizinischen Behandlungen kann zu Über-, Unter- oder Fehlversorgung führen.

Advance Care Planning (ACP) - zu Deutsch Behandlung im Voraus Planen (BVP) - ist ein Prozess, der Menschen bei der Erstellung von aussagekräftigen und validen Patientenverfügungen mittels Gesprächsbegleitung unterstützt. Damit die so entstandenen Verfügungen im richtigen Moment zur Hand sind und Beachtung von den handelnden Akteuren finden, wird außerdem die Implementierung auf unterschiedlichen Ebenen des Gesundheitssystems angestrebt. 

Ziel

Im Rahmen der BEVOR-Studie soll die Effektivität eines, in Anlehnung an das US-amerikanische Respecting Choices Programm, für die deutschen Verhältnisse angepassten und weiterentwickelten BVP-Programmes für Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen untersucht werden.

Methodisches Vorgehen

Es wird eine prospektive, multi-zentrische cluster-randomisierte kontrollierte Studie (cRCT) über den Verlauf von 21 Monaten durchgeführt. In der Interventionsgruppe wird im Rahmen einer komplexen Intervention der Gesprächsbegleitungsprozess nach den Standards der Deutschen interprofessionellen Vereinigung – Behandlung im Voraus Planen (DiV-BVP) e.V. in stationäre Pflegeeinrichtungen implementiert. Die Einrichtungen der Kontrollgruppe erhalten die Standardversorgung. Gleichzeitig werden innerhalb der Region zugehörige Einrichtungen und Akteure des Gesundheitswesens in Form einer Netzwerkwerkbildung in das Programm einbezogen. Es sollen insgesamt 40 stationäre Pflegeeinrichtungen mit durchschnittlich 80 Bewohnerinnen und Bewohnern rekrutiert werden, welche zufällig je einer der beiden Gruppen zugeteilt werden. 

In der Interventionsgruppe werden Gesprächsbegleiterinnen oder –begleiter ausgebildet, welche sowohl in der Einrichtung selbst angestellt oder im Rahmen eines Pool-Models als externe Kräfte in den Einrichtungen tätig sein können. Sie unterstützen Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige direkt im Gespräch bei der Reflexion zu medizinischen Behandlungspräferenzen und kümmern sich um die schriftliche Fixierung und Organisation. Die Einrichtungen unterstützen die Implementierung des Programms z.B. durch Fortbildungsveranstaltungen und der Errichtung oder Optimierung von Konzepten zur Palliativversorgung. Hierbei erhalten sie Unterstützung von regionalen Koordinatorinnen oder Koordinatoren. Diese werden innerhalb des Programms auf allen Ebenen tätig, in dem sie die Gesprächsbegleiterinnen und –begleiter vernetzen und unterstützen, die Implementierung in den Einrichtungen fördern und begleiten und außerdem die regionalen Akteure wie Krankenhäuser, Rettungsdienste oder Hausärztinnen und –ärzte informieren, schulen und die Zusammenarbeit forcieren.

Als primäre Zielgröße wird die Rate der Krankenhauseinweisungen mittels anonymer Vollerhebung aller Bewohnerinnen und Bewohnern der stationären Pflegeeinrichtungen verglichen. Als sekundäre Endpunkte soll die tatsächliche Übereinstimmung der medizinischen Behandlungen mit den Präferenzen von Bewohnerinnen und Bewohnern, welche sich bereit erklärt haben an der entsprechenden Datenerhebung teilzunehmen, erfasst werden.

Begleitet wird die Studie durch eine umfassende gesundheitsökonomische Evaluation sowie der detaillierten Evaluation ausgewählter Prozesse.

Studienregistrierung

  •  Registrierung unter ClinicalTrials.gov Identifier: NCT04333303

Kurztitel

  • Cochrane Review

Zeitraum

  • Februar 2017 – Dezember 2021

Leitung

Mitarbeiter

Partner

  • Cochrane Deutschland, Universitätsklinik Freiburg

Förderung

  • keine externe Förderung

Zusammenfassung

Hintergrund

Nationale und internationale Studien zeigen, dass mechanische freiheitseinschränkende Maßnahmen (FEM) bei der Pflege und Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen (z.B. Demenz) regelmäßig angewendet werden, trotz fehlender Belege für ihre Wirksamkeit. Daher wird eine Pflege ohne FEM international gefordert. 

Ziel

Ziel des Projektes ist die Erstellung einer systematischen Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit von Interventionen zur Vermeidung und Reduktion von FEM im Akutkrankenhaus (ohne Einbezug von Intensivstation oder Psychiatrie). 

Methoden

Die systematische Übersichtsarbeit wird nach den Methoden der Cochrane Collabotation erstellt.

Publikationen

  • Möhler R, Nürnberger C, Abraham J, Köpke S, Meyer G. Interventions for preventing and reducing the use of physical restraints of older people in general hospital settings. Cochrane Database of Systematic Reviews 2016, Issue 12. Art. No.: CD012476. DOI: 10.1002/14651858.CD012476.

Kurztitel

  • COFRAIL

Zeitraum

  • März 2018 bis August 2021

Leitung des Projektteams Halle

Mitarbeiter

Leitung des Konsortiums:

  • Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Medizinische Fakultät, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Projektkoordination: Dr. med. Achim Mortsiefer, Konsortialführung: Prof. Dr. med. Stefan Wilm

Konsortialpartner 

  • Dipl. Math. Birgitt Wiese, Medizinische Statistik und IT-Infrastruktur, Institut für Allgmeinmedizin, Medizinische Hochschule Hannover
  • Prof. Dr. med. Attila Altiner, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Rostock (2. Studienzentrum) 
  • Prof. Dr. Petra Thürmann, Institut für Klinische Pharmakologie, Universität Witten/Herdecke (Planung und Begleitung der Intervention) 
  • Prof. Dr. Gabriele Meyer, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Universität Halle-Wittenberg (Planung der Intervention Prozessevaluation) 
  • Prof. Dr. Dr. Andrea Icks MBA, Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie, Universität Düsseldorf (Gesundheitsökonomische Evaluation)

Kooperationspartner (Beratung zur zukünftigen Flächenimplementierung): 

  • AOK Nordost;
  • Henrik Wiegelmann, Selbsthilfeorganisation „Wir pflegen“; 
  • Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Palliativmedizinische Abteilung, Universitätsklinikum Erlangen 
  • Marjan van den Akker, PhD, Maastricht University, School CAPHRI, Dept. of Family Medicine 

Förderung

  • Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (Förderkennzeichen: 01VSF17053 )

Zusammenfassung

Forschungsfrage und Arbeitshypothese

Das geriatrische Frailty-Syndrom bezeichnet einen Zustand körperlicher Gebrechlichkeit, der mit verminderter Lebenserwartung und erhöhten Risiken für Verwirrtheitszustände, Stürze und Krankenhauseinweisungen verbunden ist. Die medizinische Versorgung von PatientInnen mit Frailty ist komplex, da viele einzelne Gesundheitsprobleme gleichzeitig bestehen und der Nutzen vieler medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapien für diese Patientengruppe nicht gesichert ist. Eine besondere Rolle kommt der Polypharmazie (Einnahme von fünf oder mehr Wirkstoffen) zu, die als verstärkender Faktor für das geriatrische Frailty-Syndrom angesehen wird. 

Das Projekt COFRAIL zielt darauf, die hausärztliche Versorgung ambulanter Patientinnen und Patienten zu verbessern. In Familienkonferenzen sollen HausärztInnen gemeinsam mit den PatientInnen und ihren pflegenden Angehörigen besprechen, welche Behandlungsziele mit welchen Mitteln verfolgt werden sollen. Das Ziel ist ein gemeinsamer Beschluss darüber, welche medizinischen Maßnahmen weitergeführt oder ergriffen werden sollen und auf welche Maßnahmen verzichtet werden soll. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Priorisierung der Arzneimitteltherapie gelegt werden.

Methoden

Im Projekt werden bei 670 PatientInnen je drei Familienkonferenzen durchgeführt. Dazu erhalten die HausärztInnen mehrere Fortbildungen. Anschließend wird untersucht, wie sich die Familienkonferenzen auf die Versorgung auswirken und welche Unterschiede zur regulären Versorgung erkennbar sind. 

Kurztitel:

  • DeMoPhaC - Development of a model for nurses' role in interprofessional pharmaceutical care

Zeitraum:

  • September 2018 bis August 2021

Leitung:

Mitarbeit:

Förderung:

Partner:

  • Universiteit Antwerpen (Belgien), Koordination
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Deutschland)
  • University of Peloponnese (Griechenland)
  • Swansea University (Großbritannien)
  • Anaste – Assiciazione Nazionale Strutture per l Terza Età (Italien)
  • Stiching Hogeschool Utrecht (Niederlande)
  • University St Kliment Ohridski Bitola (Nordmakedonien)
  • Østfold University College (Norwegen)
  • Escola Superior de Enfermagem de Coimbra (Portugal)
  • Slovenska Zdravotnicka Univerzit v Bratislave (Slowakei)
  • Univerza Na Primorskem Universit Del Litorale (Slowenien)
  • Universidad de Alicante (Spanien)
  • Univerzita Karlova (Tschechien)
  • University of Pécs (Ungarn)

Zusammenfassung:

Aufgrund der mangelnden Transparenz und Anerkennung der Rolle der Pflegenden, den Unterschieden zwischen den europäischen Ländern in der Pflegeausbildung und der klinischen Praxis kann ein Modell für die Rolle der Pflegenden in der interprofessionellen pharmazeutischen Versorgung in Europa hilfreich zur Verbesserung der Versorgungsqualität sein. 

