Die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird mit Kooperationen regionaler und überregionaler Partner an gemeinsamen Fragestellungen gestärkt. Mit der Konzentration personeller und materieller Ressourcen sowie durch die überregionale Ausnutzung von Kapazitäten und Fachwissen erfolgt in Forschungsverbünden eine effektivere Bearbeitung interessanter Fragestellungen. Die interdisziplinäre Arbeit an einer gemeinsamen Thematik ermöglicht die optimale Koordination von Grundlagen- und Versorgungsforschung sowie einen frühen Transfer der Forschungsergebnisse. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über bestehende Verbundprojekte der Medizinischen Fakultät.

Hauptziel des DFG-Graduiertenkollegs 2155 "Protein Modification: Ageing" ("ProMoAge") ist die Erforschung von sogenannten posttranslationalen Proteinmodifikationen (PTM) zellulärer Proteine als ein Schlüsselmechanismus des Alterns und deren Einfluss auf alternsrelevante Signalproteine und epigenetische und transkriptionelle Regulationsprozesse. Kenntnisse über diese molekularen Mechanismen, die zu altersabhängigen Einschränkungen von Organfunktionen führen, können dazu beitragen, den Gesundheitszustand älterer Menschen zu verbessern. Deshalb sind weitere große Ziele die Identifikation neuer Biomarker für das Altern und altersassoziierte Erkrankungen, aber auch die Qualifizierung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine Laufbahn im Bereich der interdisziplinären Alternsforschung.

  • Sprecher: Prof. Dr. Andreas Simm
  • Laufzeit: 2016 - 2025

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Mit dem DFG-Graduiertenkolleg 2467 "Intrinsisch ungeordnete Prozeine" wird ein neuer Schwerpunkt an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg etabliert. Intrinsisch ungefaltete Proteine (intrinsically disordered proteins, IDPs) oder ungefaltete Protein-Regionen (intrinsically disordered regions, IDRs), bei denen keine definierten Strukturmerkmale nachweisbar sind, nehmen etwa 40 Prozent der Proteome höherer Eukaryoten ein. Viele dieser flexiblen Proteine und Proteinregionen sind bis heute wenig untersucht, obwohl sie wichtige Funktionen bei der Regulation biologischer Prozesse und beim Aufbau dynamischer biologischer Superstrukturen, wie beispielsweise der Bildung membranloser Organellen, erfüllen. IDPs/IDRs werden von einer interdisziplinären Gruppe von (Nachwuchs-)Wissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern bestehend aus Biochemikern, Biophysikern und Zellbiologen untersucht.

  • Sprecherin: Prof. Dr. Andrea Sinz (Naturwissenschaftliche Fakultät I der MLU)
  • Co-Sprecher: Prof. Dr. Stephan Feller (Medizinische Fakultät der MLU)
  • Laufzeit: 2019 - 2023

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"Institutionelle Kontexte, Gesundheit und gesundheitliche Ungleichheiten bei jungen Menschen. Ein Lebensphasenansatz" ist der Name der DFG-Forschungsgruppe 2723 (FOR 2723), deren Leitung an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angesiedelt ist. Die FOR 2723 untersucht, wie institutionelle Kontexte von der Geburt bis zum jungen Erwachsenenalter mit der Entstehung gesundheitlicher Ungleichheiten verbunden sind. Das Projekt ist die erste DFG-geförderte Forschungsgruppe im Feld der Medizinischen Soziologie/Public-Health-Forschung.

  • Sprecher: Prof. Dr. Matthias Richter
  • Laufzeit: 2019 - 2022

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Die NAKO Gesundheitsstudie ist eine bundesweite, bevölkerungsbezogene Kohortenstudie zur Untersuchung der Entstehung von chronischen Volkskrankheiten wie Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge, Diabetes, Krebs, neurodegenerative/-psychiatrische und Infektionskrankheiten. Außerdem stehen die subklinischen Vorstufen und auftretenden funktionellen Veränderungen im Fokus. Die NAKO ist ein gemeinsames interdisziplinäres Vorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Helmholtz-Gemeinschaft, den Universitäten und anderen Forschungsinstituten in Deutschland. An der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität ist eines von 18 Studienzentren der NAKO Gesundheitsstudie angesiedelt. 2019 konnte bereits der 10.000. Teilnehmende begrüßt werden.

  • Ansprechpartner: Dr. rer. medic. Alexander Kluttig
  • Laufzeit: 2013 - 2023

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Dem interdisziplinären und kooperativen Ansatz entsprechend wurden im DFG-Graduiertenkolleg 1591 "Posttranskriptionelle Regulation der Genexpression: Mechanismen und Rolle in der Pathogenese" regulatorische Mechanismen der posttranskriptionellen Kontrolle der Genexpression charakterisiert und deren Bedeutung in der Pathogenese untersucht. Die Genexpression wird auf transkriptioneller und posttranskriptioneller Ebene reguliert. Die posttranskriptionelle Kontrolle der Genexpression umfasst die Regulation von mRNA-Prozessierung, -Abbau, -Translation und unter spezifischen Bedingungen deren gerichteten Transport in spezifische subzelluläre Bereiche. Wesentliche bis dato bekannte Regulatoren dieser Prozesse sind RNA-bindende Proteine (RBPs) und nicht-kodierende RNAs, welche die microRNAs (miRNAs, miRs) in höheren Eukaryonten und kleine nicht-kodierende RNAs (sRNAs) in Bakterien umfassen. Ein zentrales und sich schnell entwickelndes Forschungsfeld untersucht die Bedeutung von RNA-bindenden Proteinen und nicht-kodierenden RNAs in der Pathogenese. Das GRK ist nach einmaliger Verlängerung der Förderung im Jahr 2019 planmäßig geendet.

  • Sprecher: Prof. Dr. Stefan Hüttelmaier
  • Laufzeit: 2010 - 2019

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