Notfälle
Blutspende
Karriere
Presse
Forschung
Lehre
Patienten
Zuweiser

RHESA - Das Regionale Herzinfarktregister Sachsen-Anhalt

Hintergrund und Fragestellung
Die altersstandardisierte Mortalität bei Herzinfarkt lag im Jahr 2011 in Sachsen-Anhalt um 46% über dem Bundesdurchschnitt (Deutscher Herzbericht 2013). Bisher liegen aber keine standardisiert erhobenen Daten zur Ursache dieser erhöhten Mortalität vor. 
Das Ziel ist es, in einer städtischen und einer ländlichen Wohnbevölkerung des Landes Sachsen-Anhalt eine regionale bevölkerungsbezogene Herzinfarktregistrierung zu etablieren, um zu untersuchen, durch welche strukturellen und prozessualen Determinanten sich die überdurchschnittlich hohe Mortalität am akuten Myokardinfarkt im Land Sachsen-Anhalt erklären und durch welche Maßnahmen sie sich gezielt beeinflussen lässt.

Ziele
- Erforschen der Ursachen für die hohe Herzinfarktsterblichkeit im 
  Bundesland Sachsen-Anhalt,

- Bevölkerungsbasierte Erfassung von Herzinfarkten (HI)

- Schaffen einer detaillierten Datengrundlage zur Planung gezielter Maßnahmen zur  
  Senkung der Herzinfarktsterblichkeit im Bundesland Sachsen-Anhalt,

- Abbilden verschiedener Bereiche der sektorenübergreifenden, gesund-
  heitlichen Versorgung von Herzinfarktpatienten im Land Sachsen-Anhalt

Registerpopulation 
Eine städtische (Einwohner der Stadt Halle) und eine ländliche Bevölkerung (Einwohner der Region Altmark) stellen die Registerpopulation von 345.120 Menschen im Alter von 25 Jahren und mehr. Erwartet werden darin rund 1.700 Herzinfarkte pro Jahr. 

Methoden
Für die Herzinfarktregister-Regionen werden Mortalitäts- und Letalitätsparameter (Prähospitalmortalität, Letalität <48h, 28 und 365 Tage) sowie Versorgungsparameter (u.a. pain to contact, contact to balloon, door to balloon) für ST Hebungsinfarkte und Nicht ST Hebungsinfarkte ermittelt. Des weiteren werden Parameter der Struktur-und Prozessqualität wie Kapazität von Katheterplätzen, Intensiv- und kardiologischen Krankenhausbetten, kardiochirurgischen Abteilungen und Betten, Notarztsystem, Notfallmaßnahmen in der Prähospitalphase sowie kardiale Interventionen untersucht.
 Registriert werden überlebte und tödliche   Herzinfarkte. Überlebte Infarkte werden durch 16 meldende Krankenhäuser an das RHESA übermittelt. Tödliche Infarkte werden von Gesundheitsämtern der Registerregion in Kooperation mit den leichenschauenden Ärzten und Hausärzten an das RHESA gemeldet. 

Ausblick 
Das RHESA bietet eine Basis für gezielte Präventionsmaßnahmen, eine verbesserte Gesundheitsberichterstattung, eine Stärkung der epidemiologischen Versorgungsforschung, eine langfristige Senkung der Herzinfarktmortalität in Sachsen‐Anhalt und eine Vergleichbarkeit mit etablierten Herzinfarktregistern. 

Finanzierung
Das RHESA wird im Jahr 2016 über folgende Institutionen finanziert:

  • Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt
  • IKK Gesund plus
  • AOK Sachsen-Anhalt 
  • Verband der Ersatzkassen e. V.
  • Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau
  • Deutsche Herzstiftung e.V.
  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG)