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Zehn Patienten aus Libyen mit Kriegsverletzungen im Universitätsklinikum Halle (Saale) behandelt

Im Universitätsklinikum Halle (Saale) sind in den vergangenen beiden Monaten zehn zum Teil schwerstverletzte Patienten aus Libyen behandelt worden. Sieben davon konnten mittlerweile in die Heimat oder in eine Rehabilitations-Behandlung entlassen werden. Die Männer im Alter zwischen 23 und 60 Jahren hatten allesamt Kriegsverletzungen davon getragen. Auf Ersuchen der libyschen Übergangsregierung hatte die Bundesregierung die Möglichkeit zur Behandlung in Deutschland zugesagt. Das Universitätsklinikum hatte sich sofort bereit erklärt, zehn Patienten in Halle zu behandeln. Diese wurden durch ein spezialisiertes Flugunternehmen nach Deutschland transportiert. Die Kosten für den Transport und die Behandlung werden durch die Übergangsregierung in Libyen getragen, die hierfür einen Finanzierungsfonds gebildet hat. An der Therapie im halleschen Universitätsklinikum waren die Universitätskliniken für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie sowie Urologie beziehungsweise Neurochirurgie beteiligt, da viele Verletzungen interdisziplinär behandelt werden mussten.

    

Die Behandlung der libyschen Patienten stellte die Ärzte vor besondere Herausforderungen, da entsprechende Verletzungsmuster nicht zum üblichen Behandlungsrepertoire einer deutschen Klinik gehören. "Die Kriegschirurgie zählt zum Glück nicht zu unserem Alltag", sagt Dr. Holger Siekmann, der die Unfall- und Wiederherstellungschirurgie leitet. Eine besondere Herausforderung war zudem, dass die Wunden oftmals stark infiziert waren. Zum Teil waren die Männer bereits in ihrer Heimat vorbehandelt worden, konnten dort aber nicht mehr adäquat versorgt werden.

Es zeigten sich typische Kriegsverletzungen: Ein 31-jähriger Patient hatte Unterbauch- und Genitalverletzungen durch ein Schrapnell, ihm waren zudem in seiner Heimat bereits beide Beine amputiert worden. Der überwiegende Teil der Verletzten hatte Schussbrüche an den Beinen mit Infektionen von Knochen und Weichteilen. Die Ärzte behandelten zudem Nerven- und Lungenverletzungen, aus einem Hüftgelenk konnte ein eingeschossenes Projektil entfernt werden.

Beide Seiten versuchten sich den kulturellen Besonderheiten und Unterschieden so weit wie möglich anzupassen. Das Universitätsklinikum engagierte Arabisch sprechende Studenten, welche die Übersetzungsarbeiten übernahmen, aber auch pflegerische Maßnahmen durchführten. Außerdem wurde ein externes Cateringunternehmen damit beauftragt, dem Kulturkreis entsprechende Mahlzeiten bereitzustellen. Die Patienten aus Libyen akzeptierten, nach einer Gewöhnungsphase, dass am Universitätsklinikum im ärztlichen und pflegerischen Bereich Frauen einen großen Anteil der Belegschaft stellen. 

Auch wenn große Anstrengungen zur Organisation der Behandlung notwendig waren, wird das Universitätsklinikum auch zukünftig bereit sein, entsprechende Ausnahmesituationen zu bewältigen und zu helfen.

Erläuterung zum Foto:

Der Patient im blauen T-Shirt heißt Ben Saleh Marghni Ibrahim. Er hat gleich zu Beginn des Bürgerkrieges eine Schussfraktur des linken Unterschenkels erlitten, welche sich zu einer schweren Infektion des Schienbeinknochens entwickelt hat. In insgesamt acht Operationen wurde die Knocheninfektion chirurgisch therapiert. Dabei wurde zuletzt in einer achtstündigen Operation das Schienbein auf einer Strecke von 20cm entfernt und durch das Wadenbein des gesundenrechten Beines ersetzt. Die Einheilung wird durch zusätzlich applizierte Knochenwachstumsproteine unterstützt. Nach drei Monaten wird er unter dem Schutz eines speziell angefertigten Hülsenapparates beginnen können, das linke Bein schrittweise zu belasten. In einem Jahr kann er das Bein wieder voll belasten.

Der andere Patient heißt Al Amami Adel Ramadan. Er erlitt einen Schussbruch unterhalb des linken Hüftgelenkes mit Verletzung großer Gefäße. Die Infektion wurde chirurgisch behandelt und der Knochen mit einem Titannagel stabilisiert. Bisher wurde er elf Mal im Universitätsklinikum operiert.

