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Wissen/Unkenntnis über Hebammenhilfe

Frauen wissen Bescheid über die Hausbesuche der Hebamme in den ersten Tagen nach der Geburt. Darüber hinaus ist ihnen unklar, welche Arten der Hebammenbetreuung es gibt und was von der Krankenkasse bezahlt wird.

Frauen erfahren eher zufällig von Hebammenhilfe. Sie erwarten aber die Aufklärung darüber von ihrem Frauenarzt / Frauenärztin. Alternativ können sich Frauen vorstellen durch eine Broschüre oder einen Vermerk im Mutterpass, auf den der Arzt / Ärztin verweist, über die Leistungen der Hebamme informiert zu werden. Frauen wissen nicht, was eine freiberufliche Hebamme macht. Sie kennen auch nicht den Unterschied zwischen Hebamme und Familienhebamme. Viele Frauen können sich nicht vorstellen, wie sehr sie von der Betreuung durch eine Hebamme profitieren können, weil sie gar nicht wissen, welche Untersuchungen und Kontrollmaßnahmen eine Hebamme vornehmen darf.

Manche Frauen haben zu hohe oder zu niedrige Erwartungen an die Möglichkeiten der Hebammenhilfe. Rückblickend betrachtet, berichten Frauen von vielen Beratungsthemen und Maßnahmen, die sie positiv oder negativ mit der Versorgung durch Hebammen in Verbindung bringen. Manchmal wurden Themen für sie auch zu spät angesprochen. Es ist Frauen nicht bewusst, dass die Vorsorgeuntersuchungen dazu dienen, Abweichungen von einer normalen Schwangerschaft zu erkennen. Sie wissen auch nicht, wie die Betreuung einer normalen Geburt aussehen könnte, dass die Betreuung einer Geburt in unterschiedlichen Umgebungen (Zuhause, Geburtshaus, Klinik) anders gestaltet wird und welche Maßnahmen in der Klinik typisch sind.

Frauen wünschen sich im Geburtsvorbereitungskurs vor allem umfassende Informationen über normale Schwangerschaftsveränderungen und über die Geburt, aber auch über das Wochenbett und das Thema Stillen. Sie wissen zu wenig über Inhalte und Schwerpunkte von Geburtsvorbereitungskursen, die von verschiedenen Hebammen und Kliniken angeboten werden. Diese Kurse sollten standardisiert sein (d.h. bestimmte Themen unbedingt enthalten), damit jede Frau ein Mindestmaß an Informationen und Übungen erhält.

Frauen sind verwirrt, wenn ihnen Fachpersonen unterschiedliche Ratschläge geben. Sie erhalten so eigentlich keine verlässliche Information über Entscheidungsmöglichkeiten, sondern werden verunsichert. Frauen wünschen sich Beratungsgespräche mit einer Hebamme, um die vielen Informationen mit ihr zu bewerten und zu sortieren. Sie nutzen die Gespräche mit der Hebamme auch gerne, um sich Diagnosen des Arztes / Ärztin erklären zu lassen.

Hebammen werden auf der Wochenstation, auf der gynäkologischen Station (z.B. bei vorzeitigen Wehen), aber auch bei der Geburt nicht immer als Hebammen erkannt. Frauen unterscheiden somit nicht unbedingt zwischen Hebamme und Pflegekraft. Es ist deshalb möglich, dass Unzulänglichkeiten der Pflegekräfte den Hebammen zugeschrieben werden.

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