Umfrage zur Nutzung unserer Internetseite
Sehr geehrte/r Besucher/in unseres Internetauftrittes,

wir, das Universitätsklinikum Halle (Saale), führen im Moment eine Umfrage über die Nutzung unserer Internetseite durch. Mit den Ergebnissen dieser völlig anonymen und freiwilligen Umfrage wollen wir unsere Seite für Sie attraktiver und besser nutzbar machen. Wir würden uns deshalb sehr über Ihre Teilnahme freuen. Das Beantworten der Fragen dauert auch nur wenige Minuten.

Unsere Datenschutzinformationen finden Sie unter Datenschutzerklärung
Teilnehmen
Ich möchte nicht teilnehmen
Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

Größte Gesundheits-Bevölkerungsstudie der Bundesrepublik vor dem Start – Mediziner der Universität Halle nehmen teil – 100 Freiwillige für Testphase gesucht

 200.000 Bürger sollen über die nächsten zehn bis zwanzig Jahre in eine neue, groß angelegte und bundesweite Bevölkerungsstudie zur Erforschung häufiger chronischer Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf- oder Demenzerkrankungen eingebunden werden. In dieses größte epidemiologische Forschungsprojekt in der bundesdeutschen Geschichte sind auch die Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eingebunden. Allein in Halle sollen 10.000 Bürger in die Studie einbezogen werden, gemeinsam mit Leipzig kommen weitere 10.000 Studienteilnehmer hinzu. Ziel ist es, die Ursachen von häufigen multifaktoriellen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und Demenzerkrankungen zu erforschen, Risikofaktoren zu identifizieren und damit neue Wege für die Prävention zu erschließen. Denn das Zunehmen chronischer Erkrankungen stellt die Gesundheitssysteme - nicht nur in Deutschland - vor eine große Herausforderung.

 

Das Bundesgesundheitsministerium, die Helmholtz-Gesellschaften und Universitäten haben daher den Aufbau und die Durchführung einer nationalen Kohortenstudie eingeleitet. Bevor diese Studie im kommenden Jahr gestartet wird, führen die Wissenschaftler ab Frühjahr 2011 noch verschiedene Machbarkeitsstudien durch, in denen die verschiedenen Untersuchungsmethoden und die Abläufe getestet werden. Für diese Machbarkeitsstudien suchen das hallesche Institut für Klinische Epidemiologie und das Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik noch freiwillige Teilnehmer: "Wir benötigen 100 Freiwillige, die sich von uns untersuchen lassen", sagt Professor Dr. Andreas Stang, Direktor des Instituts für Klinische Epidemiologie und Mitglied der Planungskommission der Studie. Diese Machbarkeitsstudien sollen im April starten und bis August dauern. Sie nimmt die Elemente der eigentlichen Studie auf. In ihnen werden Untersuchungselemente der späteren Studie vorab getestet. Es wird unter anderem die körperliche Fitness an Hand verschiedener Parameter getestet, es werden Schlaflaboruntersuchungen durchgeführt und es erfolgt eine Untersuchung der Blutgefäße. Mit den Machbarkeitsstudien soll überprüft werden, ob die Untersuchungsmethoden, die Logistik, die Datenübertragung und die Koordinierung zwischen den einzelnen Studienzentren den Alltagsanforderungen gerecht werden.

Die freiwilligen Teilnehmer müssen mit einem zeitlichen Aufwand von zwei Stunden rechnen. Alle erhalten eine Basisuntersuchung (dazu gehören unter anderem Bluttest, Blutdruck und anthropometrische Untersuchungen - Feststellung der Körpermaße), darüber hinaus werden die Teilnehmer jeweils einen weiteren Test aus den Bereichen Schlafmefdizin, körperliche Fitness und Gefäßparameter absolvieren. Alle Freiwilligen werden zudem von den Experten zu ihrem Gesundheitszustand und -verhalten interviewt. Die Teilnehmer sollten zwischen 20 und 69 Jahre alt sein und in Halle und Umgebung wohnen. Anmeldung unter machbarkeitsstudie@medizin.uni-halle.de oder Telefon (0345) 557-3579. Die Teilnehmer erhalten als Gegenleistung Informationen über ihren Gesundheitszustand sowie eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro.

Die eigentliche Nationale Kohorten-Studie startet dann im kommenden Jahr. In den neunzehn Studienzentren in Deutschland werden insgesamt 200.000 Personen untersucht, hinzu kommen 25.000 Migranten. Das Bundesbildungs- und Forschungsministerium, die Länder und die Helmholtz-Gesellschaft fördern die Studie mit voraussichtlich insgesamt 210 Millionen Euro. Auf Grund ihres guten Rufes sowie der Erfahrungen mit einer Bevölkerungsstudie (CARLA-Studie) wurden die wird eines der 19 Untersuchungszentren an den epidemiologischen Institute der Martin-Luther-Universität angesiedelt. Nach der Erstuntersuchung werden die Probanden drei bis fünf Jahre später erneut untersucht. Geplant ist zudem, in einem weiteren, ähnlichen Zeitintervall eine erneute Untersuchung durchzuführen. Ausgewählt werden die Teilnehmer aus Halle und dem Saalekreis nach einem Zufallsprinzip aus dem Melderegister. Die 20- bis 69-Jährigen werden dann zur Untersuchung eingeladen. Professor Stang: "Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig." Die Experten hoffen auf eine Rücklaufquote von etwa 60 Prozent. "Unser Ziel ist es, ein repräsentatives Abbild der Bevölkerung zu erstellen." Nach drei bis fünf Jahren sollen die ersten Ergebnisse der Nationalen Kohorte veröffentlicht werden.

Mittels Fragebögen werden umfangreiche Informationen zu psychosozialen Faktoren, Lebensstil (z.B. körperlicher Aktivität, Ernährung und Rauchen), medizinischer Vorgeschichte und Einnahme von Medikamenten erhoben. Hinzu kommt eine medizinische Untersuchung - vom Hörtest bis zu einem Herz-Ultraschall und EKG. Darüber hinaus werden allen Studienteilnehmern Blutproben entnommen und für spätere Forschungsprojekte in einer zentralen Bioprobenbank gelagert. Bei der Nachunterschung sollen dann beispielsweise Veränderungen wie die Zunahmen der Gefäßwandverdickung festgestellt und in Zusammenhang mit dem Lebensstil gesetzt werden.

Transplantation: 25 Mediziner aus Italien kommen zum Erfahrungsaustausch nach Halle

Zu einem Erfahrungsaustausch kommen 25 italienische Transplantationschirugen sowie Nephrologen  vom 30. März bis 1. April 2011  an das Universitätsklinikum nach Halle (Saale). Italien möchte Mitglied von Eurotransplant werden. Diese Organisation  ist Vermittlungsstelle für Organspenden in den Benelux-Ländern, Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien.  Von dieser internationalen Zusammenarbeit aller Transplantationszentren, Gewebetypisierungslaboratorien und Krankenhäusern, in denen Organspenden durchgeführt werden, möchte das Mittelmeerland profitieren. Weitere Ziele des Treffens sind unter anderem die Förderung von Forschungen zur Verbesserung der Transplantationsergebnisse sowie die Diskussion über die Organisation der Organtransplantation in Deutschland und Italien.

Die Transplantationsmediziner aus Italien wollen die Struktur, die Logistik sowie die chirurgischen Operationstechniken eines renomierten deutschen Transplantationszentrums kennenlernen. In Halle werden seit mehr als 40 Jahren Nieren transplantiert. Der hallesche Urologe und Nierentransplanteur Professor Dr. Paolo Fornara wird mit seinem Team während des Erfahrungsaustausches drei laparoskopische Lebendnierenspenden durchführen. Nachmittags werden in verschiedenen Vorträgen medizinische, chirurgische sowie juristische Aspekte der Lebendspende detailliert analysiert und zur Diskussion gestellt. Dr. Christa Wachsmuth, Geschäftsführende Ärztin der DSO, Organspenderegion Ost, sowie Vertreter von Eurotransplant sind als Referenten eingeladen. Diese Fort- und Weiterbildungsveranstaltung wird über die Akademie der Deutschen Urologen von der Landesärztekammer Sachsen-Anhalt mit 27 CME-Punkten honoriert.