Ziel dieser Studie ist es daher, eine SWOT-Analyse über die Rolle der Pflegenden in der interprofessionellen pharmazeutischen Versorgung in den verschiedenen Ländern und in Europa insgesamt zu erstellen, die eine Grundlage für die Entwicklung eines Modells bildet. 

Forschungsfragen:
Welche Stärken und Schwächen hat die Rolle der Pflegenden in der pharmazeutischen Versorgung in Europa heute aus Sicht der Pflegenden, Ärzte und Apotheker?
Und was sind die Chancen und Risiken für die Zukunft?

Kurztitel

  • EDCP-BRCA 

Laufzeit

  • August 2018 bis Juli 2021

Konsortialführung

  • Prof. Dr. Stephanie Stock - Uniklinik Köln, Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie, Köln

Konsortialpartner

  • Universitätsklinik Köln; Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Bergische Universität Wuppertal; Universität Konstanz

Mitarbeiterinnen

  • Anna Isselhard - Uniklinik Köln, Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie, Köln
  • Maren Töpper - Uniklinik Köln, Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie, Köln
  • Prof. Dr. med. Rita Schmutzler - Uniklinik Köln, Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, Köln
  • PD Dr. med. Kerstin Rhiem - Uniklinik Köln, Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, Köln
  • Prof. Dr. Anke Steckelberg - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Halle
  • Birte Berger-Höger - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Halle
  • Dr. med. Frank Vitinius - Uniklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Köln
  • Prof. Dr. Juliane Köberlein-Neu - Bergische Universität Wuppertal, Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsökonomik und Versorgungsforschung, Wuppertal

Förderung

  • Gemeinsamer Bundesausschuss Innovationsfonds

Projektbeschreibung

In Deutschland erkranken jährlich rund 70.000 Frauen an Brustkrebs sowie knapp 7.800 Frauen an Eierstockkrebs. Bei ca. 30 Prozent der Patientinnen liegt eine familiäre Häufung für Brust- und Eierstockkrebs vor. Rund 25 Prozent dieser Frauen tragen eine pathogene BRCA1- oder BRCA2-Mutation. Frauen mit dieser Mutation haben ein deutlich erhöhtes kumulatives Risiko, an Brustkrebs und/oder Eierstockkrebs zu erkranken. Die betroffenen Frauen haben verschiedene präventive Handlungsoptionen. Sie können beispielsweise das gesunde Brustdrüsengewebe sowie beide Eierstöcke/Eileiter prophylaktisch entfernen lassen oder an dem intensivierten Früherkennungsprogramm für die Brust teilnehmen. Für diesen Entscheidungsprozess ist es enorm wichtig, dass die Betroffenen gut beraten werden.

Das Projekt zielt darauf ab, die Entscheidungsfindung der Frauen durch ein strukturiertes, modulares und bedarfsadaptiertes Coaching zu unterstützen. So soll das Verständnis für Nutzen und Risiken der angebotenen Präventionsstrategien erhöht werden. Dies soll dazu beitragen, die Entscheidungskompetenz und -qualität der Ratsuchenden zu verbessern.

In bundesweit sechs Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs erfolgt eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte Studie mit ca. 400 Frauen. Ratsuchende werden während des ersten Arztgesprächs für die Studie rekrutiert und per Zufall der Interventions- oder Kontrollgruppe zugeordnet. Die Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe erhalten die Routineversorgung, die Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe zusätzlich ein spezielles Entscheidungscoaching. Die Ratsuchenden der Interventionsgruppe werden in ihrem Entscheidungsprozess aktiv von Pflegefachkräften unterstützt. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,1 Millionen Euro gefördert.

Kurztitel:

  • ELISE

Zeitraum

  • 01.02.2021 - 31.01.2024

Leitung:

  • Prof. Dr. Gabriele Meyer

Mitarbeit:

  • Manuela Grünzig

Förderung:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung, FKZ 03WIR3104B

Weitere Projektpartner:

  • brain SCC GmbH (Koordinator)
  • Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik/ Betriebliches Informationsmanagement der MLU
  • Halle-Neustädter Wohnungsgenossenschaft e.G.

Projektinhalt:

Projektziel von ELISE ist die Entwicklung, Pilotierung und Evaluation eines IT-gestützten Koordinationssystems zur Vermittlung spontaner Hilfeleistungen. Die Akzeptanz der Nutzer*innen (Ehrenamtliche und Hilfesuchende) wird überprüft sowie die Wirkung auf die tatsächliche Entlastung im Alltag. Die Methoden des Projekts umfassen Literaturreviews, Marktanalysen, Fokusgruppeninterviews, Einzelinterviews, Delphi Verfahren und Befragungen. Es soll ein Angebot geschaffen werden, dass spontane Helfer*innen im Quartier mobilisiert, Teilhabe verbessert, Kontakte und Alltagsentlastung impliziert sowie sinnstiftend für ehrenamtlich Engagierte wird.

Kurztitel

  • EsmAiL

Zeitraum

  • 1. Mai 2019 - 30. April 2022

Leitung

Mitarbeiterinnen

Kooperationspartner

  • Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
  • Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung (DGfW)
  • Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Rheinland-Pfalz
  • Barmer

Förderung

  • Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss Berlin - Fkz: 01NVF18008

Zusammenfassung

Ziel: Die Akne inversa ist eine entzündliche Erkrankung der inversen Hautregionen, die ca. 1% der Bevölkerung betrifft. Es bilden sich Abszesse und Fistelgänge, hauptsächlich in den Achseln und Leisten, die schlechtriechendes Sekret absondern und starke Schmerzen verursachen. Aktuell ist Akne inversa eine lebensbestimmende Erkrankung, die hauptsächlich bei jungen Menschen auftritt, oft progressiv verläuft und zu dauerhaften körperlichen Einschränkungen, Arbeitsunfähigkeit und sozialer Isolation führen kann. Ziel ist es, die Krankheitsbelastung zu senken, die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern sowie das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten. Hierzu werden heterogene Leistungserbringer zu Akne-inversa-Zentren (AiZ) qualifiziert.

Methodisches Vorgehen: Patienten werden randomisiert und entsprechend entweder in der Regelversorgung belassen oder an ein AiZ überwiesen. Dort wird der Patient in eine strukturierte, interdisziplinäre, sektorenübergreifende Versorgungsform überführt.

Kurztitel

  • EvAb-Pilot

Förderzeitraum

  • Mai 2020 bis März 2023

Leitung des Konsortiums

  • Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Institut für Forschung in der Operativen Medizin, Projektleitung: Dr. rer. medic. Tim Mathes

Konsortialpartner/-innen

  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Interdisziplinäres Wissenschaftliches Zentrum Medizin - Ethik – Recht, Projektleitung: Prof. Dr. Henning Rosenau
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Projektleitung: Prof. Dr. Anke Steckelberg

Mitarbeiter*innen (Studienzentrum Halle (Saale) -IGPW)

Förderung

  • Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (Förderkennzeichen: 01VSF19025)

Zusammenfassung

Hintergrund

In Deutschland müssen alle Patient*innen vor der Einwilligung zu einem medizinischen Eingriff von ihren Ärzt*innen angemessen aufgeklärt werden. Regelhaft werden Aufklärungsbögen genutzt, um das Arzt-Patienten-Gespräch zu unterstützen und zu dokumentieren. Studien haben gezeigt, dass aufgrund der hohen Haftungsrisiken der Ärzt*innen für Behandlungsfehler oftmals eine risikozentrierte Aufklärung im Vordergrund steht. Eine informierte Entscheidung wird, wenn überhaupt, zu wenig unterstützt. Zudem kann sich die Art der Darstellung von Risiken einer Behandlung auf die Angst von Patient*innen und den Nocebo-Effekt auswirken.

Ziel

Das primäre Ziel dieser Pilot-Studie ist es zu untersuchen, ob evidenzbasierte Aufklärungsbögen für die Operation und Anästhesie am Beispiel des Kniegelenkersatzes diese Defizite ausgleichen, d.h. die Risikoeinschätzung verbessern und die Angst der Patient*innen vor Komplikationen sowie die Anzahl an tatsächlich auftretenden unerwünschten Ereignissen bzw. den Nocebo-Effekt reduzieren.

Methoden

Das Projekt folgt dem UK MRC-Framework für die Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen und beinhaltet die Elemente der Entwicklung und Pilotierung. Im Zeitraum von Mai 2020 bis März 2023 erfolgen 1) die Exploration von Informations- und Entscheidungsprozessen, 2) die Entwicklung und Pilotierung von Aufklärungsbögen, 3) die Durchführung einer Interrupted-Time-Series Studie und 4) die Prozessevaluation.

