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Integration von geschlechtsspezifischer Medizin in die Curricula der Studiengänge der Medizinischen Fakultät

Kurztitel

  • GenderMed

Zeitraum                  

  • Januar – Dezember 2018

Leitung                  

Mitarbeiterin                  

Förderung               

  • Hochschulpaktmittel

Zusammenfassung:

 

Hintergrund:

Geschlechtsspezifische Medizin betrachtet Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei verschiedenen Krankheiten. Dabei wird sowohl die biologische („sex“; z. B. Reproduktionsorgane, Sexualhormone) als auch die soziokulturelle („gender“; z. B. gesellschaftliche Erwartungen, Lebensstil, Verhalten) Dimension des Geschlechts einbezogen. Beide Dimensionen tragen zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Erkrankungen (z. B. kardiovaskulären, neurologischen, psychiatrischen) sowie Unterschieden im Gesundheits- und Präventionsverhalten bei. Das Angebot geschlechtsspezifischer Inhalte ist, anders als in mehreren anderen europäischen Ländern, in den medizinischen Curricula in Deutschland sehr heterogen geregelt und nur wenige Medizinische Fakultäten haben bisher geschlechtsspezifische Aspekte in die Lehre integriert. Aktuell kann daher, in Folge mangelnder geschlechtsspezifischer Kompetenzen zukünftiger Ärzte und Ärztinnen, keine geschlechtsspezifische medizinische Versorgung von Patienten und Patientinnen gewährleistet werden. Die in den letzten Jahren gewonnenen empirischen Ergebnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden z. B. in der Häufigkeit, Wahrnehmung und Ausprägung von Erkrankungen, zur Arzneimittelwirksamkeit (Verstoffwechselung, Nebenwirkungen etc.) oder dem Gesundheitsverhalten müssen systematisch in die medizinische Lehre integriert werden. 

 

Projektziel:

Ziel des beantragten Projektes ist die strukturierte Weiterentwicklung der Curricula der Medizinischen Fakultät im Hinblick auf die Integration geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte in Lehre und Prüfung. Im Rahmen des Projektes sollen curricular verankerte Angebote in Form von Unterrichts- und Reflexionseinheiten sowie deren didaktische Beschreibung entwickelt werden. 

Methoden:

  1. Protokoll-gestützte Literaturrecherche zu Definition, Integration, Umfang und Evaluation geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte der Curricula Medizinischer Fakultäten
  2. Strukturierte Experteninterviews mit Mitgliedern des Ärztinnenbundes bzw. durch diesen empfohlene Experten und Expertinnen 
  3. Konzeption von Lehr- und Lerneinheiten zu geschlechtsspezifischen medizinischen und sozialen Inhalten 
  4. Fokusgruppe mit Mitgliedern des Lehrausschusses und Vertretern bzw. Vertreterinnen der relevanten Lehrfächer zur Diskussion der Lehr- und Lerneinheiten 
  5. Ggf. Modifikation der Lehr- und Lerneinheiten und Konsentierung im Fakultätsrat
  6. Befragung der Fachbeauftragten der Fakultät zur Implementierung der Inhalte (12 Monate nach Fakultätsratsbeschluss)     

Erwartete Ergebnisse:

Auf Basis der Literaturrecherche und der strukturierten Experteninterviews wird ein Vorschlag zur Integration geschlechtsspezifischer medizinischer und sozialer Inhalte entwickelt, zur Implementierung vorbereitet (Meilenstein 1) und publiziert (Meilenstein 2). Interimistischer Erfolgsparameter des Projektes ist der Mehrheitsbeschluss im Fakultätsrat zur Integration der geschlechtsspezifischen Inhalte. Finaler Erfolgsparameter ist die erfolgte Umsetzung der Inhalte innerhalb eines Jahres nach dem Fakultätsratsbeschluss (Meilenstein 3). Die geschlechtsspezifischen medizinischen und sozialen Inhalte werden in den Prüfungen abgebildet und der üblichen Auswertung des Lernerfolgs unterzogen.