Foto: Arvid Rostek
Halle, 23. Dezember 2011

HauS-Verein unterstützt ausländische Studierende

Ihr großer Traum schien zu zerplatzen. Ihr Traum, das Medizinstudium in Deutschland zu beenden, danach in ihr Heimatland Kamerun zurückzugehen und dort als Ärztin arbeiten zu können. Die Abschiebung drohte. Nach fünf von zwölf zu absolvierenden Semestern hätte sie zu Hause nicht einmal als Krankenschwester arbeiten können. Jackie Moukam Siake war verzweifelt. Der Medizinstudentin von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg fehlte Geld. Geld, das die 25-Jährige unbedingt bei der Ausländerbehörde nachweisen musste. Die wollte Belege für monatliche Bezüge von 638 Euro. Doch Jackies Mutter im fernen Kamerun war nicht mehr in der Lage, sie in diesem Maße zu unterstützen. Denn mit ihrem unregelmäßigen Einkommen als Näherin muss sie in Kamerun noch drei Brüder und eine Schwester von Jackie versorgen. Jackies Vater starb schon, bevor sie nach Deutschland ging.

Beide Eltern wollten immer, dass sich der Wunsch ihrer Tochter Jackie, von dem sie schon in früher Kindheit sprach, erfüllen und sie Ärztin werden würde. Und als sie ihren Studienplatz in Deutschland bekam, sah zunächst auch alles danach aus. Sie studierte mit großem Eifer. "Zu wissen, wie der Körper funktioniert, macht einfach Spaß", erklärt Jackie begeistert. Anfang März 2011 aber wusste Jackie angesichts der Geldnot nicht mehr weiter. Sie hatte gerade Ferien, konnte sich aber nichts dazuverdienen, weil sie ihr dreimonatiges Pflegepraktikum fürs Studium absolvieren musste. Sie hatte Angst, ausgewiesen zu werden. Sie kam sich hilflos vor.

Dann bekam Jackie von ihrer deutschen Freundin und Medizin-Kommilitonin Lea einen Tip: Sie solle sich an den Verein "Hilfe für ausländische Studierende" (HauS) wenden. Dort war sie an der richtigen Adresse. Der 1994 gegründete und ehrenamtlich betriebene Verein leistet unbürokratisch finanzielle Nothilfe und berät - vor allem Studierende, die dem Abschluss nahe sind. Auch in Jackies Fall lief es so. HauS leistete erste Hilfe für ihr Studium und überwies den Monatsbeitrag für März. Als Ansprechpartnerin für Jackie stand Dr. Margarete Wein bereit. "Frau Wein hat sich um alles gekümmert", sagt Jackie heute dankbar.

Mit einem Monatsbeitrag war es allerdings nicht getan und HauS ist nicht in der Lage, Studierende langfristig finanziell zu unterstützen. Aber Frau Wein hatte eine Idee. Sie erinnerte sich an einen Flyer der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), den sie von ihrer Vorgängerin Verena Buchholtz bekommen hatte. Sie kramte ihn aus alten Unterlagen hervor und las darin von einem Hilfsfonds für in Not geratene ausländische Studierende.

Noch im März beantragte Wein beim Vergabeausschuss des Solidaritätsfonds der FES ein Stipendium für Jackie. Ihr Medizin-Professor Bernd Fischer, der zugleich Vorsitzender von HauS ist, hat Jackie noch eine Empfehlung geschrieben. Und für die Dauer der Bearbeitung des Antrags, für April und Mai, sicherte die FES schon einmal den Unterhalt. Die Vorzeichen waren also positiv. Doch noch galt es zu hoffen und zu bangen.

Dann, Mitte Mai: ein Brief. Jackie erhält die Zusage. Sie ist Stipendiatin für ein Jahr auf Probe. "Ich war einfach erleichtert und Frau Wein war mit mir glücklich", erinnert sie sich. Seitdem kann sie sich wieder auf ihr Studium konzentrieren. Momentan denkt sie ohnehin nur an ihre mündlichen Prüfungen, die unmittelbar bevorstehen. Zur Vorbereitung hat sie sich ein Fachbuch gekauft - das kann sie sich nun leisten.

Wegen der weiteren Finanzierung ihres Studiums möchte sich Jackie den Kopf noch nicht zerbrechen. Sie hofft auf eine Verlängerung ihres FES-Stipendiums: "Ich bewerbe mich gern, vielleicht klappt es ja." Sollte es klappen, kann sie ihren Traum doch noch realisieren. Und die Linsensuppe, die sie an Deutschland so schätzt, kann sie dann auch noch einige Male essen.

Text: Thomas Liersch, veröffentlicht im Magazin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

HILFE FÜR DEN HILFSVEREIN

Seit 1994 unterstützt "Hilfe für ausländische Studierende e. V. (HauS)” Jahr für Jahr eine wachsende Zahl von Studentinnen und Studenten aus aller Welt. Sie studieren hier, um sich später in ihren Heimatländern in den jeweiligen Berufen für die weitere Entwicklung zu engagieren. Oft übersteigt der Finanzbedarf die Möglichkeiten des Vereins.

Wenn Sie helfen wollen, werden Sie Mitglied von "HauS” oder überweisen Sie eine Spende.