  1. Mithilfe von semi-strukturierten Interviews mit Patient*innen und Ärzt*innen wird der gesamte Prozess der Entscheidungsfindung und die Verwendung von Informationsmaterialien beschrieben. Ziel ist es zu verstehen, wann, wie und von wem Entscheidungen getroffen werden und welche Informationen entscheidend sind. Darüber hinaus werden schriftliche Informationen, die während des Entscheidungsprozesses genutzt werden, hinsichtlich der Kriterien evidenzbasierter Gesundheitsinformationen bewertet und deskriptiv analysiert.
  2. Die Aufklärungsbögen werden nach der Leitlinie zur Erstellung evidenzbasierter Gesundheitsinformation entwickelt. Parallel erfolgt eine umfassende Auswertung von Rechtsprechung und Literatur zu den rechtlichen Anforderungen an die Aufklärung. Die Pilotierung hinsichtlich der Machbarkeit erfolgt mittels Think-Aloud und Fokusgruppeninterviews. Die Pilotierung und Revision der Aufklärungsbögen erfolgt bis zur Datensättigung. Anschließend werden die Aufklärungsbögen durch Fachgesellschaften und klinische Experten überprüft.
  3. Zum Vergleich der evidenzbasierten Aufklärungsbögen mit den Standard-Aufklärungsbögen wird eine Interrupted-Time-Series Studie durchgeführt. Es ist geplant, 110 Proband*innen vor und 110 Proband*innen nach Einführung der Intervention im Krankenhaus einzuschließen. Darüber hinaus wird Ärzt*innen, die nach der Einführung der Intervention die informierte Einwilligung durchführen, eine Schulung in evidenzbasierter Entscheidungsfindung angeboten. Zielgrößen sind: Angst, Nocebo-Effekt, Nutzen- und Risikoeinschätzung, Zufriedenheit der Patient*innen mit dem Arzt-Patienten-Gespräch und Lebensqualität. Die Daten werden deskriptiv aufbereitet und mittels Regressionsanalysen für Zeitreihen ausgewertet.
  4. Die Beschreibung der Intervention und des Umsetzungsprozesses erfolgt in Anlehnung an den Prozessbewertungsrahmen des MRC unter Nutzung quantitativer und qualitativer Methoden. Es erfolgt die Untersuchung des Kontextes und der Bereitschaft zu Veränderungen auf der Ebene des Gesundheitspersonals. Barrieren und förderliche Faktoren bei der Umsetzung werden mittels semi-strukturierter Interviews mit Patient*innen und Ärzt*innen erhoben.

Erwartete Ergebnisse

Durch eine evidenzbasierte, verständliche und auf Vermeidung von verzerrter Risikodarstellung ausgerichtete Aufklärung in den evidenzbasierten Aufklärungsbögen könnte die Kompetenz der Patient*innen zur korrekten Einschätzung der Risiken des Eingriffs gestärkt werden. Dadurch könnten negative Erwartungshaltungen, Ängste vor unerwarteten Ereignissen und das Auftreten des Nocebo-Effekts reduziert werden. Zugleich kann die Akzeptanz einer rechtlich abgesicherten Aufklärung unter Ärzt*innen gestärkt werden.

Kurztitel

  •  IMLEGI

Förderzeitraum

  • Juni 2018 – September 2021

Leitung

Mitarbeiterinnen

Kooperationspartner

  • Gesundheitswissenschaften, MIN-Fakultät, Universität Hamburg

Förderung

  • Innovationsfonds (Versorgungsforschung) ID: ISRCTN96941060, registriert 07. 03. 2019

Aktuelle Änderungen seit April 2020:
Aufgrund der Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie wurde der Projektablauf so angepasst, dass keine Präsenztreffen erforderlich sind. Das Schulungsprogramm wurde auf ein reines E-Learning Angebot umgestellt und erneut pilotiert. Es wird nun im Rahmen der randomisiert-kontrollierten Studie angeboten.
Der Förderzeitraum wurde aufgrund der erforderlichen Anpassungen um neun Monate verlängert.

Zusammenfassung 

Hintergrund

Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen (EBGI) sind eine Voraussetzung für eine informierte und gemeinsame Entscheidungsfindung. Obwohl Qualitätskriterien für EBGI seit Jahren definiert sind, gelingt die Umsetzung in die Praxis derzeit nicht. 

Leitlinien können im Allgemeinen dazu beitragen, dass Qualitätskriterien berücksichtigt werden. Die „Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation“ richtet sich an die Erstellerinnen und Ersteller von Gesundheitsinformationen und hat zum Ziel, die Qualität von Informationsmaterialien zu verbessern. Die evidenzbasierte Leitlinie wurde in einem Kooperationsprojekt zwischen der Universität Hamburg und dem Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) entwickelt und nach einer öffentlichen Konsultationsphase im Februar 2017 verabschiedet. Sie ist über die Webseite www.leitlinie-gesundheitsinformation.de öffentlich zugänglich.

Parallel zur Leitlinienentwicklung wurden die Kompetenzen von Informationserstellerinnen und -erstellern exploriert und ein fünftägiges Schulungsprogramm mit einem EbM-Trainingsmodul und einem Modul zur Nutzung der Leitlinie entwickelt.

Ziel dieser Studie ist, die Implementierung der „Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation“ in Kombination mit einem Schulungsprogramm für die Erstellerinnen und Ersteller von Gesundheitsinformationen zu evaluieren. Es wird angenommen, dass die leitliniengestützte Entwicklung von EBGI mit ergänzender Schulung zu einer Qualitätsverbesserung der Informationsmaterialien im Vergleich zu Erstellungsprozessen ohne Schulung führt.

Methoden

Das methodische Vorgehen folgt dem Leitfaden des UK Medical Research Council (MRC) für die Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen. Zwischen Juni 2018 und Dezember 2020 wird 1) eine qualitative Pilotstudie (Studienprotokoll) und 2) eine randomisiert-kontrollierte Studie durchgeführt.

  1. Die fünftägige Schulung wird an ein Blended Learning-Format adaptiert und so um zwei Präsenztage verkürzt. Die vollständige Intervention wird in mind. 2 bis 3 Schulungen mit Erstellerinnen und Erstellern von Gesundheitsinformationen hinsichtlich Machbarkeit und Akzeptanz pilotiert und ggf. optimiert. Die Datenerhebung erfolgt über strukturierte Beobachtungen und Fokusgruppeninterviews, die Analyse in Anlehnung an die strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. 
  2. In die randomisiert-kontrollierte Studie werden 26 Erstellergruppen von Gesundheitsinformationen (je Gruppe ca. 1 bis 10 Personen) eingeschlossen, um die Intervention (Leitlinie & Schulung in einem Blended Learning-Format) mit der Standardversorgung (Leitlinie öffentlich zugänglich) zu vergleichen. Primärer Endpunkt ist der Grad der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen. Hierfür entwickelt jede Erstellergruppe im Rahmen der Studie eine EBGI zu einem selbstgewählten Thema. Ein Bewertungsinstrument, basierend auf der Leitlinie, wird im Rahmen des Projektes entwickelt und validiert. Das Instrument wird sowohl Kriterien bezogen auf den Erstellungsprozess der EBGI als auch Qualitätskriterien hinsichtlich relevanter Inhalte und Darstellungsweisen umfassen. Begleitend wird eine qualitative Prozessevaluation durchgeführt. 

Publikationen

  • Kasper J, Lühnen J, Hinneburg J, Siebenhofer A, Posch N, Berger-Höger B, Grafe A, Keppler J, Steckelberg A: MAPPinfo, mapping quality of health information: study protocol for a validation study of an assessment instrument. BMJ Open 2020. 10(11):e040572.
  • Lühnen J, Berger-Höger B, Haastert B, Hinneburg J, Kasper J, Steckelberg A: Efficacy of a training programme to support the application of the guideline evidence-based health information: study protocol of a randomised controlled trial. Trials 2020. 21(1):425.
  • Hinneburg J, Lühnen J, Steckelberg A, Berger-Höger B: A blended learning training programme for health information providers to enhance implementation of the Guideline Evidence-based Health Information: development and qualitative pilot study. BMC Medical Education 2020, 20(1):77.
  • Lühnen J, Albrecht M, Hanßen K, Hildebrandt J, Steckelberg A: Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation: Einblick in die Methodik der Entwicklung und Implementierung. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen 2015. 109(2): 159-65.

Kurztitel

Zeitraum

  • November 2020 – Oktober 2022

Leitung des Projektteams Halle

Mitarbeit

Konsortialpartner

  • Dublin City University, Ireland
  • University of Maastricht, The Netherlands
  • Gruppo SPES, Italy

Förderung:

  • Erasmus+

Zusammenfassung

Die Zunahme dementieller Erkrankungen unterstreicht die Bedeutung, die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz besser zu verstehen und ein kreatives Umfeld für die bestmögliche Pflege und Versorgung zu schaffen. Professionelle Akteur*innen für die Pflege und Versorgung bei Demenz sind rar. Obwohl in den letzten Jahren verschiedentlich demenzspezifische Fort- und Weiterbildungsprogramme initiiert wurden, gibt es keine nennenswerten europäischen Bemühungen. Fort- und Weiterbildungen vermitteln oft nicht die erforderlichen Einblicke in die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz. Von daher benötigt das Personal zusätzliches Training, um erfolgreich mit Menschen mit Demenz arbeiten zu können. Das Improving demeNtia care Through Self-Experience (INTenSE) Projekt bildet professionelle Akteur*innen für eine verbesserte Unterstützung bei Demenz durch innovative Lernansätze und IT tools weiter, die es ermöglichen, die Erfahrungen von Menschen mit Demenz nachzuempfinden. INTenSE will im Bereich der Fort- und Weiterbildung mit Methoden der Selbsterfahrung demenzbezogenes Wissen und Verständnis für das Erleben von Demenz europaweit fördern. Als eine Form des experimentellen Lernens enthalten Simulationsstrategien verschiedene Wege Wissen zu generieren (z.B. Denken, Fühlen und Handeln), die für die verbesserte Pflege und Versorgung bei Demenz genutzt werden können. Beispiele dafür sind Virtual Dementia Tours (VDT), Rollenspiele oder Theateraufführungen. INTenSE will diese Ansätze innovativ verknüpfen um

  • die Kooperation und den Erfahrungsaustausch zu fördern zwischen im Feld der Pflege und Versorgung tätigen Organisationen,
  • ein neues Netzwerk professioneller Akteur*innen zu entwickeln,
  • digitale Kompetenzen professioneller Akteur*innen durch eine zu entwickelnde IT-Plattform zu fördern,
  • soziales Bewusstsein zu entwickeln für die Möglichkeiten durch Selbsterfahrung, die Pflege und Versorgung bei Demenz verbessern zu können und
  • Selbsterfahrungstechniken in die täglichen Aktivitäten professioneller Akteur*innen zu integrieren.