Modernste Technik am Krankenbett

iPADs unterstützen studentische Lehre

 Am Universitätsklinikum Halle (Saale) wird pünktlich zum Start in das Sommersemesters 2011 ein modernes System zur studentischen Lehre am Krankenbett eingeführt. Der Projektleiter, Professor Johannes Wohlrab aus der Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, demonstrierte am vergangenen Freitag wie das mit Unterstützung des Studiendekanats etablierte Computersystem funktioniert. Mit Hilfe von iPADs, tragbaren Kleincomputern, die über ein drahtloses Netzwerk  mit Informationen bestückt werden, können die Seminarleiter den Medizinstudentinnen und -studenten typische Befunde, Röntgenaufnahmen und Krankheitsbilder demonstrieren und so anschaulich den Unterricht gestalten. "Durch die sehr rasch verfügbaren Informationen und Bilder können direkt am Krankenbett sehr situationsgerecht typische Befunde demonstriert werden." so Wohlrab. Die eigens zu diesem Zweck zusammengestellten Inhalte und Bilder wurden in einem Probelauf getestet und für die Systemsoftware aufgearbeitet. Auch der Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, die das System nun erstmals einsetzt, Professor Wolfgang Ch. Marsch ist von den Möglichkeiten der neuen Technik begeistert. "Noch nie war es möglich, so unkompliziert studentische Lehre zu bereichern," schwärmt Marsch "um umfangreich Lehrmaterial in die Ausbildung unserer zukünftigen Ärztinnen und Ärzte einzubeziehen." Der Studiendekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dieter Körholz, lobte den Einsatz der Kollegen: "Wieder einmal zeigt es sich, dass das besondere Engagement von Hochschullehrern Früchte trägt. Studentische Lehre auf so hohem methodischen und inhaltlichen Niveau ist vorbildhaft." Das Projekt ist Teil einer Initiative der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität, welche die studentische Lehre nachhaltig verbessern soll.

Prostatakarzinom: Hallesche Uni-Urologen setzen weltweit erstmals Nano-Detektor zur Isolierung von zirkulierenden Tumorzellen ein

Die Isolierung, Auszählung und Charakterisierung von im Blut zirkulierenden Tumorzellen (CTC) hat an Aktualität in der Krebsforschung gewonnen. Den zirkulierenden Tumorzellen wird von Wissenschaftlern in der Diagnostik, Therapieüberwachung und Prognoseeinschätzung von verschiedenen Tumorarten eine Bedeutung zugeschrieben. Auch im Bereich der urologischen Onkologie wird auf diesem Gebiet geforscht. Als Alternative zur herkömmlichen Charakterisierung von Tumorzellen aus Biopsien (Gewebeproben) ermöglicht die Charakterisierung der in der Blutbahn zirkulierenden Tumorzellen eine Aussage hinsichtlich der Prognose des Krankheitsverlaufes und der Effektivität systemischer adjuvanter, heilender oder palliativer Behandlungen. Es wird angenommen, dass das Potential von zirkulierenden Tumorzellen einen wesentlichen Bestandteil in der Entwicklung von Fernmetastasen darstellt. Allerdings kommen die Tumorzellen im Blut extrem selten vor: eine dieser Zellen kommt auf fünf bis zehn Millionen Blutzellen. Umso wichtiger ist es, diese Tumorzellen nachweisen zu können.

 

Im Rahmen eines fächerübergreifenden Projektes wird an der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie (Direktor Prof. Dr. Paolo Fornara) die weltweit erstmalige klinische Anwendung eines mit anti-EPCAM-Antikörper beschichteten Nanodetektors zur Isolierung dieser Zellen aus dem peripheren Blut von Patienten mit Prostatakarzinom geprüft. Der Nano-Detektor (Functionalized Structured Medical Wire-FSMW) besteht aus einem mit Nano-Goldpartikeln geladenen Stahldraht und wird von einer Firma aus Potsdam hergestellt. Die Firma Gilupi (Potsdam) war mit dem Nanodetektor Gewinner des Innovationswettbewerbs Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Der Draht ist an einem Ende über einen zwei Zentimeter langen Bereich mit Gold und einem Polycarboxylat beschichtet. An dieser Oberfläche sind Antikörper gekoppelt, die gegen EpCAM-Antigene auf den zirkulierenden Tumorzellen gerichtet sind und diese identifizieren können. Innerhalb von etwa einer halben Stunde wird das gesamte Blutvolumen auf zirkulierende Tumorzellen untersucht. Der Draht wird über eine Armvene eingeführt Die Antikörper binden die Krebszellen und "fischen" diese aus dem Blut heraus. Bei der Untersuchung geht es aber zunächst nur um die Diagnostik (Feststellen, Quantifizieren), eine Therapie (Entfernen der Tumorzellen) ist aber künftig denkbar.

Der Nanodetektor wurde im Herbst 2010 durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM als Medizinprodukt anerkannt. Die klinische Studie mit Prostatakarzinom-Patienten wurde gerade gestartet. Sie umschließt Patienten mit einem Prostatakarzinom (in allen Stadien) am Universitätsklinikum Halle (Saale). Weitere Tumorentitäten könnten im nächsten Jahr in den Untersuchungen eingeschlossen werden.

Vortrag über Darmkrebs: Diagnostik, Therapie, Vorbeugung

Jährlich erkranken in Deutschland über 70.000 Menschen an Darmkrebs, knapp 30.000 von ihnen sterben daran. Darmkrebs ist in Deutschland sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen. Darmkrebs tritt überwiegend nach dem 50. Lebensjahr auf und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Doch trotz der alarmierenden Zahlen ist Darmkrebs bei uns immer noch ein Tabuthema. Dabei können zum Beispiel Polypen direkt im Rahmen einer Darmspiegelung entfernt und Darmkrebs frühzeitig erkannt werden. Ab dem 50. Lebensjahr wird eine Krebsvorsorgeuntersuchung empfohlen. Wird ein Darmkrebs erkannt, können Tumore mit Hilfe der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie effektiv entfernt werden. Aber auch bei fortgeschrittener Tumorbildung stehen effektive Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Daher: Vorsorge und Früherkennung retten Leben. Anlässlich des Darmkrebs-Monates spricht Professor Dr. Thomas Seufferlein, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I, im Rahmen der öffentlichen Vorlesungsreihe des Universitätsklinikums für Interessierte und Gäste am Donnerstag, 31. März 2011, über den Darmkrebs.

Die kostenlose Veranstaltung, gemeinsam mit der Krankenkasse BKK Novitas durchgeführt, beginnt um 17.30 Uhr im Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, Lehrgebäude/Hörsaal. Professor Seufferlein gibt in seinem leicht verständlichen Vortrag einen Überblick über die Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten (inkl. Chirurgie und Nachsorge nach Operation) und Vorsorgemaßnahmen von Darmkrebs sowie die Vorbeugung, beispielsweise durch Ernährung. Des Weiteren berichtet der Experte über die aktuelle Studie "Mit Grünem Tee dem Darmkrebs vorbeugen". Im Anschluss daran haben die Besucher die Gelegenheit, ihre individuellen Fragen an den Referenten zu stellen.