Nähere Informationen über "HauS” und die Beitrittserklärung finden Sie im Internet unter www.haus.uni-halle.de.

Frohe Weihnachten und einen guten Start in das Jahr 2012

Ein friedliches und frohes Weihnachtsfest, Gesundheit, viel Glück und Erfolg für das neue Jahr wünschen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsklinikums Halle (Saale) und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg



Fotowanderausstellung zeigt Bilder aus Haiti

Am 12. Januar 2010 bebte die Erde in Haiti mit einer Stärke von 7,0 auf der Richterskala. Diese wenigen Sekunden in den Nachmittagsstunden veränderten den Lauf der Dinge in diesem ohnehin verarmten Karibikstaat für immer: Die genaue Zahl der Toten ist bis heute ungeklärt, seriöse Schätzungen nennen 230.000 Opfer, Hunderttausende wurden teils schwer verletzt, etwa 1,5 Millionen Menschen verloren ihr Obdach, die Zerstörungen in weiten Teilen des Landes sind existenziell. Um das Leben danach kämpfen die Haitianer trotz aller Rückschläge wie dem Ausbruch der Cholera tapfer, unterstützt von tausenden Helfern aus aller Welt, darunter mehr als einhundert Helfer der Hilfsorganisation humedica aus Deutschland. Die Situation im Land, die Arbeit der vielen Helfer von humedica und darüber hinaus, die Perspektive der Überlebenden: Die Fotowanderausstellung "Hoffnung im zerstörten Paradies" zeigt eindrucksvolle Bilder aus einem Leben nach der gewaltigen Katastrophe. Ein Leben voller harter Realitäten in einem Land, dessen Alltag dennoch in vielen Momenten Platz lässt für Hoffnung, Aufbruch und Zukunft. Die Fotoausstellung ist ab sofort bis zum 16. Februar 2012 im Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, Verbindungsgang zwischen Bettenhaus I und II (Ebene 1) zu sehen.

Der verantwortliche Künstler, der sich eigentlich eher als Journalist versteht, gehört zu den renommiertesten Nachrichtenfotografen Deutschlands. Thomas Grabka (51, Berlin) ist ein stiller, jederzeit empathischer Beobachter, der es wie kaum ein Zweiter versteht, Menschen in Krisensituationen ein Gesicht zu geben und gesellschaftspolitische oder soziale Zusammenhänge in einem Bild zu dokumentieren. Seine Reputation impliziert nahezu alle wichtigen deutschen Printtitel. Auch international hat sich Thomas Grabka mit seinen intensiven Fotografien einen Namen machen können; beispielhaft seien Publikationen im TIME MAGAZINE (Coverfoto) oder EL MUNDO genannt.

Informationen über Humedica: www.humedica.org

AOK bringt Plüschtiere

Nur noch wenige Tage und das Weihnachtsfest steht vor der Tür. Die Zeit, der Kinder besonders entgegenfiebern, denn da gibt es nicht nur viele Geschenke und Naschereien, sondern die Familie hat auch Zeit, um gemeinsam etwas zu spielen und zu unternehmen. Leider können nicht alle Kinder diese besinnliche Zeit genießen, da sie aus gesundheitlichen Gründen die Feiertage im Krankenhaus verbringen müssen. Deshalb besuchte in diesem Jahr (Montag, 19. Dezember 2011) die stellv. AOK-Regionalleiterin Anja Manecke von der AOK-Niederlassung Süd, die kleinen Patienten auf der Kinderstation 2 im Universitätsklinikum Halle (Saale). Die Kinder konnten sich über einen plüschigen Esel und ein süßes Schaf freuen. Der weihnachtliche Gruß ist seit vielen Jahren Tradition in der AOK-Niederlassung Süd. "Wir möchten mit unseren Plüschtieren kranken Kindern Abwechslung und Freude bringen, die die schönste Zeit im Jahr leider im Krankenhaus verbringen müssen."

Vereinsmitglieder bringen Geschenke

Den fast schon traditionellen vorweihnachtlichen Besuch absolvierten am Donnerstag, 15. Dezember 2011, wieder die Mitglieder des Vereins "Menschen für Kinder". Wolfgang Grommet und Peter Heß  beschenkten die kleinen Patienten der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin. Der Verein "Menschen für Kinder" wurde vor 15 Jahren gegründet und unterstützt vornehmlich krebs- und leukämiekranke Kinder. Der Verein engagiert sich bereits seit mehreren Jahren für die Forschungsprojekte der halleschen Unikinderklinik und sammelte dafür mehrere zehntausend Euro.