INTenSE beabsichtigt integrierte Selbsterfahrungstechniken verfügbar zu machen für gegenwärtige und zukünftige Generationen von im Bereich Demenz tätigen professionellen Akteur*innen. Die Projektaktivitäten dienen der Erreichung der folgenden Projektziele:

  1. Ermittlung des Stands internationaler Erfahrungen bezüglich VDT, demenzbezogener Rollenspiele und Theateraktivitäten anhand eines Scoping Reviews und einer Fokusgruppenstudie. Die Ergebnisse bilden die Basis für das INTenSE e-booklet und damit die Grundlage für die weiteren methodischen Schritte.
  2. Erstellen eines INTenSE e-booklet und eines INTenSE Dementia Simulation toolkit (DST), mit deren Hilfe Symptome der Demenz nachgestellt werden, um vertieftes Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Verbesserung der Pflege und Versorgung nutzen zu können. Das DST wird unterschiedliche Elemente beinhalten, wie eine Zusammenstellung von IT-Anwendungen zur Simulierung sensorischer Einschränkungen, die Beschreibung von VDT Interventionen zur Simulierung von physischen und kognitiven Symptomen, Details über Rollenspiele und Theateraufführungen zur Simulierung psychologischer Symptome sowie die dazu gehörenden Handlungsanleitungen.
  3. Entwicklung einer internetbasierten Plattform, um voneinander lernen zu können und digitale Kompetenzen der professionellen Akteur*innen zu fördern.

In einem INTenSE Training werden insgesamt 20 professionelle Akteur*innen Selbsterfahrungstechniken mittels eines partizipativen Ansatzes lernen. In anschließenden Fokusgruppeninterviews wird an die Prinzipien der Mitgestaltung angeknüpft, um die INTenSE Ziele erfolgreich erreichen zu können.

Ein weiteres INTenSE Training bezieht sich auf die Nutzung des DST und der IT-Plattform in den am Projekt beteiligten Ländern.

Das Projekt beabsichtigt eine signifikante Verbesserung der Fähigkeiten und Kompetenzen professioneller Akteur*innen anhand von Methoden der Mitgestaltung, innovativen Selbsterfahrungstechniken und der Nutzung der IT-Plattform. Am Projekt beteiligte Organisationen können durch die Stärkung von Kooperations- und Managementfähigkeiten an der Entwicklung und Anwendung innovativer Ansätze der Pflege und Versorgung bei Demenz und des Trainings professioneller Akteur*innen teilhaben.

Durch die Nutzung der Erfahrungen und Netzwerke der wissenschaftlichen Projektpartner*innen wird der Weg für die Entwicklung innovativer Lehrpläne für zukünftige Fachkräfte geebnet, um die Professionalisierung im Bereich der Pflege und Versorgung bei Demenz voran zu bringen. 

Nicht zuletzt hat das Projekt das Potential innovative Ansätze in die Pflegepolitik einzubringen durch erhöhtes Bewusstsein für demenzbezogene Erfordernisse. Der partizipatorische Ansatz des INTenSE Projekts wird die transnationale Kooperation fördern und die Entwicklung innovativer Selbsterfahrungs-basierter Hilfsmittel erleichtern. Die Methodik ist europaweit anwendbar, wobei die Erfahrungen in unterschiedlichen soziokulturellen Settings genutzt werden.

Intense Leaflet (Download 322 kb)

Kurztitel:

  • MoNoPol-Sleep

Zeitraum:

  • Oktober 2018 – Dezember 2021

Beteiligte Studienzentren:

  1. Koordinierendes Studienzentrum: Universität zu Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege
    Projektleitung: Prof. Dr. Sascha Köpke
  2. Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft 
    Projektleitung: Prof. Dr. Gabriele Meyer
    wiss. Mitarbeiterin: Dr. Almuth Berg
  3. Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Witten Projektleitung: JProf. Dr. Margareta Halek

Förderung:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung - Fkz: 01GL1802B

Zusammenfassung Website: www.monopol-sleep.de

Menschen mit Demenz leiden häufig an Schlafproblemen, die eine Reihe von weiteren Problemen zur Folge haben. Der derzeitige Forschungsstand zeigt, dass medikamentöse Maßnahmen nicht als Therapie der ersten Wahl empfohlen werden können. Nicht-pharmakologische Interventionen können prinzipiell wirksam sein, es gibt jedoch derzeit keine „Gold-Standard“-Intervention zur Vermeidung von Schlafproblemen bei Menschen mit Demenz. Die vorhandenen Interventionen sind geprägt durch Heterogenität der (meist komplexen) Interventionen sowie unzureichendes Wissen über Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Implementierung.

Ziel des Vorhabens ist deshalb die Entwicklung und Pilotierung einer komplexen, nicht-pharmakologischen Intervention zur Vermeidung von Schlafproblemen bei Menschen mit Demenz in Pflegeheimen. 

In der Hauptphase des Projektes ist eine cluster-randomisierte Studie mit einer Dauer von 12 Monaten in 3 Studienzentren geplant. Dazu werden jeweils 12 Pflegeheime der Interventions- und der Kontrollgruppe zugeteilt. Zusätzlich wird eine umfangreiche Prozessevaluation durchgeführt.

Studienregistrierung: ISRCTN36015309

Kurztitel:

  • MundZaRR

Zeitraum:

  • Juni 2019 bis Mai 2022

Leiterin:

Projektmitarbeiter:

Förderung:

  • Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss Berlin - Fkz: 01VSF18021

 Zusammenfassung:

Ziel ist die Entwicklung und Evaluation eines pflegebegleitenden zahnmedizinischen Unterstützungskonzeptes von Pflegekräften zur Mundhygiene und –pflege von Bewohnern von Einrichtungen der stationären Seniorenpflege (Pflegegrad 3 – 5) zur Verbesserung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Die primäre Hypothese lautet: Eine durch Zahnärzte und –ärztinnen an zahnärztliche Fachangestellte delegierte Reinstruktion und Remotivation der Pflegekräfte verbessert die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität dieser Bewohner mit Pflegegrad 3 – 5.

Das bereits bestehende zahnmedizinische Konzept zur Versorgung älterer (und/oder behinderter) Menschen sieht eine regelmäßige halbjährliche Evaluation des Mundgesundheits- und –hygienestatus von Pflegebedürftigen durch Zahnärzte sowie eine formblattbasierte Instruktion der Pflegekräfte und etwaige Überweisungsempfehlungen für zahnärztlichen Therapiebedarf vor. Ziel dieses Projektes ist die kurzfristige Entwicklung und mittelfristige Erprobung einer individualisiert zugeordneten und vom Zahnarzt an zahnmedizinische Fachangestellte delegierten pflegebegleitenden Reinstruktions- und Remotivationsmaßnahme der Pflegekräfte zur Mundhygiene und –pflege. Langfristiges Ziel ist, durch den beschriebenen Ausbau des AuB-Konzeptes die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität und Mundgesundheit von Bewohner von Einrichtungen der stationären Seniorenpflege zu verbessern und Zahn-assoziierte Notfälle und Komorbidität zu reduzieren.

Kurztitel 

  • PEKo 1.1

Zeitraum

  • Oktober 2020 - Dezember 2022

Leitung

Mitarbeiter/innen

Partner

  • Universität zu Köln
  • Universität zu Lübeck
  • Hochschule Fulda

 Förderung

  • Techniker Krankenkasse Hamburg

Weitere Details finden Sie hier:  https://peko-gegen-gewalt.de/

Zusammenfassung

Das Folgeprojekt PEKo 1.1 Verstetigung im Setting der stationären Langzeitpflege schließt sich an das bisherige Gewaltpräventionsprojekt PEKo (Partizipative Entwicklung und Evaluation eines multimodalen Konzeptes zur Gewaltprävention in stationären Pflegeeinrichtungen) an.

Das Projekt beinhaltet zwei unterschiedliche Bausteine:

  • Teilnehmenden Einrichtungen aus dem Vorprojekt wird eine Nachbetreuung durch die Studienzentren angeboten. Dadurch sollen die Einrichtungen bei der Fertigstellung und Implementierung bereits entwickelter Präventionskonzepte und -interventionen zum Zweck einer nachhaltigen Verstetigung unterstützt werden.
  • Basierend auf den Ergebnissen und Erfahrungen von PEKo sowie aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird ein Modulhandbuch (Tool Kit) entwickelt, dessen Anwendung mit neu rekrutierten stationären Pflegeeinrichtungen auf seine Machbarkeit überprüft wird. Die teilnehmenden Alten- und Pflegeheime sollen mit dem Tool Kit befähigt werden, größtenteils eigenständig ein Konzept zur Gewaltprävention für ihre Einrichtung zu entwickeln. Die Studienzentren unterstützen die Einrichtungen zu Beginn durch eine Schulung zum Umgang mit dem Tool Kit und beraten sie im Verlauf. Die Umsetzung wird wissenschaftlich evaluiert.

PEKo 2.0 - Partizipative Entwicklung und Evaluation eines multimodalen Konzeptes zur Gewaltprävention in der Pflege im Krankenhaus und im ambulanten Setting

Kurztitel

  • PEKo 2.0 Krankenhaus
  • PEKo 2.0 Ambulantes Setting

Zeitraum

  • Mai 2021 bis Februar 2023

Leitung

  • Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer

Mitarbeit

  • Dr. Christin Richter
  • Julia Müller, B.Sc.