Zur neuen Studie: Grüner Tee gehört zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Getränken der Welt. Er wird hauptsächlich aus den Blättern der Pflanze Camellia Sinensis hergestellt und gilt besonders in Asien als Lebenselixier. Das Heißgetränk wirkt positiv auf Herz und Kreislauf, es scheint aber auch vor Krebs zu schützen. Wissenschaftler der Universitäten Halle (Saale) und Ulm untersuchen nun in einer Langzeitstudie die krebsvorbeugenden Eigenschaften des Grüntees, insbesondere gegen Darmkrebs. Die Deutsche Krebshilfe fördert das weltweit größte Forschungsvorhaben zu dieser Fragestellung mit insgesamt 2,1 Millionen Euro. Die Wissenschaftler um Professor Dr. Thomas Seufferlein von der Universitätslinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Halle (Saale) und Professor Dr. Julia Stingl vom Institut für Naturheilkunde und Klinische Pharmakologie der Universität Ulm untersuchen nun den Nutzen von Grünem Tee zur Darmkrebsvorsorge. Zielgruppe der Studie sind Patienten, bei denen im Rahmen der Krebs-Früherkennung bereits der Darm gespiegelt und dabei so genannte Polypen entdeckt und entfernt wurden. Polypen sind die gutartigen Vorstufen von Darmkrebs. Das Entfernen dieser Geschwülste kann die Entstehung von Krebs verhindern. Weitere Informationen unter www.medizin.uni-halle.de

Aus organisatorischen Gründen bitten wir, sich bei Interesse an dieser Veranstaltung, unter der Telefonnummer 01802-555806 (6 Cent/Anruf, maximal 42 Cent/ Minute Mobil; Servicecenter der Novitas BKK) oder unter anzumelden.

Reproduktionsmediziner laden zum Kolloquium ein

Für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ist eine wichtige Frage in der Beratung, wie hoch die individuellen Chancen für eine erfolgreiche Fertilitätsbehandlung sind. In den vergangenen Monaten wurden hierüber neue praxisrelevante Erkenntnisse gewonnen, sowohl von Seiten der Frau als auch des Mannes. Durch die möglichst genaue Erfassung der Ausgangssituation bei dem Paar wird es auch möglich, eine individuell optimierte Kinderwunschtherapie anzubieten. Während des Reproduktionsmedizinischen Kolloquiums des halleschen Zentrums für Reproduktionsmedizin unter Leitung von Professor Dr. Hermann Behre berichten Experten über die aktuellen Entwicklungen. Die Weiterbildung für Mediziner findet am Mittwoch, 30. März 2011, zwischen 18 und 20.30 Uhr im Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, Lehrgebäude, Hörsaal 4, statt. Das Programm ist unter www.medizin.uni-halle.de/zra verfügbar.



HENNIG-Vertigo-Preis an Professor Plontke verliehen

Prof. Dr. Stefan Plontke, Direktor der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde), ist mit dem HENNIG-Vertigo-Preis ausgezeichnet worden. Die Wahl der interdisziplinären Experten-Jury für den mit 10.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis fiel auf die Arbeiten von Prof. Dr. Stefan Plontke für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung von Erkrankungen des Hör- und Gleichgewichtsorganes. In seiner Laudatio würdigte Prof. em. Dr. Hans Scherer (ehemaliger Direktor der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Charité Berlin) insbesondere die Bedeutung der Arbeiten für die Entwicklung neuer Therapieformen bislang therapieresistenter Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans und des Gehörs.

Feierlich überreicht wurde der Preis durch Prof. Dr. Hans Scherer, dem geschäftsleitenden Gesellschafter von Hennig Arzneimittel Dr. Kai Schleenhain, sowie Dr. Wolfgang Baumann, dem Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung in diesem Unternehmen. Der HENNIG-Vertigo-Preis wurde erstmals im Jahre 2002 verliehen. Bei ihrer Auswahl der Preisträger achtet die Jury vor allem darauf, dass die Forschungsergebnisse eine hohe klinische Relevanz für Diagnose und Therapie von Schwindel und Gleichgewichtserkrankungen besitzen.

Zur Person

Prof. Dr. Stefan Plontke studierte Medizin von 1990 bis 1997 an der Charité in Berlin, in Großbritannien und den USA. Seine Promotion schloss er mit der Note "summa cum laude" ab. Zwischen 1999 und 2003 war Prof. Dr. Plontke Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Tübingen bei Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Peter Zenner und forschte seitdem zusätzlich als Leiter der Arbeitsgruppe Innenohrpharmakologie am Hörforschungszentrum Tübingen (THRC). Zwei Jahre später wurde er zum Oberarzt der Klinik ernannt und habilitierte 2006. Die Ernennung zum Professor erfolgte 2009. Prof. Dr. Plontke ist Gutachter für verschiedene wissenschaftliche Zeitschriften und wurde für unterschiedliche Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet. Seit dem 1. Juli 2010 ist Prof. Dr. Plontke neuer Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale).

Halle, 22. März 2011

Foto: Hennig Arzneimittel

4. Sachsen-Anhaltischer Krebskongress mit Experten aus Halle

Das Thema Krebs ist allgegenwärtig und nahezu 426.800 Menschen erkranken jährlich in Deutschland daran. Trotz der erheblichen Verbesserungen in der medizinischen Behandlung in den vergangenen Jahren und den gestiegenen Überlebenschancen ist Krebs nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Ein Grund mehr diese Erkrankung zu thematisieren und in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen. Am 25. und 26. März 2011 findet in Magdeburg der 4. Sachsen-Anhaltische Krebskongress statt. Im Mittelpunkt des Kongresses steht die Darstellung der Onkologie als interdisziplinäres Fachgebiet mit Bezug zur theoretischen und klinischen Forschung, zur Epidemiologie und Versorgungsforschung mit regionalem Bezug. Themenschwerpunkte sind alle häufigen Tumorentitäten (wie z. B. Brust-, Prostata-, Lungen-, Darm-, Gebärmutterkrebs, Leukämien, Lymphome u. a.), onkologische Rehabilitation, Psychosoziale Onkologie sowie spezielle Themen aus der Onkologie des Landes. Auch die hallesche Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum Halle (Saale) sind mit zahlreichen Experten in Magdeburg vertreten. Professor Dr. Hans-Joachim Schmoll (Direktor der halleschen Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV) ist Präsident der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft.

Gleichzeitig wird es am Samstag den 26. März 2011 eine gesundheitspolitische Podiumsdiskussion zum Thema "Bismarck am Ende?" geben, in der sich unterschiedliche Sprecher verschiedener Parteien und Institutionen auseinander setzen. Dazu sind gleichermaßen das Fachpublikum als auch die breite Bevölkerung herzlich eingeladen. Im Anschluss daran wird ein Patientenforum für krebskranke Menschen, deren Angehörige, Freunde und Bekannte sowie alle Interessierten stattfinden und zu Unterstützungsmöglichkeiten und Patienteninformationen, gynäkologischen und urologischen Krebserkrankungen sowie Krebserkrankungen des Verdauungstraktes informieren. Der Eintritt zur Podiumsdiskussion und zum Patientenforum ist frei. Informationen zum Programm finden Sie unter http://www.krebsgesellschaft-sachsen-anhalt.de

Reisestipendium: Erfahrungsaustausch mit europäischen Kinderorthopäden

Zusammen mit Dr. Stephanie Böhm vom Universitätskinderspital beider Basel (Schweiz) war Dr. Susanne Lebek (hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Orthopädie) das Reisestipendium der deutschsprachigen Vereinigung für Kinderorthopädie 2010 zuerkannt worden. Die beiden Ärztinnen reisten dazu in den vergangenen Monaten zu verschiedenen Hospitationen in die kinderorthopädischen Zentren des Hospital San Joan de Deu (Barcelona), des Astrid-Lindgren-Krankenhauses (Karolinska-Institut) in Stockholm, des Royal Liverpool Childrens Hospital Alder Hey und des Hospital for Sick Children in Edinburgh (Großbritannien).

In Barcelona wurden Kontakte zu Dr. Ana Ey Batlle, die sich vor allem mit der Weiterentwicklung des Ponseti-Konzeptes zur Behandlung angeborener Klumpfüße beschäftigt, geknüpft. Diese Weiterentwicklung betrifft die Anwendung der Ponseti- Behandlung bei neurologischen Erkrankungen und Syndromen sowie die minimalinvasiv-chirurgische Behandlung von Rezidiv-Klumpfüßen.