Psychiatrische Universitätsklinik: Virtuelle Therapie von Ängsten

Viele Menschen haben behandlungsbedürftige Ängste. Beispielsweise vermeidet ein Mensch mit Agoraphobie weite Plätze bzw. im weiteren Sinne sämtliche Situationen, wo man bei möglicher Gefahr nicht flüchten kann wie Menschenmengen, volle Kaufhäuser oder öffentliche Verkehrsmittel, ein Mensch mit Akrophobie vermeidet Höhe oder ein Mensch mit Klaustrophobie vermeidet enge Räume wie zum Beispiel Fahrstühle. Die so genannte "Expositionstherapie" - also die direkte Konfrontation mit der Angstauslösenden Situation oder dem Angstauslösenden Objekt - ist ein klassisches Verfahren der Verhaltenstherapie und stellt ein effektives und häufig angewandtes Therapieverfahren für die Behandlung von Angsterkrankungen dar. Ziel der Behandlung ist eine Verminderung von Angstsymptomen und ein Abbau von Vermeidungsverhalten. Neben den üblicherweise praktizierten Expositionsbehandlungen in der Vorstellung ("in sensu") und in der realen Umwelt ("in vivo") präsentiert sich die "virtuelle Expositionstherapie" als neues effektives Verfahren.

Hierbei werden Menschen mit Angsterkrankungen in einem virtuellen Labor gezielt mit den Angstauslösenden Reizen in einer so genannten virtuellen Realität konfrontiert. Vorteile der virtuellen Therapie liegen insbesondere in der Vermittlung eines Gefühls von Sicherheit, Privatheit und Vertrautheit, der leichteren "Erreichbarkeit" von Angst auslösenden Situationen in einer virtuellen statt realen Umgebung und der besseren Kontrolle über die eingesetzten Reize, so dass die Hemmschwelle für eine Expositionstherapie gesenkt und die Behandlung dadurch einer größeren Anzahl an Patienten zugänglich gemacht wird.

Die hallesche Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ist auf die Behandlung von Angsterkrankungen spezialisiert. Sie unterhält seit der Übernahme der Leitung durch Professor Dr. med. Prof. h. c. Dr. h. c. mult. Andreas Marneros seit etwa 20 Jahren eine Spezialstation und eine Spezialambulanz für Angsterkrankungen. Jetzt wurde im Verlauf der vergangenen zwei Jahre unter der Leitung der Psychiaterin Julia Friedemann und des Informatikers Frank Demel nach Plänen von Professor Marneros ein virtuelles Labor eingerichtet. In Zusammenarbeit mit Hilfswissenschaftlern des Instituts für Informatik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Studienganges Multimedia/VR-Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wurden virtuelle Simulationsumgebungen entwickelt, welche bisher die Konfrontation mit den Situationen Hochhaus, Fahrstuhl, Straßenbahn, Kaufhaus mit Warteschlange und Rolltreppe sowie Tunnel mit entsprechenden virtuellen Interaktionsmöglichkeiten über eine Datenbrille (Head-Mounted Display HMD) ermöglichen. Geplant ist die Entwicklung weiterer virtueller Szenarien wie zum Beispiel Brücke etc., um ein breites Spektrum verschiedener virtueller Situationen individuell anbieten zu können.

Über die virtuellen Reize werden - vergleichbar mit der realen Situation - reale Ängste und begleitende körperliche Angstsymptome ausgelöst. Die Kombination von virtueller Therapie mit anschließender Übung "in der Realität" ist therapeutisch sinnvoll und erwünscht. Während der Durchführung der Behandlung ist stets ein Therapeut anwesend. Es ist vorgesehen, dass während der Behandlung verschiedene physiologische Parameter, darunter Herzfrequenz, Atemfrequenz, Muskelanspannung und Hautwiderstand, erfasst werden. Nach derzeitigem Stand wird die virtuelle Angsttherapie zunächst ausschließlich für stationär behandelte Patienten nach Abschluss einer umfangreichen Diagnostik inklusive körperlicher Untersuchungen angewandt werden.

Die virtuelle Therapie kann nicht eingesetzt werden, wenn ein Alter unter 16 Jahren, eine Schwangerschaft, eine Erkrankung an Epilepsie oder einer Hirnerkrankung, eine akute behandlungsbedürftige somatische Erkrankungen oder eine akute Intoxikation vorliegen. Die ersten Behandlungen werden voraussichtlich ab Januar 2012 erfolgen. Damit ist die Psychiatrische Universitätsklinik Halle eine der ersten Psychiatrischen Kliniken in Deutschland, welche eine virtuelle Angstbehandlung als Ergänzung oder als Alternative zu den herkömmlichen Behandlungsstrategien anbieten wird.

Halle, 14. Dezember 2011

Text: Julia Friedemann

Kinderchirurgie freut sich über Spende des Flughafens

Über ein besonderes Weihnachtsgeschenk können sich die Patienten und Mitarbeiter der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinderchirurgie freuen. Professor Dr. Rainer Finke, Direktor der Klinik, konnte am heutigen Dienstag, 13. Dezember 2011, von Dierk Näther (Geschäftsführer des Flughafens Leipzig-Halle) eine Spende in Höhe von 1000 Euro in Empfang nehmen. Das Geld ist vorgesehen für einen Kinderwagen, zwei kindgerechte Wandbilder für den Elternaufenthaltsraum und ein Mobile zum Anbringen über einem Säuglingsbett.