Partner

  • Universität zu Köln
  • Hochschule Fulda
  • Universität zu Lübeck

Förderung

  • Techniker Krankenkasse Hamburg

Weitere Details finden Sie hier:  peko-gegen-gewalt.de

Zusammenfassung

Nicht nur in der stationären Langzeitpflege, sondern auch im Krankenhaus und im ambulanten Bereich ist Gewalt in der Pflege ein relevantes Thema. So unterschiedlich wie die Settings selbst sind jedoch auch die Bedürfnisse nach gezielten Präventionsmaßnahmen. Aufbauend auf das bisherige Gewaltpräventionsprojekt PEKo zielt das Projekt PEKo 2.0 „Gewaltprävention im Krankenhaus und im ambulanten Setting“ darauf ab, nachhaltige Gewaltpräventionskonzepte mit den Beschäftigten partizipativ zu entwickeln und in Krankenhäusern und ambulanten Organisationen zu implementieren sowie wissenschaftlich zu evaluieren. Leitende Grundprinzipien sind Transparenz und Partizipation, systematisches Vorgehen und nachhaltige Einbindung in die Einrichtungsstrukturen.

Setting Krankenhaus

Das Projekt wird in zwölf Krankenhäusern der Studienstandorte Köln, Lübeck, Fulda und Halle durchgeführt. Dabei werden folgende Interventionskomponenten unter Wahrung des partizipativen Charakters des Projektes handlungsleitend sein:

  • Auftaktveranstaltungen in den teilnehmenden Kliniken
  • Benennung von PEKo-Beauftragten als Kontaktperson(en)
  • Bildung eines klinikinternen PEKo-Teams mit interessierten Beschäftigten
  • Durchführung monatlicher PEKo-Team-Treffen
  • Durchführung quartalsweiser, einrichtungsübergreifender Treffen von Vertreterinnen Vertretern der PEKo-Teams (PEKo-Zirkel)

Ambulantes Setting

Anders als im stationären Bereich verläuft das Projekt im ambulanten Setting in zwei Phasen. 1) In der ersten Phase erfolgt innerhalb von sechs Monaten die Entwicklung eines Gewaltpräventionskonzepts mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener ambulanter Organisationen (ambulante Pflegedienste, Beratungsstellen, Selbsthilfe/Ehrenamt).

2) Dieses Gewaltpräventionskonzept wird in der zweiten Phase bedarfsorientiert in neun Organisationen an den drei Studienzentren Köln, Fulda und Halle über eine Projektlaufzeit von 12 Monaten implementiert.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Evaluation werden Fokusgruppen, Einzelinterviews und standardisierte Befragungen durchgeführt. Zudem erfolgt eine strukturierte Auswertung der Studienverlaufsdokumentation.

Kurztitel: 

  • PfleKoRo

Zeitraum: 

  • Mai 2020- April 2023

Projektleitung am Standort Halle:

Mitarbeit:

Projektkoordination:

  • Chris Diers, DIERS International GmbH

Konsortialpartner/-innen:

  • Prof. Dr. Catherine Disselhorst-Klug, Rehabilitations- und Präventionstechnik, RWTH Aachen
  • Maike Ketelhut, Institut für Regelungstechnik, RWTH Aachen
  • Dr. Astrid Stephan, Pflegedirektion Universitätsklinikum, RWTH Aachen
  • Bernd Bogert, St Gereon Seniorendienste GmbH
  • Prof. Dr. Gernot Marx, Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care, RWTH Aachen

Förderung

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung

Zusammenfassung

PfleKoRo hat die körperliche und zeitliche Entlastung der Pflegefachpersonen bei der Pflege bettlägeriger Schwer- und Schwerstpflegebedürftiger zum Ziel. Hierfür soll ein robotisches System gestaltet werden, das die Pflege bedarfsgerecht unterstützt, sich störungsfrei in die Pflegehandlungen einordnet und körperlich belastende Halte- und Umlagerungsarbeiten übernimmt. Herausforderung ist dabei, robotische Assistenz und menschliche Interaktion aufeinander abzustimmen und situationsabhängige Bedürfnisse von Pflegenden und Pflegebedürftigen zu berücksichtigen. Dieser Herausforderung begegnen Pflegefachpersonen, Pflegebedürftige und Entwickler*innen durch einen gemeinsam getragenen, iterativen Entwicklungsprozess. Am Ende soll das PfleKoRo-System stehen.

  • Video PfleKoRo - Pflege erleichtern durch kooperierende Robotik
  • Flyer der Uniklinik RWTH Aachen
  • Poster Ethische Implikationen
  • Poster Projektvorhaben

Kurztitel:

  • PoiSe

Zeitraum:

  • März 2020 bis Februar 2024

Leitung des Projektteams Halle:

Projektmitarbeiter:

Leitung des Konsortiums:

  • Dr. med. Filipp Filippopulos (Projektleitung), Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum (DSGZ) und Klinik und Poliklinik für Neurologie, LMU München
  • Prof. Dr. med. Doreen Huppert (stellv. Projektleitung), Deutsches Schwindel und Gleichgewichtszentrum (DSGZ), LMU München
  • Prof. Dr. med. Thomas Brandt, Deutsches Schwindel und Gleichgewichtszentrum (DSGZ), LMU München
  • Prof. Dr. Eva Grill, Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum (DSGZ) und Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE), LMU München

Konsortialpartner

  • AOK Bayern
  • Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)
  • Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Evaluation)

Förderung:

Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses, Förderkennzeichen: 01NVF19030

Zusammenfassung:

Schwindel gehört zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Patientinnen und Patienten bei ihrer Ärztin/ihrem Arzt vorstellig werden. Schwindel kann sich stark auf das tägliche Leben der Betroffenen auswirken bis hin zu Arbeitsausfall bei stark verminderter Lebensqualität. Obwohl ein Großteil der Schwindelursachen gut erkennbar und therapierbar ist, kommt es bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zu unnötigen und belastenden Diagnostikmaßnahmen. Dies führt zu verlängerter Behandlungsdauer und kann zu Chronifizierung der Beschwerden, oder zu Überlagerung durch Somatisierungsprozesse führen.

Die cluster-randomisierte Interventionsstudie hat das Ziel, die Versorgung und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Schwindel bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zu verbessern. Die Intervention stützt sich hierbei auf folgende Elemente:

  • Schulung der teilnehmenden Ärztinnen/Ärzte
  • PoiSe-Webplattform für Ärztinnen/Ärzte zur Unterstützung der Diagnose, zum Monitoring des Krankheitsverlaufs und zum interdisziplinärem Austausch mit einem Expertennetzwerk
  • PoiSe-Applikation zur Installation auf dem Smartphone der Patientinnen und Patienten mit Hinweisen zur Therapie, Verlaufskontrolle der Symptomatik und Warnhinweisen bei Nichtansprechen der Therapie

Zur Überprüfung der Diagnosegüte werden alle Patientinnen und Patienten nach drei Monaten ans Deutsche Schwindel- und Gleichgewichtszentrum des Klinikums Großhadern eingeladen und untersucht.

Kurztitel

  • PPE

Zeitraum

  • April 2018 – März 2021

Leitung des Projektteams Halle

Mitarbeiter/-in

Leitung des Konsortiums

  • Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Hamburg Center for Health Economics (HCHE)

Weitere Konsortialpartner

  • Techniker Krankenkasse (Hamburg)

Förderung

  • Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (Förderkennzeichen: 01VSF17038)

Zusammenfassung

Das Projekt PPE untersucht einen Zusammenhang zwischen Qualität der Pflege bzw. Pflegergebnissen und Pflegepersonalausstattung. Dafür werden sogenannte Routinedaten der Krankenhäuser und Krankenkassen ausgewertet, die üblicherweise zur Dokumentation und zur Abrechnung dienen. Um die subjektiv erlebte Behandlungsqualität miteinzubeziehen, werden Patientinnen und Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt befragt.

Die Ergebnisse können wertvolle Hinweise liefern, wie die Krankenhäuser Pflegende sinnvoll einsetzen können, um die besten Pflegeergebnisse zu erzielen. Der Gesundheitspolitik können die Ergebnisse dazu dienen, Pflegestärkungsfördermittel zielgerichtet einzusetzen.

Hintergrund

In Krankenhäusern hat die Qualität der Pflege einen relevanten Einfluss auf die Behandlungsqualität und den Behandlungserfolg. Als struktureller Bestandteil und gleichzeitig Vorbedingung der Pflegequalität ist die Pflegekraftverhältniszahl anzusehen. Diese beschreibt, um wie viele Patientinnen und Patienten sich eine Pflegekraft kümmert und gibt Aufschluss über die Pflegeintensität. Zusätzlich ist von Interesse, ob die Durchführung der Pflege den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten entspricht. Der pflegerische Behandlungserfolg zeigt sich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus unter anderem am körperlichen Zustand der Patientinnen und Patienten (durch sogenannte pflegesensitive Ergebnisindikatoren).

Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen der Pflegeintensität im Krankenhaus und pflegesensitiven Ergebnisindikatoren liefern Ansätze, wie die Qualität in Krankenhäusern erhöht werden kann und in welchen Fachabteilungen gegebenenfalls mehr Personal zum Einsatz kommen muss, um eine qualitativ hochwertige und sichere Versorgung zu gewährleisten. Durch die Einführung von Mindeststandards bei der Personalbemessung in pflegesensitiven Fachabteilungen könnte mehr Sicherheit für Patienten bei der Auswahl von Krankenhäusern erzeugt werden und die Patientenorientierung verbessert werden.

Der Zusammenhang zwischen der Personalstärke und patientenbezogenen Ergebnissen wurde in Deutschland bislang kaum empirisch untersucht. Bisherige Forschungsarbeiten berücksichtigten größtenteils patientenbezogene Outcomes, welche sich noch während des Krankenhausaufenthaltes nachweisen lassen. Die Perspektive der poststationären Versorgung sowie die Patientenperspektive wurden hingegen weitgehend vernachlässigt.