In Stockholm und Liverpool beeindruckten vor allem die sehr gut ausgestatteten und funktionierenden Ganglabore, deren Arbeit bei der Behandlung von Kindern mit Zerebralparesen voll integriert ist. Der neue Direktor der halleschen Orthopädischen Uniklinik, Professor Karl-Stefan Delank, ist am Ausbau des vorhandenen Ganglabors der Klinik und seiner stärkeren Nutzung für kinderorthopädische Fragestellungen sehr interessiert. In Südschweden gibt es seit 15 Jahren das so genannte CP-Register, was eingerichtet wurde, um durch interdisziplinäre Behandlung von Kindern mit Zerebralparese, Hüftluxationen zu verhindern. Dieses soll jetzt in ganz Schweden geführt werden.

Bei einem Treffen mit dem orthopädischen Koordinator Dr. Per Astrand konnten die Chancen und Schwierigkeiten dieser Arbeit besprochen werden. Die Schotten und die Kollegen in Liverpool bereiten die Einführung eines solchen Registers vor. "Bei uns bestehen alle Voraussetzungen, um ebenfalls eine interdisziplinäre und strukturierte Behandlung für Kinder mit Zerebralparese einzuführen", berichtet Dr. Lebek. Diese Reise sei zum Austausch von Wissen und Informationen, Bilden von Netzwerken und als Ansporn zur Verbesserung und Ausbau kinderorthopädischer Anstrengungen am Universitätsklinikum Halle ungemein wichtig gewesen.

Foto: Stephanie Böhm (li) und Susanne Lebek (re) mit Eva Pontén (Mitte) vom Astrid- Lindgren -Krankenhaus, Stockholm

Halle, 21. März 2011

Mit Grünem Tee Darmkrebs vorbeugen - Forschung wird mit 2,1 Millionen Euro gefördert

Grüner Tee gehört zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Getränken der Welt. Er wird hauptsächlich aus den Blättern der Pflanze Camellia Sinensis hergestellt und gilt besonders in Asien als Lebenselixier. Das Heißgetränk wirkt positiv auf Herz und Kreislauf, es scheint aber auch vor Krebs zu schützen. Wissenschaftler der Universitäten Halle (Saale) und Ulm untersuchen nun in einer Langzeitstudie die krebsvorbeugenden Eigenschaften des Grüntees, insbesondere gegen Darmkrebs. Die Deutsche Krebshilfe fördert das weltweit größte Forschungsvorhaben zu dieser Fragestellung mit insgesamt 2,1 Millionen Euro. Die Wissenschaftler um Professor Dr. Thomas Seufferlein von der Universitätslinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Halle (Saale) und Professor Dr. Julia Stingl vom Institut für Naturheilkunde und Klinische Pharmakologie der Universität Ulm untersuchen nun den Nutzen von Grünem Tee zur Darmkrebsvorsorge. Zielgruppe der Studie sind Patienten, bei denen im Rahmen der Krebs-Früherkennung bereits der Darm gespiegelt und dabei so genannte Polypen entdeckt und entfernt wurden. Polypen sind die gutartigen Vorstufen von Darmkrebs. Das Entfernen dieser Geschwülste kann die Entstehung von Krebs verhindern.

Bereits seit Jahrtausenden wird in China Grüner Tee getrunken. Nach traditioneller Überlieferung wirkt er sich positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit aus. Im 16. Jahrhundert fanden die Blätter der Teepflanze erstmals ihren Weg nach Europa und wurden hier als pflanzliches Heilmittel verkauft. Vor einigen Jahren haben Wissenschaftler schließlich herausgefunden, dass ein bestimmter Inhaltsstoff des Grünen Tees, ein Pflanzenhormon mit dem wissenschaftlichen Namen Epigallocatechin-3-gallat (ECGC), vor bestimmten Krebsarten schützen kann. In verschiedenen Forschungsarbeiten haben sie beobachtet, dass ECGC die Entstehung von Tumoren der Prostata, Brust und Gebärmutter hemmt.

Im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) finden Ärzte bei jedem vierten Patienten einen oder mehrere Polypen. Ob durch den regelmäßigen Genuss von grünem Tee vermieden werden kann, dass sich neue Polypen bilden, wollen die Wissenschaftler nun untersuchen. Dazu erhalten Versuchsteilnehmer entweder eine tägliche Dosis Grüntee-Exrakt in Form von Kapseln oder identische Kapseln ohne Wirkstoff. Diese werden über einen Zeitraum von drei Jahren eingenommen. Eine einzelne EGCG-Kapsel enthält 300 Milligramm EGCG. Zum Vergleich: Eine Tasse Grüner Tee enthält etwa 50 bis 70 Milligramm des Wirkstoffs.

Alle vier Monate entnehmen die Ärzte den Patienten Blut, um ihre Leber- und Blutwerte zu kontrollieren. Zudem fragen sie die Teilnehmer regelmäßig, ob diese die Kapseln eingenommen, zusätzlich Grüntee getrunken oder andere Medikamente bekommen haben. Außerdem wird nach drei Jahren mittels Koloskopie ermittelt, ob und wie viele neue Polypen sich gebildet haben

"Bestätigt sich unsere Hypothese, dass Grüner Tee vor Darmkrebs schützt, dann könnten die Ergebnisse direkt in die klinische Praxis übertragen werden", erklärt Seufferlein. Doch der Wissenschaftler will nicht zu früh Hoffnung wecken: "Die Annahme, dass das Trinken von Grüntee möglicherweise eine vergleichbare vorbeugende Wirkung wie Tee-Extrakt in Kapselform hat, werden wir aus unseren Daten nicht ohne weiteres ableiten können. Die Menge des Wirkstoffs variiert je nach Zubereitung stark und eine genaue Dosierung von EGCG, also dem hauptwirksamen Bestandteil, ist nur schwer möglich."

Hintergrund-Information: Darmkrebs

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in Deutschland. Jedes Jahr erkranken 73.000 Menschen neu daran. Rund 28.000 Betroffene sterben jährlich an einem bösartigen Tumor des Darms. Die wichtigste Waffe gegen Darmkrebs ist die Früherkennung. Denn früh genug erkannt, ist der Tumor fast immer heilbar. In fortgeschrittenen Erkrankungsstadien sinken die Heilungschancen jedoch deutlich ab. Die Deutsche Krebshilfe bietet allgemeinverständliche Informationsmaterialien zum Thema Darmkrebs an. Die Ratgeber, Präventionsfaltblätter und Plakate sowie ein Patienten-Informationsfilm auf DVD können kostenlos bestellt werden bei: Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, oder im Internet unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

Text: Deutsche Krebshilfe

Halle, 18. März 2011

Doppelt gesammelt: Kosmetikerin übergibt Spende

Über eine Spende von etwa 1100 Euro kann sich der Verein zur Förderung krebskranker Kinder zur Verwendung auf der Station 1 der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin freuen. Die Übergabe erfolgte am Mittwoch, 16. März 2011. Die Kosmetikerin Felicitas Bachmann aus Görzig feierte ein Geschäftsjubiläum und verzichtete auf Blumen und Geschenke. Das Engagement kam aus einer eigenen Erfahrung heraus: Der Vater ihrer Enkeltochter war Patient auf der Station. Die Spendenübergabe verzögerte sich, da bei einem Einbruch im Kosmetiksalon unter anderem auch die Spendendose gestohlen worden war. Die Kosmetikerin startete eine erneute Sammlung, viele Kunden und auch anonyme Spender, selbst ermittelnde Polizeibeamte spendeten. Einer der mittlerweile gefassten Täter entschuldigte sich inzwischen.

