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Entscheidungsfindung

Um eine gute Entscheidung zu treffen, erwarten Frauen, dass die Hebamme aus eigener Initiative heraus Informationen gibt und sie berät. Frauen schätzen frühzeitige Erklärungen und eine Betreuung, die vorausschauend ist und sie auf mögliche Ereignisse einstellt. Sie möchten aufgezeigt bekommen, welche verschiedenen Möglichkeiten des Tuns und Verhaltens es für sie gibt. Frauen können eine begründete Entscheidung über den Geburtsort nur treffen, wenn sie sich auf die Geburt vorbereitet und selbst über verschiedene Geburtsorte informiert haben.

Frauen wünschen sich, umfassend aufgeklärt zu werden und ausreichend Zeit zu haben, um eine eigene Entscheidung zu treffen. Sie erwarten von der Hebamme Informationen, die wissenschaftlich belegt und wertfrei sind, das heißt zum Beispiel: Informationen über Maßnahmen, die wirksam sind und nicht von der Werbung von Firmen oder der Meinung der Hebamme beeinflusst sind. Sie sind aber auch offen für Maßnahmen, die (noch) nicht wissenschaftlich belegt sind, wenn ihnen deren Notwendigkeit erklärt wird.

Frauen wünschen sich ergänzend zur Hebammenbetreuung mehr allgemein zugängliche, schriftliche Informationen und Listen zu Themen, die in der Schwangerschaft, bei der Geburt, im Wochenbett und während der Stillzeit wichtig sind. Diese sollten fachlich begründet und wertfrei sein. Außerdem sollten die Frauen, Hebammen und Arztpraxen in gleicher Weise informiert werden, um die Frauen nicht mit unterschiedlichen Meinungen zu verwirren.

Wenn Frauen mit Hilfe der Unterstützung der Hebamme erfahren, dass sie selbst etwas bewirken und über ihre Betreuung entscheiden können, stärkt das ihr Wohlbefinden, ihre Sicherheit und ihre Entschlossenheit zu einer weiteren natürlichen Geburt. Frauen möchten alles "richtig" machen und wollen von der Hebamme viel lernen. Sie möchten vieles allein machen, benötigen dafür jedoch die praktische Unterstützung der Hebamme. Es tut Frauen gut, wenn die Hebamme sie ermutigt, auf ihren Körper zu achten und auf ihr eigenes Gefühl zu vertrauen. Wenn die Entscheidungen der Frauen ernst genommen werden, sehen sie sich auch in der Lage, schwierige Situationen zu meistern und ihr Verhalten so zu ändern, dass es positiv für ihre Gesundheit ist.

Frauen möchten frühzeitig darüber aufgeklärt werden, dass sie auch medizinische Maßnahmen ablehnen können. Wenn sie das tun, wünschen sie sich, dennoch respektvoll behandelt zu werden.

Besonders bei einer Klinikgeburt haben Frauen bei ihrer Betreuung den Eindruck, dass alles routinemäßig abläuft und sie keinen Einfluss darauf haben. Wenn sie keine Erläuterungen und Entscheidungsmöglichkeiten erhalten, ist das für sie so, als würden andere Personen über sie bestimmen. Sie sind enttäuscht, dass sich die Auskünfte zur Geburtsbegleitung am Infoabend in der Klinik und die Wirklichkeit unterscheiden. Frauen machen die Erfahrung, dass in der Klinik nur eine schnelle Geburt als gute Geburt gilt. Sie glauben, dass zu schnell mit medizinischen Maßnahmen in den Geburtsverlauf eingegriffen wird und befürchten, dass sie einen Kaiserschnitt bekommen, nur weil er sich für die Klinik finanziell lohnt. Während einige Frauen bezweifeln, dass die Klinikversorgung für sie selbst und ihr Kind immer sicher ist, erscheint die Klinik für andere Frauen ein sicherer Ort für die Geburt ihres Kindes zu sein.

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