Ziel

Der Zusammenhang zwischen der Personalstärke in deutschen Krankenhäusern und poststationären Outcomes der dort versorgten Patientinnen und Patienten soll untersucht werden. Das weiterführende Ziel ist die Ermittlung von Mindestpflegeverhältniszahlen, besonders hinsichtlich der identifizierten Fachabteilungen, die am pflegesensitivsten sind, in denen also durch mehr Personaleinsatz die größte Verbesserung der Behandlungsqualität erreicht werden kann.

Methode

Aus der Literatur werden systematisch pflegesensitive Ergebnisparameter identifiziert. Für die weiteren Erhebungen sind diejenigen Indikatoren interessant, welche nicht (nur) während, sondern auch noch nach dem Krankenhausaufenthalt erfassbar sind. Erhoben werden diese Indikatoren aus den Abrechnungsdaten der stationären und ambulanten Leistungserbringer. Zusätzlich werden Informationen über die Pflegequalität auf der Station und unerwünschte, nach dem Krankenhausaufenthalt aufgetretene Ereignisse und Pflegezustände aus Patientensicht mithilfe einer standardisierten Patientenbefragung erhoben. 

Diese Daten können im Anschluss in einen Zusammenhang zu den Pflegeverhältniszahlen gesetzt werden. Die Informationen zur Personalausstattung auf Fachabteilungsebene werden den Qualitätsberichten der Krankenhäuser entnommen.

Kurztitel

  • PROCOMPNurse

Zeitraum

  • September 2017 - August 2021

Gesamtstudienleitung

  • Prof. Dr. Helena Leino-Kilpi, Universität Turku, Finnland

Studienleitung Deutschland

Mitarbeiter/innen

Partner

  • Koordinator: Universität Turku, Finnland 
  • Zusammenarbeit: 
    •     Dublin City University und National University of Ireland, Galway
    •     University of Iceland
    •     Klaipeda University und Vilnius University 
    •     Universitat Internacional de Catalunya, Barcelona
    •     (Universitäts-)Kliniken und Ausbildungszentren für Gesundheits- und 
    •     Krankenpflege in Deutschland

Förderung

  • Intramurale

Zusammenfassung 

Ziele

Die übergeordneten Ziele dieser Studie sind,  

  • auf europäischer Ebene zu beurteilen und zu vergleichen, wie sich die Kompetenzen von Auszubildenden der Gesundheits- und Krankheitspflege im ersten Jahr nach dem Berufseinstieg entwickeln, 
  • individuelle, ausbildungsbezogene, organisationsbedingte und wertebasierende Faktoren zu ermitteln, die mit der Kompetenzentwicklung einhergehen, sowie
  • Faktoren zu bestimmen, welche eine Kompetenzentwicklung auf hohem Niveau sowie einen erfolgreichen Start ins Berufsleben der Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpfleger ermöglichen.  

Methodik

  • Querschnittstudien: Mittels Fragebögen werden Kompetenzen der Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege am Ende ihrer Ausbildung (Kompetenzerfassung) sowie damit in Verbindung stehender Faktoren (individuelle, ausbildungsbezogene, organisations- und wertebasierende Faktoren) erfasst. Befragung von Examenskandidatinnen und -kandidaten der Gesundheits- und Krankenpflege (n=500/Land), Patientinnen und Patienten, welche von den Examenskandidatinnen und -kandidaten versorgt wurden (n=300/Land), sowie Pflegekräften in der Funktion der Stationsleitung und/oder Praxisanleitung (n=100/Land). 
  • Follow-Up-Studie ein Jahr nach der ersten Befragung. Mittels Fragebögen werden Daten bezüglich der Kompetenzentwicklung der nun ein Jahr berufstätigen Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpfleger (n=500/Land) sowie Stationsleitungen (n=100/Land) gesammelt.
  • Die Erfassung der Kompetenzen sowie der damit in Verbindung stehenden Faktoren zum Zeitpunkt des Examens sowie ein Jahr nach dem Examen findet in allen Partnerländern in etwa zur selben Zeit statt.

Kurztitel

  • PRO-LQ

Projektleitung

Klinische Leitung:

  • Prof. Dr. med. Vordermark

Projektmitarbeiter

Partner

  • Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Halle (Saale)
  • Zentraler Dienst 1 - Information und Kommunikation, Universitätsklinikum Halle (Saale)
  • Krukenberg Krebszentrum, Universitätsklinikum Halle (Saale)
  • Evaluation Software Development

Förderung

  • Europäischer Fond für regionale Entwicklung (EFRE)

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Erfassung von patientenberichteter gesundheitsbezogener Lebensqualität (HRQOL=Health-Related Quality of Life) liefert relevante Informationen darüber, wie Krebspatient*Innen ihre Krankheit und Therapie persönlich erleben und welche Belastungen für sie damit einhergehen. Sie hilft dabei, die Patientenperspektive stärker in den Behandlungsprozess einzubringen. Obwohl viele Studien den Nutzen für die gezielte Supportivtherapie belegen, findet bislang in den meisten Kliniken noch keine standardmäßige Erfassung von HRQOL statt. Ein Grund dafür ist, dass die Einbindung in die klinische Routine eine komplexe Intervention darstellt, für die viele Aspekte, Komponenten und Beteiligte berücksichtigt werden müssen. Daher ist ein wissenschaftlich fundiertes, sorgfältig geplantes und strukturiertes Vorgehen notwendig.

Ziel

Projektziel ist es, die Implementierung der elektronischen Erfassung von HRQOL an einer onkologischen Fachabteilung nach wissenschaftlichen Standards zu planen, durchzuführen und zu evaluieren. Basierend auf den im Rahmen der Prozessevaluation gewonnenen Erkenntnissen soll ein Leitfaden für die Implementierung in anderen klinischen Settings entwickelt werden.

Methoden

Das Projekt wird in 5 Phasen durchgeführt: 1. Erfassung von Optimierungsbedarf und  abteilungsspezifischen Förderfaktoren und Barrieren für die Implementierung durch Ist-Stand Analyse mit Hospitation, Dokumentationsanalyse und Befragung; 2. Auswahl der Instrumente und Entwicklung von Behandlungspfaden für relevante Ergebnisse der HRQOL-Erfassung (z. B. für spezifische Symptome); 3. Entwicklung und Durchführung einer Schulung für klinisches Personal zum Umgang mit elektronischer HRQOL-Erfassung; 4. Stufenweise Implementierung begleitet durch kontinuierliches Monitoring; 5. Evaluation des Erfolgs der Implementierung mittels Dokumentationsanalyse, Erfassung der Patientenzufriedenheit mittels Befragung und Erstellung des Leitfadens zur Implementierung. 

Erwartete Ergebnisse

Das Vorhaben liefert Erkenntnisse zu Setting-spezifischen Förderfaktoren und Barrieren der Implementierung elektronischer Erfassung von HRQOL. Diese dienen als Grundlage für die Erstellung eines Leitfadens zur Einführung in andere klinische Settings. Der Leitfaden sollte im Rahmen einer folgenden multizentrischen Studie getestet werden, um die Verallgemeinerbarkeit zu verbessern und eine Anwendung für weitere Implementierungen der routinemäßigen Erfassung von HRQOL in verschiedenen Fachabteilungen zu fördern.

Kurztitel

  • PROTECT

Zeitraum

  • Mai 2021 bis April 2024

Leitung

Mitarbeit

  • Susan Gottschalk, B.Sc.
  • Fabian Wilde, B.Sc.
  • Selina Jasmin Wilkens

Förderung

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) - Förderkennzeichen: 01GY2008

Zusammenfassung

Hintergrund

Freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) wie Bettgitter und Gurte in Stuhl oder Bett werden in vielen Ländern regelmäßig im Akutkrankenhaus angewendet, obwohl wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit und Sicherheit fehlen. Gleichzeitig ist die Anwendung mit negativen Folgen wie Mobilitätseinschränkungen und verminderten Wohlbefinden für die Patient*innen verbunden. In  einer eigenen vorhergehenden Machbarkeitsstudie (MARAH) wurde ein komplexes Interventionsprogramm zur Vermeidung von FEM nach dem Modell zur Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen des englischen Medical Research Councils (MRC) für den akutstationären Bereich entwickelt. Insgesamt erwies sich die Intervention als machbar und wurde überwiegend positiv von den Zielgruppen beurteilt. Es wurde aber auch deutlich, dass eine Weiterentwicklung der Intervention, der Implementierungsstrategie und der Studienprozeduren notwendig ist.

Ziel

Das Ziel dieser Studie ist daher, die komplexe Intervention weiterzuentwickeln und zu pilotieren. Darüber hinaus zielt die Pilotstudie darauf ab, Studienprozeduren (z. B. Rekrutierungsstrategie, Datenerhebungsmethode) zu verbessern und Daten zur Bestimmung einer Stichprobengröße in Vorbereitung einer zukünftigen Wirksamkeitsstudie zu sammeln.

Methoden

In einer Vorbereitungsphase werden zunächst u. a. im Rahmen von Fokusgruppen und Einzelinterviews mit den Zielgruppen (z. B. Pflegende, ärztliches Personal, Physiotherapeut*innen, Patient*innen und Angehörigen) Verbesserungsbedarf bzgl. der Intervention und der Umsetzungsstrategien ermittelt. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden die Intervention und die Studienprozeduren überarbeitet. Anschließend wird eine explorative Cluster-randomisierte kontrollierte Studie mit einer Dauer von sechs Monaten durchgeführt. Es werden sechs bis acht Krankenhäuser in der Region Halle (Saale) und Leipzig rekrutiert und davon voraussichtlich 28 Stationen (mit ca. 924 Patient*innen pro Woche) zufällig der Interventions- und der Kontrollgruppe (Standardversorgung) zugeteilt. Zusätzlich wird eine umfangreiche Prozessevaluation durchgeführt.