"Meckels Messerzüge": Wilhelm Bartsch stellt Roman vor

Am Freitag, 18. März 2011, 19 Uhr findet im Hörsaal des Instituts für Anatomie und Zellbiologie, Große Steinstr. 52 eine Buchpremiere statt. Der bekannte Autor Wilhelm Bartsch stellt seinen Roman "Meckels Messerzüge" in einer einstündigen Lesung vor. Das Buch ist gerade im Osburg Verlag erschienen und wurde bereits vielfältig in den Medien besprochen und vorgestellt. Zum Inhalt: "Wir schreiben das Jahr 1813, Deutschland ringt gegen das Frankreich Napoleons um seine Freiheit. Mitten dabei und Hauptfigur dieses fulminanten Romans ist Johann Friedrich Meckel der Jüngere (1781 - 1833), Anatom und einer der wichtigsten vordarwinistischen Denker Deutschlands. Dieser Roman zeigt Bartsch auf der Höhe seines Könnens. Virtuos mischt er die Zutaten aus Kriminalgroteske und Gothic Novel, aus Liebes-, Heimat- und Kriegsroman und aus der Welt der Schmonzetten zu einem grandiosen Epos."

Nicht nur, dass Johann Friedrich Meckel und sein Bruder Albrecht August - der Erzähler dieses Romans - in der Zeit der napoleonischen Kriege ihre Hauptwerke verfassen, sie nehmen auch - jeder auf seine Art - am Befreiungskrieg 1813 teil, sie lieben und achten, sie misstrauen und hassen. Beide werden gleich nach dem Krieg in einen vermeintlichen Mord an einem auf seltsame Weise unsterblichen Mädchen verwickelt und müssen aus Preußen nach Neapel fliehen. Es treten auf: Napoleon, Cuvier (der berühmteste Wissenschaftler seiner Zeit), E. T. A. Hoffmann, Fouqué und seine Ur-Undine, Turnvater Jahn, Theodor Körner, Blücher, Lützow, die

Foto: Osburg Verlag




Artikel drucken

z

HIT-Netzwerktagung: Hirntumor-Experten tauschen sich aus

Am 18. und 19. März 2011 treffen sich fast 200 Kinderärzte, Neurochirurgen, Radiologen, Psychologen, Dokumentare und Fachschwestern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zur HIT (HIrnTumor)-Netzwerktagung am Universitätsklinikum Halle (Saale), um neueste Entwicklungen zur Diagnostik und Behandlung von Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen zu diskutieren. Hirntumoren stellen mit ca. 400 Neuerkrankungen pro Jahr nach den Leukämien die häufigsten Krebs- und Tumorerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland dar. Die Diagnose Hirntumor wird leider nicht selten erst mit Verspätung gestellt, und etliche Hirntumore gelten trotz der großen Fortschritte der Operations- und Bestrahlungstechniken sowie der medikamentösen Behandlung immer noch als weitgehend unheilbar. Die Tagung findet am Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Str. 40, Lehrgebäude (Hörsaal), statt.

Veranstalter der HIT-Netzwerktagung ist die Deutsche Kinderkrebsstiftung aus Bonn, die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Christof Kramm aus der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Halle, der die Studienzentrale der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) zur Behandlung von hochmalignen Gliomen im Kindes- und Jugendalter seit 2006 leitet.

Die Deutsche Kinderkrebsstiftung wurde 1995 vom Dachverband der regionalen Elternvereine krebskranker Kinder gegründet und hat die Förderung von kliniksnahen und patienten-orientierten Projekten zur Verbesserung der Gesamtssituation von krebskranken Kindern zur Aufgabe. Fast von Anfang an unterstützt die Deutsche Kinderkrebsstiftung das HIT-Behandlungsnetzwerk. Im HIT-Behandlungsnetzwerk wird die Diagnostik und Behandlung von Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen organisiert und überwacht. Neben insgesamt acht Studienzentralen für die verschiedenen kindlichen Hirntumorerkrankungen, die als Ansprechpartner für Ärzte, Patienten und Eltern aus dem In- und Ausland fungieren und klinische Behandlungsstudien koordinieren, bedingen vor allem auch die sogenannten nationalen Referenzzentren für Neuropathologie, Neuroradiologie und Strahlentherapieplanung die international hochgeachtete Behandlungsqualität im HIT-Netzwerk. Durch die Referenzzentren wird im Sinne einer ärztlichen Zweitmeinung die Diagnostik und Behandlungsplanung zentral überwacht und gegegebenfalls auch geändert.

Durch die Studienleitungs- und Referenzbegutachtungskultur wird seit mehr als zehn Jahren an den insgesamt über 60 Kliniken in Deutschland, an den Kinder und Jugendliche mit Hirntumoren behandelt werden, unabhängig von der Größe und Erfahrung der jeweiligen Klinik eine gleich bleibend sehr hohe Behandlungsqualität gewährleistet. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass in Deutschland Kinder und Jugendliche mit Hirntumorerkrankungen heimatnah und nicht wie in vielen anderen europäischen Ländern nur zentral, d.h. oft Hunderte von Kilometern von Zuhause behandelt werden können. Die hohe Behandlungsqualität im HIT-Netzwerk hat über die Jahre dazu geführt, dass mittlerweile mehr als 95% aller Kinder und Jugendlichen mit Hirntumoren, die über das Deutsche Kinderkrebsregister in Mainz erfasst werden, im HIT-Behandlungsnetzwerk behandelt werden. Diese Situation ist international einmalig und wäre ohne die fortlaufende finanzielle Unterstützung durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung nicht in gleichem Ausmaße bewerkstelligt worden.

Fakultät schreibt erstmals einen Lehrpreis aus

Die Medizinische Fakultät lobt erstmals einen Lehrpreis aus. Dieser Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Gesucht wird der beste Lehrende (wissenschaftliche Mitarbeiter, Hochschullehrer) für die Ausbildung Studierender der Medizinischen Fakultät. Vorschlagsrecht haben die Einrichtungsleiter und die Studierenden der Medizinischen Fakultät. Voraussetzungen für die Aufnahme auf die Kandidatenliste sind:

    • Eine mindestens 2-jährige kontinuierliche curriculare Lehrtätigkeit an der Medizinischen Fakultät Halle.
    • Sehr gute persönliche Evaluationsergebnisse oder nachweisbares zusätzliches Engagement für die Lehre bzw. die Studierenden.
    • Unterstützung des Antrages durch mindestens 5 Mitglieder der Fakultät oder des UKH (Studierende bzw. Mitarbeiter).

Die Vorschläge sind im Studiendekanat bis zum 29. April 2011 in dem als Anlage beigefügtem Formblatt einzureichen. Die Kandidatenliste wird in geeigneter Weise öffentlich gemacht. Das Auswahlgremium (bestehend aus: Studiendekan, 2 Hochschullehrer, 6 Studierende) wird bis zum 30. 05. 2011 das Ergebnis bekannt geben.
Hier finden Sie das Konzept des Lehrpreises .

Prof. Dr.  Körholz
Studiendekan

Universitätsklinikum sichert Patientenversorgung im Bereich Pathologie

Auf Grund der Einstellung der Patientenversorgung im Bereich Schnellschnitte durch den Professor für Pathologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Professor Dr. Stefan Hauptmann, sieht sich das Universitätsklinikum gezwungen mitzuteilen, dass die Begutachtung von OP-Schnellschnitten durch externe Partner (Praxen und Fachärzte für Pathologie) gesichert ist und umfassend in hoher Qualität erfolgt. Nachteile für Patienten entstehen nicht. Auch andere Krankenhäuser organisieren ihre Pathologie-Versorgung mit externen Partnern. Das Universitätsklinikum hält mit dem Vorgehen die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pathologie ein.

Professor Hauptmann hat sich einseitig aus der Patientenversorgung, aber auch aus dem Bereich Lehre und Weiterbildung zurückgezogen. Das Universitätsklinikum ist gesetzlich verpflichtet, die Erbringung von Dienstleistungen in der Pathologie sicherzustellen. Hierzu wurden in Absprache bzw. Vorschlag von Einrichtungsleitern mehrere Kooperationen mit universitären und außeruniversitären Einrichtungen in der Region und dem gesamten Bundesgebiet eingegangen. Diese haben ihre Funktionalität in den vergangenen Wochen unter Beweis gestellt. Neben diesen Kooperationen wird das Schnellschnittlabor am Standort Ernst-Grube-Straße ab 22. März mit externen Pathologen besetzt, die vor Ort die Schnellschnittversorgung durch führen. Transportwege entfallen dann wieder. Dieses Vorgehen verursacht massive Kosten zu Lasten des Universitätsklinikums, ist aber zum Wohle der Patienten und einer adäquaten Krankenversorgung unabdingbar.