Neue Kaufmännische Direktorin am Universitätsklinikum

Dr. Bettina Hailer wird neue Kaufmännische Direktorin des Universitätsklini­kums Halle (Saale). Sie wurde vom Aufsichtsrat des Universitätsklinikums mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt und nimmt ihre Tätigkeit zum 1. Februar 2012 auf. In den vergangenen fünf Jahren war Dr. Hailer als Alleingeschäftsführerin der RKU - Universitäts- und Rehabilitationsklini­ken Ulm gGmbH tätig. Die Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Prof. Birgitta Wolff, gratulierte der neuen Kaufmännischen Direktorin und sagte: "Die Stelle des Kaufmännischen Direktors ist eine der Schlüsselpositionen im Klinikum. Mit Dr. Bettina Hailer haben wir für diese Stelle eine hochqualifizierte und erfahrene Klinikmanagerin gefunden, mit der das Hallenser Uniklinikum einen weiteren Schritt in Richtung Konsolidierung tun wird. Ich freue mich natürlich auch, dass diese wichtige Position wieder mit einer qualifizierten Frau besetzt wird."

Die neue Kaufmännische Direktorin wurde 1966 in Aalen (Baden-Württem­berg geboren) und studierte an der Universität Mannheim Betriebswirt­schaftslehre, mit dem Schwerpunkt Organisation und Krankenhauswesen. Ihre Diplomarbeit befasste sich mit dem Thema "Methoden zur Ermittlung von Fehlbelegungen im Krankenhaus". Berufs begleitend promovierte sie über "Das Belegarztsystem als Bestandteil integrierter Gesundheitsleistun­gen".

Neben ihrer Geschäftsführertätigkeit leitete sie bisher zudem die Geschäfte der RKU Ambulant - Rehabilitation und Therapie gGmbH sowie der RKU Invest GmbH. Am RKU ist Dr. Hailer seit 17 Jahren in verschiedenen Funktionen tätig. Bereits im Alter von 29 Jahren leitete sie zwei Einrichtun­gen selbst und unterzog diese einem Veränderungsprozess. Vor ihrer Tä­tigkeit bei RKU arbeitete sie als Unternehmensberaterin bei Ernst&Young in Frankfurt/Main. Dr. Bettina Hailer wirkt als Dozentin an der Hoch­schule Neu-Ulm im deutschlandweit bekannten Studiengang "Betriebs­wirtschaft im Gesund­heitswesen".

Die Diplom-Kauffrau gilt als analytisch und sachlich, kommunikations- und umsetzungsstark, mit Leidenschaft für die Sache. Frau Dr. Bettina Hailer hat im Laufe ihrer Karriere sowohl kommunale als auch private und univer­sitäre Eigentümer kennengelernt. Im Gesundheitswesen sieht sie die Mög­lichkeit, Management unter ethisch-moralischen Gesichtspunkten zu betreiben.

Über das Universitätsklinikum:

Im Universitätsklinikum Halle (Saale) werden in 25 Kliniken, drei zahnärztli­chen Polikliniken und neun Instituten jährlich etwa 40.000 stationäre Pati­enten behandelt. Hinzu kommen mehr als 120.000 ambulante Behandlun­gen in den Ambulanzen mit einem breiten Spektrum an Spezialsprechstun­den. Als einziger Maximalversorger im südlichen Sachsen-Anhalt garantiert das UKH die medizinische Versorgung mit Spezialleistungen für mehr als eine Million Einwohner. Dabei ist das Universitätsklinikum eng mit der Me­dizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verbun­den. Gemeinsam sorgen die Einrichtungen dafür, dass diagnostische und therapeutische Innovationen direkt den Patientinnen und Patienten zu Gute kommen.

In den Kliniken und Instituten werden Fachärzte und medizinisches Füh­rungspersonal ausgebildet, die weit über Sachsen-Anhalt hinaus einen gu­ten Ruf genießen. Mit dem Ausbildungszentrum für Gesundheitsfachberufe ist das Universitätsklinikum einer der größten Ausbilder in Sachsen-Anhalt. Am Universitätsklinikum sind mehr als 3000 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa drei Viertel Frauen. Das UKH ist damit einer der größten Frauenar­beitgeber im südlichen Sachsen-Anhalt.

Halle, 13. Dezember 2011
Foto: RKU Ulm gGmbH

Weihnachtskonzert des Orchesters der Medizinischen Fakultät

Das Orchester der Medizinischen Fakultät lädt am Mittwoch, 14. Dezember 2011, zu seinem traditionellen Weihnachtskonzert in die Aula der Universität (Universitätsplatz 1) ein. Auf dem Programm stehen Weihnachtskonzerte von Schiassi, Torelli, Manfredini und Corelli. Im Anschluss kann das sangesfreudige Publikum bekannte Weihnachtslieder singen, welche das Orchester begleiten wird. Entsprechende Textvorlagen liegen aus. Konzertbeginn ist 19.30 Uhr. Der Eintritt zum Konzert ist frei, um Spenden für den Verein "pro musica e.V." wird gebeten.