Kurztitel

  • RehaTransHome

Zeitraum

  • November 2020 - April 2022

Leitung

Mitarbeiter*innen

Kooperationspartner

Förderung

TDG Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung über das Bundesministerium für Bildung und Forschung (FKZ 03WIR3103A)

Zusammenfassung

Hintergrund

Grundlegend für eine Teilhabeorientierung in der medizinischen Rehabilitation sind Kenntnisse zum jeweiligen Kontextes, in dem Teilhabe ermöglicht werden soll. Bei älteren Patient*innen und Patient*innen mit chronischen Einschränkungen der Funktionsfähigkeit steht im Rahmen des Entlassungsmanagements in der Regel die sichere Rückkehr ins häusliche Umfeld im Vordergrund.
Die Rehabilitationsklinik prüft im Rahmen des Entlassungsmanagements die Aufgabe (SGB V, §39 Abs. 1a), welche Folgemaßnahmen nach der Rehabilitation erforderlich sind, um den Rehabilitationserfolg zu sichern, die Rehabilitand*innen zu geeigneten Leistungen zu beraten und in der Beantragung zu unterstützen. In diesem Zusammenhang kann ein individuelles Wohnraumassessment Aufschluss über die Umweltanforderungen an die benötigten funktionellen Fähigkeiten der Patient*innen geben und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Teilhabeorientierung bei der Versorgung mit Hilfsmitteln und Wohnraumanpassungen sowie bei der Entwicklung individuell relevanter Teilhabe-orientierter Trainingsinhalte und Therapieziele.
Ein digital gestütztes, strukturiertes Wohnraumassessment (Smartes Wohnraumassessment) durch geführt durch Dritte kann während des Klinikaufenthaltes Fahrzeiten und zusätzliche Belastungen von Rehabilitand*innen und Therapeut*innen durch Fahrtwege reduzieren und ein konkretes Bild zur Wohnumgebung geben. Mithilfe dieser Informationen kann eine Grundlage für eine verbesserte teilhabeorientierte Therapie und eine zeitnahe Vorbereitung der häuslichen Umgebung geschaffen und durch zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs (Fehlversorgung mit Hilfsmitteln) beigetragen werden.

Ziel

Wissenschaftliches Ziel des Vorhabens ist es, eine komplexe Intervention zu entwickeln (Modellierungsphase), die bestmöglich das Smarte Wohnraumassessment in einen Pfad der klinischen Versorgung integriert und diese Intervention auf Machbarkeit und Akzeptanz bei den wichtigsten Nutzergruppen zu prüfen (Phase der Machbarkeit und Pilotierung), erste Hinweise auf mögliche Effekte der Versorgungsverbesserung zu gewinnen sowie Nutzungsbarrieren und weitere beeinflussende Kontextfaktoren der Praxis zu identifizieren.
Hierzu wird eine IT-Lösung entwickelt, die als Kernelement in einen klinischen Prozesspfad der Entlassungsvorbereitung integriert und pilotiert wird. Die IT-Lösung wird mittels eines Prototypen modelliert und untergliedert sich grob in die Teile zur Erfassung von Wohnraumdaten, deren Strukturierung/Verarbeitung und die Nutzung der Daten in VR-Anwendungen. Für die Erfassung des Wohnraumes werden existierende technische Lösungen und Dienstleister genutzt.

Kurztitel

  • REHA-Post

Zeitraum

  • 01.03.2021 - 31.08.2022

Leitung des Projektteams

Konsortialpartner

  • Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen

Mitarbeit

Förderung                 

  • GKV Spitzenverband   

Hintergrund: Bei Pflegebegutachtungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung wird obligatorisch geprüft, ob eine Rehabilitationsindikation vorliegt. Ist dies der Fall, wird eine Rehabilitationsempfehlung ausgesprochen, die durch versichertenseitige Zustimmung einen vereinfachten Rehabilitationszugang auslöst. Einer Feststellung der Rehabilitationsindikation geht allerdings ein komplexer Entscheidungsprozess voraus, bei dem im Einzelfall eine eindeutige Entscheidung für oder gegen eine Rehabilitationsleistung mit Unsicherheiten verbunden sein kann.

Ziele: Im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, dem Institut für Rehabilitationsmedizin und dem Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen soll dieser Unsicherheitsbereich erstmals im Hinblick auf das quantitative Ausmaß und die zugrundeliegenden Ursachen beschrieben werden. Damit soll der komplexe Prozess der Entscheidungsfindung bis zu einer Rehabilitationsindikation offengelegt und weitere Optimierungspotenziale abgeleitet werden.

Methoden: Im Fokus des ersten methodischen Schrittes stehen die Erfahrungen von Gutachter*innen Medizinischer Dienste der Krankenkassen (MDK) bezüglich der Feststellung von Rehabilitationsbedarf. Dazu werden qualitative Interviews mit Gutachter*innen mit pflegefachlichem und ärztlichem Hintergrund geführt. Die Ergebnisse aus diesem Schritt bilden die Grundlage für eine standardisierte Befragung weiterer Gutachter*innen der MDK. In einem Expertenworkshop werden die Ergebnisse der qualitativen und der standardisierten Befragung aufgegriffen, um Empfehlungen zur Verbesserung der gutachterlichen Sicherheit in der Einschätzung des Rehabilitationsbedarfs abzuleiten.

Kurztitel

  • SideKick

Förderung

  • Wilhelm-Roux-Programm FKZ: 31/07

Förderzeitraum

  •  Juli 2018 - Juni 2021

Zusammensetzung der Arbeitsgruppe:

Projektleitung 

  • Principal Investigator: Dr. med. Heike Schmidt, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Medizinische Fakultät der MLU Halle-Wittenberg
  • Prof. Dr. phil. Anke Steckelberg Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Medizinische Fakultät der MLU Halle-Wittenberg
  • Dr. med. Andrea Diestelhorst, Universitätsklinikum und Poliklinik für Strahlentherapie 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Hintergrund

Ältere Patienten mit Tumorerkrankungen sind sehr heterogen in Bezug auf körperliche und kognitive Funktionalität und häufig durch multiple Komorbidität belastet. Daher wird empfohlen, ergänzend zu klinischen Parametern ein geriatrisches Assessment durchzuführen und in die Therapieplanung einzubeziehen, um Risikofaktoren und Ressourcen zu identifizieren  z.B. körperliche und kognitive Funktion, Ernährungsstatus, soziale Unterstützung und Versorgungssituation aber auch die Lebensqualität der Patienten. Unter onkologischer Therapie kann die körperliche Funktion nachlassen, was zu einer Gefährdung der Alltagsfunktionalität und Selbstversorgung führen kann. Es mangelt jedoch an prospektiven Studien, um evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen zur individuellen Förderung der körperlichen Funktionalität älterer Krebspatienten unter Therapie abzuleiten.

Zielstellung

Im Rahmen der geplanten Studie soll eine multimodale Intervention zur Förderung der körperlichen Funktionsfähigkeit älterer onkologischer Patientinnen und Patienten in ambulanter strahlentherapeutischer Behandlung entwickelt und pilotiert werden. 

Für eine folgende klinische Studie soll die komplexe Intervention theorie- und -literaturbasiert entwickelt, modelliert, auf Machbarkeit und Akzeptanz geprüft und anschließend pilotiert werden.

Methode

Das Projekt mit einer Gesamtdauer von 3 Jahren gliedert sich in 3 Hauptabschnitte:

1. Abschnitt: Entwicklung der komplexen Intervention

1.1 Systematische Literaturrecherchen zu Identifizierung bereits eingesetzter Trainingsinterventionen, für ältere Patienten (≥ 60 Jahre), die alltagsrelevant Kraft, Ausdauer und Koordination adressieren, sowie von nutritiven Strategien. Ergänzend wird eine Erhebung von Bedarfen und Präferenzen der Zielgruppe durchgeführt. Die Ergebnisse werden zur Konzeptionierung der modularen Intervention genutzt.

1.2 Konsentierung aller inhaltlichen Komponenten der Intervention mit klinischen Kooperationspartnern, dem wissenschaftlichem Beirat und Patientenvertretern. 

1.3 Erstellung schriftlichen Materials und videobasierter Anleitungen mit besonderem Fokus auf Verständlichkeit, Förderung der Motivation und Verhaltensänderung. 

2. Abschnitt: Pretest, Evaluation ggf. Optimierung und Erstellung der Materialien

Im Rahmen eines Pretests soll eine erste Prüfung der Eignung für die Zielgruppe, Machbarkeit und Akzeptanz erfolgen. Der Pretest soll mit einem convenience sample älterer Menschen Alter>60, die eine Krebserkrankung in der Vorgeschichte haben (Zugang SAKG, Selbsthilfegruppen) erfolgen. Die Evaluation erfolgt anhand festgelegter Zielkriterien (Verständlichkeit

der Materialien, Interventionstreue, Barrieren und Akzeptanz) durch eine teilstrukturierte Befragung, die qualitativ ausgewertet wird. Nach erfolgter Optimierung erfolgt die Übertragung der Inhalte in digitale Materialien.

3. Abschnitt: Pilotierung 

Die Intervention soll randomisiert in zwei Varianten (papierbasiert und digital unterstützt) mit dem Ziel der Vorbereitung einer randomisierten Phase III Studie zur klinischen Evaluation in der Klinik für Strahlentherapie pilotiert werden. Über einen Zeitraum von 10 Monaten sollen Patientinnen und Patienten in ambulanter strahlentherapeutischer Behandlung (n=12 pro Interventionsarm; min. 2 pro Altersgruppe ≥ 60, 70 und 80 Jahre (möglichst ausgeglichene Geschlechterverteilung) eingeschlossen werden. Ziele dieser Pilotstudie sind die Erprobung der Rekrutierungsstrategie, der Randomisierung, der Interventionsdurchführung sowie die Abschätzung von Zeit und Personalaufwand). Im Rahmen einer Prozessevaluation wird die Machbarkeit aus Sicht der Patientinnen und Patienten und des Studienpersonals exploriert. Die Erhebung der Endpunkte z.B. körperliche Funktionsskala (EORTC QLQ-C30) dient der Stichprobenabschätzung der nachfolgenden Phase III Studie. 