Professor Hauptmann hat zudem am Montag, 7. März 2011, in Begleitung eines Kamerateams störend in diese bewährte Betriebsorganisation des Universitätsklinikums eingegriffen. Dadurch verzögerte sich der Transport eines Schnellschnittes in das Labor. Nachteile für den Patienten entstanden nicht.

Hintergrund: Schnellschnitte sind Schnellverfahren der feingeweblichen Diagnostik. Eingesetzt wird das Verfahren im Verlaufe von Operationen, wenn deren Fortgang von der feingeweblichen Diagnose abhängt, wobei es meistens um die Diagnose von Krebs geht bzw. dem Ausschluss dieser Diagnose.

Halle, 11. März 2011

Forschungsvorhaben soll Beteiligung älterer Patienten an klinischen Studien verbessern

Das Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität erhält eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro von der Deutschen Krebshilfe. Im Rahmen eines Forschungsprojektes sollen Kriterien für die Verbesserung der Aussagekraft von klinischen Studien - und damit der späteren klinischen Anwendung - durch den Einschluss älterer Patienten erarbeitet werden. Damit, so dessen Geschäftsführer Dr. Jörg Steighardt, sei es erstmals gelungen, Mittel dieser Größenordnung in ein vom KKS initiiertes Projekt einzuwerben.

Ältere Patienten weisen im Vergleich zu jüngeren Patienten häufiger Begleiterkrankungen auf und erfüllen dadurch in Deutschland oft nicht die eng gefassten Einschlusskriterien für klinische Studien. Deshalb entspricht die Altersverteilung der Patienten in klinischen Prüfungen häufig nicht der Altersverteilung von Tumorpatienten in der medizinischen Versorgung. Somit lassen sich die in klinischen Studien gewonnenen Erkenntnisse nicht oder nur eingeschränkt auf ältere Patienten übertragen. "Ziel ist es, Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen,  unter welchen Bedingungen ältere Patienten verstärkt in klinische Studien eingeschlossen werden können", sagte Dr. Annette Krummenerl, die das Forschungsprojekt am KKS koordiniert.

Das Projekt trägt den Titel: "Entscheidungsfindung zur Teilnahme älterer Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom an klinischen Studien -Prätherapeutisches und Postoperatives geriatrisches Assessment, Studienmotivation bei Prüfärzten und Patienten". Der Kurztitel lautet "AMOTE - Assessment and MOTivation of the Elderly”. Dabei kooperiert das KKS Halle mit dem Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik der Medizinischen Fakultät (Prof. Dr. Haerting), der bundesweiten Arbeitsgruppe "Geriatrische Onkologie" innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO, PD Dr. Wedding) und der Studienleitung der PETACC-6-Studie (Prof. Dr. Schmoll, Klinik für Innere Medizin IV, Martin-Luther-Universität).

Es handelt sich um ein aus zwei Teilen bestehendes Begleitforschungsprojekt zur PETACC-6-Studie zum lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom. Einerseits  geht es um die Beurteilung des Einflusses der Begleitfaktoren und -erkrankungen auf die Therapie und damit letztlich auf das Überleben von Patienten über 70 Jahren mit fortgeschrittenem Rektumkarzinom. Dabei sollen sowohl die Daten von Patienten im Rahmen der PETACC-6-Studie als auch von Patienten ohne Studienteilnahme analysiert werden.  

Zum anderen soll mittels Telefon- und Onlinebefragungen unter dem Prüfpersonal (welches die PETACC-6-Studie durchführt) und den Patienten geklärt werden, welche Gründe gegen den Einschluss von älteren Patienten in klinische Studien vorgebracht werden beziehungsweise welche Ursachen zum Abbruch der Studienteilnahme führen. Die Daten werden altersbezogen erfasst und miteinander verglichen, um Erkenntnisse für die Planung zukünftiger Studien zu gewinnen.

Qualität: Gütesiegel für zwei UKH-Einrichtungen verliehen

Die Einrichtung für Transfusionsmedizin sowie die Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin erhielten am heutigen Donnerstag, 3. März 2011, die Zertifizierungsurkunde für ihr Qualitätsmanagementsystem nach DIN ISO 9001:2008. Mit der Verleihung der Urkunde durch den Ärztlichen Direktor PD Dr. Thomas Klöss an die jeweiligen Einrichtungsleiter, Dr. Julian Hering (Transfusionsmedizin) und Klinikdirektor Professor Dr. Dieter Körholz (Kinder- und Jugendmedizin) wird die Einhaltung für die Zertifizierung geforderter Qualitätsstandards in der Patientenversorgung, deren Organisation sowie Aus- und Weiterbildung bescheinigt. Die externe Zertifizierung erfolgte durch die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen. Die Übergabe war verbunden mit einem kleinen Fest für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik und deren kleinen Patienten.

Die Einrichtung für Transfusionsmedizin stellt jährlich etwa 30.000 Blutprodukte unterschiedlicher Art nach Bedarf für die Patientenversorgung sowohl am Universitätsklinikum als auch für externe Abnehmer her und führt knapp 155.000 einzelne Laboranalysen von Patienten durch. Von der Blutabnahme der freiwilligen Spender über diverse Untersuchungen zur Sicherheit von Spendern und Empfängern, über die Zubereitung der unterschiedlichen Blutprodukte bis zur Ausgabe sind höchste technische und hygienische Anforderungen zu erfüllen. Das Qualitätsmanagementsystem der Einrichtung legt hierzu genau definierte Abläufe fest.

In der Kinderklinik werden jährlich mehr als 2300 Patienten stationär und mehrere tausend in zahlreichen Spezialsprechstunden ambulant behandelt. Die Patienten kommen aus ganz Sachsen-Anhalt und darüber hinaus. In zwei Studienzentralen wird die europaweite Behandlung von Patienten mit Hirntumoren und Hodgkin-Lymphom koordiniert. Die Kinderklinik ist die erste, die als gesamte Klinik des Universitätsklinikums zertifiziert worden ist. Bisher haben das Brustzentrum sowie das Gynäkologische Krebszentrum der Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie - als jeweils erste Einrichtungen dieser Art in Ostdeutschland - Zertifizierungen erhalten und in Re-Audits bestätigt bekommen. Weitere Zertifizierungen am Universitätsklinikum: Chest Pain Unit (Zentrale Notaufnahme), Zentrale Sterilgutversorgung und Zentrallabor. Weitere Einrichtungen am Universitätsklinikum haben Akkreditierungen (und damit auch eine Anerkennung der Qualität der geleisteten Arbeit) wie z. B. das Wasserlabor im Institut für Hygiene erhalten. Weitere Zertifizierungen und Akkreditierungen sind am Universitätsklinikum geplant.

Die erfolgreiche Absolvierung der Zertifizierung der Einrichtung für Transfusionsmedizin auf der Basis der DIN ISO 9001 legt eine gemeinsame Basis für alle Teilbereiche der Transfusionsmedizin in punkto Qualitätsmanagement. In jeder Abteilung gilt es, spezifischen Anforderungen zu entsprechen und damit auch jeweils eigene Aspekte des Qualitätsmanagements zu implementieren. Die Herstellung von Blutarzneimitteln unterscheidet sich ganz wesentlich von der Durchführung von Laboranalysen. "Die umfassende Zertifizierung zeigt, dass die generellen "Spielregeln" in allen Bereichen gleich sind, umgesetzt und gelebt werden", sagt Dr. Hering. Die Einrichtung für Transfusionsmedizin beabsichtigt im unmittelbaren Anschluss weitere bereichsspezifische Umsetzungen wie die geplante Akkreditierung der Laboratorien nach der DIN 15189 und ist zuversichtlich, dass nach bestandener Gesamtzertifizierung auch diese Hürde erfolgreich genommen wird.