Hallescher Wissenschaftler erhält renommierte Übersetzungsförderung

Der am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beschäftigte Wissenschaftler Dr. Heinz-Jürgen Voß erhielt für sein mittlerweile in dritter Auflage erschienenes Buch "Making Sex Revisited: Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch medizinischer Perspektive" (Transcript-Verlag, Bielefeld) die Zusage zur Übersetzungsförderung von der renommierten Institution "Geisteswissenschaften international". Die vom Auswärtigen Amt, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Fritz Thyssen Stiftung und der VG Wort vergebene Förderung "Geisteswissenschaften international" finanziert die Übersetzung hervorragender Werke in Englische Sprache, mit dem Ziel "zu einer weltweiten Verbreitung der geisteswissenschaftlichen Forschungsergebnisse aus Deutschland beizutragen". In dem Buch "Making Sex Revisited" zeigt Voß auf, wie sich die biologischen Theorien über Geschlecht zeitlich wandelten und wie aktuelle biologische Theorien von reiner Zweigeschlechtlichkeit beim Menschen abgehen und die Ausbildung des Genitaltraktes als individuell und vielgestaltig beschreiben. Damit verbindet Voß aktuelle biologische Erkenntnisse mit neueren Forschungen geisteswissenschaftlicher Geschlechterforschung. (Halle, 12. Dezember 2012)

Informationsabend: Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt

Wenn das Wunschkind auf sich warten lässt" - unter diesem Motto steht der Informationsabend des Zentrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie des Universitätsklinikums Halle (Saale). Dieser findet am Mittwoch, 14. Dezember 2011, zwischen 18 und 20 Uhr statt. Die erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums geben Rat und Hilfe bei ungewollter Kinderlosigkeit und hormonellen Störungen. Interessierte erhalten bei dieser Gelegenheit eine Übersicht zum weiten Spektrum der Möglichkeiten in der Kinderwunschbehandlung. Sie bekommen einem Einblick in die sehr komplexen Arbeitsabläufe und lernen auch Mitarbeiter aus dem Laborbereich des Zentrums kennen. Die Veranstaltung findet im Universitätsklinikum, Ernst-Grube-Str. 40, Bettenhaus 2, 1. Ebene, statt. Das Zentrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie wird von Professor Dr. Hermann M. Behre geleitet. Im Zentrum werden schwerpunktmäßig Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sowie Frauen und Männer mit Störungen der Sexualhormone und mit Sexualstörungen behandelt. Infos unter: www.medizin.uni-halle.de/zra

Ethik-Kommission feiert 20. Geburtstag

Im Jahr 1991 fand die erste Sitzung der Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät statt. Die Ethik-Kommission wurde gegründet, um Ärzte und Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät, am Universitätsklinikum und an den akademischen Lehrkrankenhäusern, die ein Forschungsvorhaben am Menschen planen, nach Maßgabe der Berufsordnung und der Deklaration von Helsinki zu beraten. Aus Anlass des 20. Geburtstages lädt der Dekan der Medizinischen Fakultät zu einer akademischen Festveranstaltung ein, die am Mittwoch, 7. Dezember 2011, ab 16 Uhr im Hörsaal der ehemaligen Frauenklinik (Magdeburger Straße 24) stattfindet. Der Gründungsvorsitzende der Ethik-Kommission, Professor Dr. Werner Sziegoleit, der das Gremium bis zum August 2003 leitete, wird über die ersten Jahre der Kommissionsarbeit berichten.

"Die Ethik-Kommission aus der Sicht des forschenden Mediziners" ist das Thema des Vortrages, den Professor Dr. Thomas Seufferlein, der Prodekan Forschung, halten wird. Als externer Referent konnte der Vorsitzende der Zentralen Ethik-Kommission bei der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing (Tübingen), gewonnen werden. Er wird zum Thema "Ethik-Kommissionen für die medizinische Forschung - gegenwärtige und zukünftige Aufgaben" sprechen. Eine Podiumsdiskussion und ein Empfang in den neuen Räumen der Geschäftsstelle der Ethik-Kommission (Magdeburger Straße 16) werden die Veranstaltung abrunden und beschließen.

Die Mitglieder der Ethik-Kommission, zu denen neben klinisch tätigen Ärzten auch theoretische Mediziner, Juristen und Theologen gehören, nehmen ihre Aufgabe auf ehrenamtlicher Basis wahr. Sie sind bei der Ausübung dieser Tätigkeit nicht weisungsgebunden und arbeiten unabhängig. Geprüft werden die wissenschaftliche Qualität, die rechtliche Zulässigkeit und die ethische Vertretbarkeit der vorgelegten Projekte. Zu den Aufgaben der Ethik-Kommission gehört seit einigen Jahren auch die vom Arzneimittel- oder Medizinproduktegesetz geforderte Bewertung von klinischen Prüfungen. Die Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät ist eine von 53 nach Landesrecht gebildeten Ethik-Kommissionen in Deutschland. Sie ist seit ihrer Gründung Mitglied des Arbeitskreises Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland.