Erwartete Ergebnisse

Erkenntnisse zu Machbarkeit und Akzeptanz, potentiellem Nutzen der Intervention. 

Wissenschaftlicher Beirat

Zusammensetzung des wissenschaftlichen Beirates: Prof. Stangl, Prof. Hübner, Apl. Prof. Schwesig, Dr. med. Regenspurger, Dr. F. Jahn, Dr. P. Jahn, Dr. Neef, CA Meisel, CA Faber, MA Golla, Dr. Stoevesandt sowie Sven Weise, Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft (SAKG), um den Zugang zu Vertreter/-innen der Krebsselbsthilfe herzustellen.

Kurztitel

  • STADPLAN

Zeitraum

  • August 2017 - September 2021

Projektleitung Standort Halle: 

Mitarbeiterin: 

Koordination des Verbunds: 

  • Prof. Falk Hoffmann, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Department für Versorgungsforschung 

Kooperationspartner/-in an anderen Standorten: 

  • Prof. Sascha Köpke (Lübeck), Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege; 
  • Prof. Juliane Köberlein-Neu (Wuppertal); Bergische Universität Wuppertal, Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsökonomik und Versorgungsforschung

Förderung

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung - Fkz:01GL1707C

Zusammenfassung

Hintergrund

Selbstbestimmte Entscheidungen zu Therapien oder lebensverlängernden Maßnahmen sind von immer größerer Bedeutung im Kontext der heutigen medizinischen Möglichkeiten. In Situationen der Entscheidungsunfähigkeit hilft dabei der schriftlich fixierte Patientenwille. Um diesen berücksichtigen zu können wurde das Konzept der „vorausschauenden Versorgungsplanung“ (Advance Care Planning – ACP) entwickelt. Ziel dieses Konzeptes ist es, Patientinnen und Patienten eine informierte Entscheidungsfindung zu ermöglichen und diese zu dokumentieren. Für einen reibungslosen Prozess ist die Verankerung des ACP-Prozess in das Gesundheitswesen notwendig. In den bisher durchgeführten internationalen Studien, wurde der Fokus vor allem auf Patientinnen und Patienten in der Endphase ihres Lebens in Krankenhaus oder Pflegeheim gelegt. ACP beginnt jedoch schon in früheren Lebensphasen.

Ziel

Ziel dieses Vorhabens ist es, ein für den deutschen Versorgungskontext der ambulanten Pflege adaptiertes ACP-Programm zu entwickeln. Anschließend soll die Wirksamkeit dieser komplexen Intervention im Vergleich zur bisherigen Praxis überprüft werden.

Methodisches Vorgehen

Es wird eine Cluster-randomisierte kontrollierte Studie mit einer Dauer von 12 Monaten durchgeführt. Dabei werden eine Interventionsgruppe (Schulung von Pflegepersonal zum ACP-Konzept) und eine Kontrollgruppe (optimierte Standardversorgung) gebildet. Insgesamt sollen 32 ambulante Pflegedienste rekrutiert werden, von denen jeweils 16 Pflegedienste der Interventions- oder Kontrollgruppe zufällig zugeteilt werden. Angestrebt wird dabei, dass in jedem Pflegedienst jeweils 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeschlossen werden können, so dass sich eine Gesamtstichprobe von 960 Personen ergibt. In der Interventionsgruppe erfolgt die Schulung von Pflegepersonal zu Prozessbegleiterinnen oder -begleitern, welche den Reflexions- und Diskussionsprozess zu vorausplanenden Behandlungsentscheidungen anstoßen und begleiten. Die verschiedenen Stufen und Ergebnisse des kontinuierlichen Kommunikationsprozesses werden dokumentiert, mit dem Ziel den ACP-Prozess in den Pflegealltag zu integrieren.

Als Zielgröße soll an erster Stelle gemessen werden, inwieweit sich der Anteil an Menschen, welche die eigene aktive Rolle im Umgang mit der eigenen Gesundheit stärker wahrnehmen, durch die Intervention verändert. Weitere Endpunkte sind das Vorhandensein von validen Patientenverfügungen, die Lebensqualität, Angst und Depression oder die Anzahl an Hospitalisierungen oder Institutionalisierungen. 

An der Studie beteiligen sich drei Studienzentren (Oldenburg, Lübeck, Halle) und es wird zusätzlich eine umfangreiche Evaluation der Prozesse sowie der gesundheitsökonomischen Aspekte (Wuppertal) durchgeführt. 

Stichworte

  •  Evaluationsstudie / Untersuchung der Wirksamkeit
  • Advance Care Planning
  •  ambulante Versorgung
  • Patientenverfügung
  •  selbstbestimmte Entscheidungsfindung

Kurztitel             

  • TeCoDem

Zeitraum            

  • Juli 2021 - Dezember 2022

Leitung               

  • Dr. Anja Bieber

Mitarbeit           

  • Dorothee Bauernschmidt
  • Julian Hirt
  • Fabian Wilde
  • PD Dr. Gero Langer
  • Prof. Dr. Gabriele Meyer

Förderung:         Bundesministerium für Bildung und Forschung, FKZ: 01KG2110

Demenz ist einer der häufigsten Gründe für Einschränkungen und Abhängigkeiten älterer Menschen. Im Verlauf der Demenz nehmen die geistigen Fähigkeiten und das Gedächtnis ab, die Aufmerksamkeit lässt nach und die Sprache schwindet. Im Verlauf benötigen die Betroffenen zunehmend Unterstützung durch andere. Oft übernehmen Angehörige die Pflege und Versorgung. Dabei wird Information und Beratung zum Verlauf der Demenz benötigt, zu Pflegetechniken, der Bewältigung von Pflegeproblemen, aber auch zu Möglichkeiten der qualifizierten Unterstützung. Technik-gestützte Beratungsangebote sind eine Option zum Überwinden von Hürden des Zugangs, wie fehlende Vor-Ort-Angebote oder Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie, aber auch bei Schamgefühl. Bislang gibt es wenige Beratungsangebote für Menschen mit Demenz und wissenschaftliche Evaluationen sind rar. Gemäß bisherigen Erkenntnissen ist eine telefonische Beratung geeignet, Belastungen pflegender Angehöriger zu senken. Neben der telefonischen Beratung gewinnen andere Techniklösungen an Bedeutung, wie Online-Beratung oder mobile Anwendungen. Für die Studie soll eine bisher im Bereich der Pflege und Versorgung bei Demenz kaum angewendete Forschungsmethode zum Einsatz kommen. Die Qualitative Comparative Analysis (QCA) ermöglicht aus der Literatur Bedingungen und Ausprägungen bestimmter Eigenschaften herauszufinden und im Zusammenhang mit genannten Zielen von Beratungsangeboten zu beschreiben. Kurz gesagt, es wird untersucht, was genau ein gutes Beratungsangebot ausmacht und wofür technikgestützte Beratungsangebote bei Demenz nachweislich Wirkungen zeigt. Es werden Studien systematisch analysiert, die zwei oder mehr Studiengruppen miteinander vergleichen.

Damit wird in der Studie ein Methoden-Mix eingesetzt, mit dem weiterreichende Erkenntnisse erzielt werden können, als dies mit einfachen Ursachen-Wirkungs-Analysen möglich wäre.

Kurztitel

Zeitraum

  • Oktober 2018 - September 2022

Projektleitung

Mitarbeiter/-in

Förderung

  • European Commission, Horizon 2020, Call: H2020-MSCA-ITN-2018, Marie Skłodowska-Curie Innovative Training Networks

Koordinator

  • Katholieke Universiteit Leuven, Belgien

Partner

  • Curaviva, Schweiz, Universität Basel
  • Uniwersytet Jagiellonski, Polen
  • Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana, Italien
  • Universiteit Maastricht, Niederlande
  • Federatie van Wit-Gele Kruisverenigingen van Vlaa, Belgien
  • Rabin Medical Center, Beilinson Hospital, Petah-Tiqva, Israel

Hintergrund

TRANS-SENIOR bildet Nachwuchswissenschaftler/-innen aus, die sich für innovative Lösungen der Pflege und gesundheitlichen Versorgung älterer Bürger/-innen einsetzen. Die TRANS-SENIOR Promotionsprojekte haben zwei Perspektiven: 

  1. die Vermeidung von unnötigen Transitionen zwischen Versorgungssettings im Krankheits-, Pflege- und Behandlungsverlauf, wie ungeplante Krankenhauseinweisungen oder Pflegeheimeinweisungen und 
  2.  die Optimierung der Transitionen, wenn diese unumgänglich sind. 

TRANS-SENIOR intendiert wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen 

  1. wo Transitionen vermeidbar sind, 
  2. zu den Vorteilen von innovativen Transitionsmodellen,
  3. zu Methoden der aktiven Einbindung von Seniorinnen und Senioren in Pflege-/Versorgungsinnovationen und zur nachhaltigen Implementierung von Interventionen zur Vermeidung unnötiger Transitionen und der Optimierung der Transition.    

TRANS-SENIOR schließt 13 Nachwuchswissenschaftler/-innen ein. Jeweils zwei Universitäten sind in die Betreuung jedes Doktoranden bzw. jeder Doktorandin eingebunden. Der Doktortitel wird jeweils von beiden betreuenden Universitäten vergeben. Kontakte zu Praxispartnern in den Projekten sind vertraglich gesichert.