Die Kinderklinik erfüllt die Zertifizierung mit Stolz: "Wir freuen uns über die Anerkennung der Arbeit unserer kompetenten und hochqualifizierten Mitarbeiter, die durch ihr großes Engagement die Zertifizierung möglich gemacht haben - für unsere kleinen Patienten, die immer einer besonderen, menschlichen Fürsorge bedürfen", sagt Professor Dr. Dieter Körholz. Im Rahmen der Zertifizierung kamen alle relevanten Prozesse und Abläufe in der Universitätskinderklinik auf den Prüfstand. "Allein durch diese Prüfung wurden Verbesserungen erreicht", so Pflegedienstleiter Michael Beau. Alle Prozesse und Abläufe werden dokumentiert und im Qualitätsmanagementhandbuch der Klinik niedergelegt, das auch Zuständigkeiten und Befugnisse regelt. Die Arbeiten zur Zertifizierung lagen im Team um PD Dr. Christiane Lex. Eine Umfrage unter den Eltern hat ergeben, dass die Arbeit der Klinik geschätzt wird: 90 Prozent der Eltern würden die Einrichtung weiter empfehlen.

Doch die Klinik ruht sich nicht auf dem Erreichten aus. So soll die Zufriedenheit der Eltern - und natürlich auch der Kinder und Jugendlichen - weiter erhöht werden. In jährlichen Befragungen werden die Meinungen der Eltern und Patienten aufgenommen und die Arbeit der Klinik auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht. "Wir arbeiten an einer weiteren Verbesserung unserer Arbeit", sagt der Klinikdirektor. Eine Auswahl der Vorhaben: In den Bereichen Onkologie, Neonatologie, Diabetologie, Gastroenterologie und Rheumatologie wollen sich die multiprofessionellen Teams der Klinik, bestehend aus Ärzten, Pflegenden, psychosozialen Mitarbeitern und des technischen Dienstes regelmäßig über ihre Erfahrungen austauschen, um gegenseitig davon zu lernen und zu profitieren. In den Bereichen Intensivstation, Onkologie und Neonatologie sollen Supervisionen der Mitarbeiter erfolgen, damit diese mit ihrer oftmals seelisch belastenden Arbeit besser umgehen können. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes sollen die Stationsabläufe weiter verbessert werden. Bis 2012 sollen mehr als 50 Prozent des Pflegepersonals auf der Krebsstation die Zusatzbezeichnung "Onkologisches Fachpersonal" erworben haben, zudem wird jährlich eine Pflegekraft an der Fachweiterbildung "Pädiatrische Intensivpflege teilnehmen.

Neuer Professor für Medizinische Soziologie berufen – Schnittstelle zwischen Medizin und Gesellschaft

Soziale Faktoren spielen eine kritische Rolle in der Entwicklung von Gesundheit und Krankheit. Die sozialen Verhältnisse bestimmen nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Krankheit und vorzeitigem Tod, sie beeinflussen ebenso die Chancen für eine Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit. Die Medizinische Soziologie setzt an diesem Verhältnis - zwischen Medizin und Gesellschaft - an und untersucht die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Einflüsse sowie die Struktur und Funktion des medizinischen Versorgungssystems. Sie ist damit eine unverzichtbare Ergänzung zum biowissenschaftlichen Forschungsprogramm der Medizin. Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch Professor Dr. Matthias Richter, der ab dem 1. März 2011 Professor für Medizinische Soziologie an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist und das gleichnamige Institut leiten wird. Er arbeitete zuletzt am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern (Schweiz). "Mit der Berufung stärkt die Medizinische Fakultät mit "Epidemiologie‐Rehabilitation‐Pflege" einen ihrer beiden Forschungsschwerpunkte", sagt Professor Dr. Thomas Seufferlein, Prodekan Forschung der Medizinischen Fakultät.

 

 

Der 39-jährige Matthias Richter stammt aus Lübeck und studierte an der Universität Bielefeld Soziologie und Psychologie. Dort erlangte er auch seinen Doktorgrad (2004) mit einer Arbeit über den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit. Das gesundheitliche Risikoverhalten von Kindern und Jugendlichen machte Professor Richter zum Thema seiner Habilitation, die er 2009 abschloss. Damit erlangte er auch die Lehrbefähigung. Seit Juli 2009 war Matthias Richter Assistenzprofessor für Medizinische Soziologie und Sozialepidemiologie an der Universität Bern. "Die MLU Halle-Wittenberg ist mit seiner ergänzenden Fokussierung auf Gesundheits- und Pflegewissenschaften ein interessanter Standort, da sehr viele Kooperationsmöglichkeiten über Fächergrenzen hinweg möglich sind", beschreibt er seinen Beweggrund, an die Martin-Luther-Universität zu wechseln.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Einfluss sozialer Determinanten für Gesundheit und Krankheit sowie der gesundheitlichen Entwicklung über den Lebenslauf, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Zu diesen sozialen Faktoren zählt Professor Richter beispielsweise Bildung und Wissen. Dabei soll auch eine Art "Pisa für Gesundheit" in Form einer Befragung von Schülern in Sachsen-Anhalt durchgeführt werden. Einen weiteren Schwerpunkt möchte der Experte auf die Präventions- und Versorgungsforschung legen. "Ziel unserer Arbeit ist es, Anknüpfungspunkte zu finden, um die Gesundheit und das darauf bezogene Verhalten der Menschen zu verbessern." Dabei sieht er sein Fach auch als Berater der politischen und gesellschaftlichen Entscheider und als Schnittstelle zwischen Medizin und Gesellschaftswissenschaften. Weiterhin möchte er seine bisherigen internationalen Kooperationen pflegen und ausbauen. Dabei geht es unter anderem um international vergleichende Analysen zur gesundheitlichen Ungleichheit wie auch Untersuchungen zum Einfluss sozialer, psychosozialer und psychischer Faktoren über den Lebenslauf auf die Entstehung und den Verlauf von Krankheit. Wesentliches Ziel seiner Arbeit ist es, auf Basis empirischer Analysen Empfehlungen zu formulieren, um präventiv Einfluss auf gesundheitliche Fehlentwicklungen nehmen zu können.

Vortrag für Patienten und Interessierte: Ursachen und Therapie bei Hörstörungen

Eine Bemerkung wie "Sag mal, hörst Du schlecht?" oder "Bist du taub?" sollte man nicht entrüstet von sich weisen. Vielleicht ist ja doch was dran an der Frage. Die anderen bemerken es nämlich meist zuerst, wenn mit unseren Ohren etwas nicht stimmt. Wenn alle anderen plötzlich zu nuscheln scheinen, kann die Ursache das eigene Gehör sein. Hörstörungen gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft und können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Grob lassen sie sich in drei Bereiche einteilen: die Schallleitungs-, Schallempfindungs- und Schallwahrnehmungs-Schwerhörigkeit. Diese Hörstörungen können auch kombiniert auftreten.

Im Rahmen der kostenlosen Vorlesungsreihe des Universitätsklinikums Halle (Saale), gemeinsam mit der Krankenkasse BKK Novitas veranstaltet, spricht Professor Dr. Stefan Plontke, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen,- und Ohrenheilkunde, über die Ursachen und die Therapie von Hörstörungen. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 3. März 2011, um 17.30 Uhr im Universitätsklinikum, Ernst-Grube-Straße 40, Lehrgebäude/Hörsaal, statt.

