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Pflegende Angehörige bedarfsgerecht unterstützen

Zeitraum 

  • Mai 2017- April 2018

Leitung

  • Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer

Mitarbeiterinnen

Partner

  • AOK Sachsen-Anhalt

Förderung

  • Finanzierung durch AOK Sachsen-Anhalt

Zusammenfassung

 

Hintergrund

Ausgangslage für das Projekt ist die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen-Anhalt mit zunehmenden Herausforderungen für die Weiterentwicklung von Pflege- und Versorgungsstrukturen bei gleichzeitig steigendem Pflegebedarf. Im Pflegereport 2016 des AOK-Bundesverbandes wird auf die fortbestehende Notwendigkeit familiärer Pflege verwiesen. Diese erfolgt oft im sogenannten „Versorgungsmix“, einem typischen Zusammenspiel von formellen und informellen Hilfen, das sich wesentlich von anderen europäischen Pflege- und Versorgungssystemen unterscheidet. Eine zentrale Frage in der Weiterentwicklung dieses Versorgungsmix bezieht sich auf die Stabilisierung familiärer Pflege. Um passgenaue und individuelle Unterstützungsangebote unterbreiten zu können, ist es unabdingbar, die Situation pflegender Angehöriger genau zu kennen.

 

Ziel 

Die Situation pflegender Angehöriger, die ohne professionelle Unterstützung pflegen, soll betrachtet werden, um individuelle und bedarfsgerechte Beratungs- und Unterstützungsangebote unterbreiten und den Zugang dazu erleichtern zu können. Es soll untersucht werden, welche Belastungen sie angeben sowie welche Unterstützungsmöglichkeiten gewünscht, akzeptiert und tatsächlich genutzt werden. Langfristig sollen die Erkenntnisse in die individuelle Pflegeberatung der AOK einfließen und der Angebotsentwicklung in den Regionen durch verschiedene Akteure auf der kommunalen Ebene und der weiteren Angebotsvernetzung dienen.

 

Methode

Zur Einschätzung der Belastungssituation werden standardisierte Beratungsgespräche durchgeführt. Dazu wurden Literaturrecherchen zum aktuellen Forschungsstand erstellt, welche die spezifischen Belastungen von pflegenden Angehörigen, Gründe der Nichtinanspruchnahme professioneller Unterstützung, sowie geeignete Assessmentinstrumente ermittelten. Die Kurzversion der Häuslichen Pflege-Skala wurde ausgewählt und durch weitere, die Situation pflegender Angehöriger beschreibende Fragen ergänzt. Der Fragebogen enthält zusätzlich Hinweise für die Pflegeberater/innen der AOK, um entsprechend der vorliegenden Belastungssituation passgenaue Unterstützungsangebote unterbreiten zu können. Zur Durchführung werden die Pflegeberater/innen entsprechend geschult, die Befragung mit pflegenden Angehörige im Großraum Halle sowie im Burgenlandkreis durchführen zu können. Die Intervention wird in einer Nachbefragung auf ihre Wirkung überprüft. Handlungsempfehlungen zur Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Routineversorgung der AOK Sachsen-Anhalt werden anschließend daraus entwickelt. 

 

Erwartete Ergebnisse

Erwartet werden Erkenntnisse zur Belastungssituation pflegender Angehöriger in Sachsen-Anhalt, die bisher keine professionelle Unterstützung nutzen. Neue Erkenntnisse werden außerdem zu den Gründen der Nichtinanspruchnahme professioneller Hilfen gewonnen. Erkenntnisse zur Wirkung individueller Beratung zu passgenauen Unterstützungsangeboten sollen der Verbesserung der regelhaften Pflegeberatung der AOK Sachsen-Anhalt dienen.