Stoffwechselfehlprogrammierung im Mutterleib - EU-Forschungsprojekt startet

Forscher aus vier europäischen Ländern wollen in den kommenden vier Jahren untersuchen, wie sich Übergewicht und Diabetes bei Frauen während der Schwangerschaft auf Gesundheit und Gesundheitsrisiken ihrer Kinder auswirken. Bereits im Mutterleib wird - zusätzlich zu den genetischen Grundlagen - die Basis für die weitere gesundheitliche Entwicklung der Kinder gelegt. Untersuchungen bei so genannten "Retortenbabys" hatten ergeben, dass diese Kinder überdurchschnittlich oft übergewichtig geworden waren. Im Verdacht stehen dabei ein zu nährstoffreiches Kulturmedium oder andere Faktoren, die bei einer In-vitro-Fertilisation einwirken können (höheres Alter der Mütter, Kryokonservierung, etc.). Tierversuche haben inzwischen diesen ganz frühen Einfluss auf die spätere Gesundheit bestätigt, also bereits zu einem Zeitpunkt, an dem eine Mutter noch gar nicht weiß, dass sie schwanger ist.

Wissenschaftler aus sieben Universitäten und Biotechnologiefirmen werden im Rahmen eines gemeinsamen Projektes "EpiHealth" durch die Europäische Union gefördert. Insgesamt stehen dafür 2,9 Millionen Euro zur Verfügung. Davon fließen etwa 370.000 Euro an das hallesche Institut für Anatomie und Zellbiologie. Institutsdirektor Professor Dr. Dr. Bernd Fischer freut sich darüber: "Es ist bereits das sechste Projekt bei uns, das durch die Europäische Union gefördert wird." Er sehe dies als Anerkennung der Forschungsleistungen seiner Arbeitsgruppe. Die EU habe diese Forschungsprojekte in den vergangenen Jahren mit bisher 1,7 Millionen Euro unterstützt.

Bereits seit vielen Jahren beschäftigen sich die halleschen Wissenschaftler mit Stoffwechselerkrankungen. Die Embryologen und Zellbiologen werden nun an Hand eines Tiermodells untersuchen, wie es im Mutterleib innerhalb der ersten sechs Tage nach der Befruchtung zur Fehlprogrammierung des Stoffwechsels kommt. "Wir wollen klären, welche Einflüsse sich bereits weit vor der Geburt, um den Zeitpunkt der Konzeption herum, auf die gesundheitliche Entwicklung der Kinder auswirken." Vielen Ärzten und Laien sei nicht bekannt, dass die Gesundheit des Kindes bereits während der Schwangerschaft zum Teil festgelegt werde. Dies bedeutet beispielsweise, dass Kinder von übergewichtigen Müttern ein höheres Risiko tragen, auch übergewichtig zu werden.

"Angesichts der Prognosen, dass die Zahl der (zum Teil stark) übergewichtigen Menschen in den Industrienationen in den kommenden Jahren stark ansteigen wird, ist es nach unserer Auffassung besonders wichtig, die Mechanismen für solche Fehlentwicklungen zu ergründen", sagt der hallesche Wissenschaftler. Beispielsweise werde erwartet, dass im Jahr 2020 etwa drei Viertel aller US-amerikanischen Frauen und Männer übergewichtig sein werden. Diabetes und aus Übergewicht resultierende Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle hätten Einfluss auf die Lebenserwartung und Lebensqualität der Betroffenen: "Beide sinken bei diesen Risikofaktoren. Daher müssen wir mehr über Gesundheitsdeterminaten für die kommenden Generationen verstehen." Diabetes sei keine genetisch bedingte Erbkrankheit, werde aber im Falle von Schwangerschaftsdiabetes oder bei Übergewicht von der Mutter auf das Kind übertragen.

Zwei junge Wissenschaftlerinnen aus dem halleschen Institut, eine Biologin und eine Ernährungswissenschaftlerin, werden im Rahmen des Forschungsprojektes an ihren Doktorarbeiten arbeiten. Professor Fischer: "Wir glauben, dass vor allem bei den Blastozysten - also dem Entwicklungsstadium des Embryos zwischen dem dritten/vierten bis sechsten Tag nach der Befruchtung - die Fehlprogrammierung des Stoffwechsels erfolgt." Sie werden bei diabetischen Müttern mit Glukose überschwemmt, können jedoch selbst noch kein Insulin herstellen und sind deshalb nicht in der Lage, die Glukose adäquat zu verstoffwechseln. "Die Blastozysten sind schon kleine Diabetiker." Ein neuer Befund aus der Arbeitsgruppe von Professor Fischer ist, dass zudem Fettgewebshormone der Mutter sich bereits auf den Stoffwechsel der Blastozysten auswirken. Da sich die Stoffwechselwege bei Blastozysten und bei Alternsvorgängen ähneln, wird eine der beiden Doktorandinnen über diesen Zusammenhang zwischen dem Beginn und "Ende" des Lebens forschen.