 

In der Mehrheit der Fälle ist die Schwerhörigkeit durch eine Funktionsstörung des Innenohres (der Hörschnecke) bedingt. Hier kommen neben medikamentösen Therapieverfahren die Hörrehabilitation mit modernen Hörgeräten oder elektronischen Hörimplantaten in Frage. Andere Ursachen für Hörstörungen sind durch Defekte am Trommelfell oder den Gehörknöchelchen bedingt, welche mittels moderner mikrochirurgischer Operationstechniken koorigiert werden können.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir die Besucher, sich bei Interesse an dieser Veranstaltung, unter der Telefonnummer 01802-555806 (6 Cent/Anruf, maximal 42 Cent/ Minute Mobil) bei der Novitas BKK oder unter anzumelden. Die Veranstaltung ist kostenlos und offen für alle interessierten Besucher.

Neue Anatomin tritt ihren Dienst an – Fokus auf Studierendenausbildung und Forschungsprojekte

 Die Anatomie ist die Lehre vom Aufbau der Organismen. Es werden Gestalt, Lage und Struktur von Körperteilen, Organen, Gewebe oder Zellen betrachtet. Davon wird künftig auch Professor Dr. Heike Nave den Studierenden in den vorklinischen Semestern des Medizinstudiums berichten und so die Grundlage bei den angehenden Ärzten legen, sich mit der Therapie und Diagnostik von Krankheiten zu beschäftigen. Die Anatomin tritt am 1. März 2011 ihren Dienst als W2-Professorin für Anatomie im Institut für Anatomie und Zellbiologie (Direktor Professor Dr. Dr. Bernd Fischer an). Sie war bisher Professorin für Anatomie der Medizinischen Hochschule Hannover.

 

Die Professorin hat sich für Halle und gegen einen Ruf nach Hamburg entschieden, weil die Rahmenbedingungen für ihre Forschungsvorhaben nirgends so gut wie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg seien. "Das wissenschaftliche Umfeld stimmt in Halle", sagt sie selbst und erklärt, dass sie bereits mit zahlreichen Kollegen anderer Fakultäten Kontakt aufgenommen hat, um gemeinsame Forschungsprojekte zu initiieren oder fortzuführen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Gebieten Immunologie und Endokrinologie. Sie beschäftigt sich dabei unter anderem mit den so genannten natürlichen Killerzellen. Diese gehören als Lymphozyten zum Immunsystem und sind in der Lage, abnormale Zellen wie Tumorzellen zu erkennen und abzutöten. Bei stark übergewichtigen Menschen ist diese Funktion allerdings eingeschränkt. "In einer Kooperation mit den Sportwissenschaftlern und Ernährungs-wissenschaftlern der Universität möchte ich ein Programm auf die Beine stellen, das übergewichtige Menschen zu sportlichen Aktivitäten animieren soll." Dabei soll überprüft werden, ob durch die Gewichtsreduktion eine Verbesserung des Immunsystems erreicht werden kann.

Neben der Forschung liegt Professor Nave besonders die Ausbildung der Studierenden am Herzen. Für ihr Engagement auf diesem Gebiet wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. "Ich liebe die makroskopische Anatomie und möchte diese Begeisterung auch den Studierenden vermitteln." Sie selbst, die ursprünglich Chirurgin werden wollte, habe in der Anatomie ihren Traumberuf gefunden. Sie könne sich in der Anatomie intensiv der Forschung und der Lehre widmen.

Zum Lebenslauf

Die 41-Jährige stammt aus Hannover und ist Mutter zweier Söhne. Sie studierte an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Medizin und absolvierte dort auch die "Arzt-im-Praktikum"-Phase. Seit 1998 ist Professor Nave wissenschaftliche Mitarbeitern in der Abteilung für Funktionelle und Angewandte Anatomie der MHH. Dort wurde sie promoviert und erlangte die Habilitation (Lehrbefugnis). Die Anerkennung als Fachärztin für Anatomie erhielt Professor Nave 2004. Drei Jahre später wurde sie zur W1-Professorin für "Neuro-Endokrin-Immun-Interaktion" an der MHH berufen und füllt zudem die Position der stellvertretenden Institutsdirektorin aus. Die Anatomin betreute bisher mehr als 20 Doktoranden und fungiert als Gutachterin für zahlreiche wissenschaftliche Zeitschriften.

Neuer Professor für Orthopädie berufen

Professor Dr. Karl-Stefan Delank ist ab dem 1. März 2011 Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Orthopädie. Bisher war der gebürtige Bochumer Leitender Oberarzt an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universität Köln, an der er seit 2002 beschäftigt war. Er löst damit Professor Dr. Werner Hein ab, der in den Ruhestand gegangen war. Zwischenzeitlich hatte PD Dr. David Wohlrab die Klinik kommissarisch geleitet. Professor Delank sagt, dass ihm die Entscheidung für Halle leicht gefallen sei: "Zum einen besitzt die Klinik bereits heute national und international einen guten Ruf auf dem Gebiet der Endoprothetik und zum anderen bin ich überzeugt, dass der Standort ein großes Entwicklungspotenzial hat."

Professor Delank

Mit seiner Berufung fällt ihm auch die Aufgabe der Leitung des "Departments für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungs­chirurgie" zu. Die Zusammenarbeit der Kliniken im Rahmen der Departmentstruktur stellt eine besondere Herausforderung dar. Professor Delank sieht hier eine einmalige Chance gemeinsam mit Dr. Holger Siekmann, komm. Direktor der Universitätsklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Synergieeffekte zu nutzen, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern und die ökonomische Be­ständigkeit beider Fächer zu sichern.

Er werde neben der Fokussierung der Orthopädie auf die Endoprothetik - also den Einsatz neuer Hüft- Knie- und Schultergelenke - weitere Schwerpunkte in der Patientenversorgung etablieren. "Ich werde die Tumorchirurgie ausbauen", sagte der Orthopäde. Neben den primären Knochenkrebserkrankungen wolle er auch den Blick auf die Chirurgie der Knochenmetastasen richten. Durch die verbesserten Behandlungs­möglichkeiten von Krebserkrankungen und der damit einher gehenden steigenden Lebenserwartung erhalte die Behandlung von Metastasen in den Knochen eine höhere klinische Bedeutung.

In der Wirbelsäulenchirurgie sollen die Therapieverfahren individueller auf die Patienten zugeschnitten werden, damit die Operationsverfahren für die Patienten schonender eingesetzt werden können. "Das bringt langfristig bessere Ergebnisse für die Patienten", begründet Professor Delank. Neben der differenzierteren Indikationsstellung möchte er minimal-invasive Verfahren in der Wirbelsäulenchirurgie etablieren. Dabei wird u. a. der Einsatz eines neuen OP-Navigationssystems helfen. Ingesamt wolle er die Kontakte mit den niedergelassenen Ärzten, unter anderem durch gemeinsame Weiterbildungen und feste Ansprechpartner in seiner Klinik, intensivieren.

Im Bereich der Forschung möchte Professor Delank neben der Fortführung bestehender Forschungsprojekte der Klinik verstärkt das Ganglabor nutzen, das ausgebaut und künftig zudem auch für die klinische Anwendung intensiver genutzt werden soll. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Biomechanik, insbesondere die Biomechanik der Wirbelsäule, und die orthopädische Tumorchirurgie. An dem von ihm federführend mit etablierten internationalen Wirbelsäulenregister ("Spine tango") wird sich zukünftig auch die Hallenser Klinik aktiv beteiligen. Dabei können verschiedene Behandlungsmethoden mit großen Patientenzahlen dokumentiert und deren Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet werden.

Zum Lebenslauf

Der 44-Jährige studierte in Gießen und München Medizin. An der TU München promovierte er 1995 über "Die operative Versorgung von Wirbelfrakturen des thorakolumalen Übergangs. Dorsale Stabilisation versus dorsoventrale Fusion." An der Medizinischen Fakultät der Universität Köln habilitierte Professor Delank 2006 über "Funktionelle Veränderungen des lumbalen Bewegungssegmentes bei der Dekompression und Stabilisation der lumbalen Spinalkanalstenose." Seine Facharztausbildung erhielt er in Bochum und Mainz.

Der verheiratete Vater von vier Kindern ist Facharzt