Halle, 2. Dezember 2012

Weiterentwicklung der klinischen Ethikberatung

Das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin stellt am Donnerstag, 8. Dezember 2011, zwischen 10.30 und 12 Uhr das Konzept zur Weiterentwicklung der Klinischen Ethikberatung am Universitätsklinikum Halle (Saale) vor. Professor Dr. Florian Steger, Direktor des Instituts, berichtet über das Konzept und Dr. Arnd T. May, Mitarbeiter des Instituts, spricht über die klinische Ethikberatung in der Praxis. Die Veranstaltung findet im Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, Lehrgebäude/Hörsaal 1, statt. Nach den beiden Vorträgen und dem Grußwort des Ärztlichen Direktors, PD Dr. Thomas Klöss, besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Die Klinische Ethikberatung im konkreten Einzelfall widmet sich ethischen Fragen aus dem Alltag der Behandlung und Pflege von Patienten. Ethikberatung dient der Information, Orientierung und Beratung der verschiedenen an der Versorgung beteiligten bzw. davon betroffenen Personen (z.B. Mitarbeitende und Leitung der Einrichtung, Patienten/Bewohner, deren Angehörige und Stellvertreter im Sinne des Bevollmächtigten oder gesetzlichen Betreuers). Als übergeordnetes Ziel möchte die Ethikberatung dazu beitragen, Entscheidungsprozesse hinsichtlich ihrer ethischen Anteile transparent zu gestalten und an moralisch akzeptablen Kriterien auszurichten (d.h. eine "gute" Entscheidung in einem "guten" Entscheidungsprozess zu treffen). Dabei zielt Ethikberatung auf die Stärkung der ethischen Kompetenz des Einzelnen. Sie trägt zur Qualitätssicherung in der Versorgung von Patienten bei.

Sozialethische Perspektiven in der Rehabilitation

Die Ringvorlesung "Rehabilitation" findet am Donnerstag, 8. Dezember 2011, zum ersten Mal in Wintersemester 2011/2012 statt. Zwischen 14 und 16 Uhr steht im Hörsaal Magdeburger Straße 12 (ehemalige HNO-Klinik) das Thema "Sozialethische Perspektiven in der Rehabilitation" auf dem Programm. Veranstaltet wird die Reihe durch den Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt/Thüringen. Im ersten Vortrag wird Professorin Sigrid Graumann (Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe)

zum Thema: "Assistierte Freiheit - Behindertenpolitische Perspektive für die Rehabilitation" sprechen. Vor dem Hintergrund der  UN-Behindertenrechtskonvention, welche grundlegende Rechte für Menschen mit Behinderungen konkretisiert und damit einen wichtigen Beitrag zur selbstbestimmten Teilhabe und Inklusion in die Gesellschaft leistet, werden wichtige Implikationen für die rehabilitative Versorgung abgeleitet und Schwachstellen identifiziert.

Im zweiten Vortrag wird Professor Florian Steger, seit Sommersemester 2011 Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin, MLU Halle-Wittenberg, die "Ethik der Arztrolle in der Rehabilitationsmedizin" an einem ausgewählten Fallbeispiel illustrieren. Dabei wird insbesondere das Spannungsfeld, in welchem sich Ärzte als "Mensch" und 

"Gutachter" befinden, verdeutlicht.

Altersgesellschaft: Einfluss von Sport auf Altern

Mit einem Vortrag über das Thema "Physikalische Aktivität: Einfluss auf das biologische Alter" wird die öffentliche Ringvorlesung "Die humane Altersgesellschaft: medizinische und soziale Herausforderung" fortgesetzt. Die Reihe veranstalten die hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie und das Interdisziplinäre Zentrum für Altern in Halle. Der Vortrag findet am Donnerstag, 1. Dezember 2011, im Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, Lehrgebäude, Hörsaal 3, statt und startet um 18 Uhr. Referent ist Dr. Alexander Naverrete Santos (Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Forschungslabor). Gesundheitssport wird im Allgemeinen zur Prävention eingesetzt, seine Auswirkung auf Biomarker des Alterns ist wenig untersucht. Während des Alterungsprozesses reichern sich Produkte der Bräunungsreaktion (AGEs) im Körper an und können auch das Altern beeinflussen. Eine einfache Methode für deren Bestimmung ist die Messung der Hautfluoreszenz. Die Hautfluoreszenz spiegelt sowohl das Alter als auch pathologische Zustände wider. Im Rahmen der Vorlesung wird die Bildung und Funktion der AGEs wie der Effekt von moderatem Sport auf die Gesundheit bzw. die Anreicherung der AGEs als "Biomarker des Alters" vorgestellt.