Eugen-Münch-Preis 2019 in der Kategorie praktische Anwendung geht an das FORMAT-Projekt

In der Kategorie praktische Anwendung hat das Forschungsprojekt FORMAT, das an der Universitätsmedizin Halle angesiedelt ist, den Eugen-Münch-Preis 2019 gewonnen. Der Preis für FORMAT ist mit 6.000 Euro dotiert und wird von der Münch Stiftung vergeben. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung von Prof. Dr. Patrick Jahn, Leiter des Projekts.

Das Projektteam hat sich zum Ziel gesetzt, Digitalisierung und Robotik zu nutzen, um die Patientenversorgung zu verbessern und das selbstbestimmte Leben auch im Alter in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Professionelle Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, aber auch Patientinnen und Patienten sowie pflegende Angehörige haben im „Future Care Lab“ die Möglichkeit, neue Technologien kennenzulernen, zu nutzen und in engem Austausch sinnvolle Anwendungen zu definieren. Der Umgang mit den Technologien ist zudem Teil der Ausbildung an der Universitätsmedizin Halle. Einige Module im Studium werden gemeinsam von Pflege- und Medizinstudierenden belegt, was zusätzlich die Rollenverständnisse verändert und die Position der Pflege stärkt. Auch pflegende Angehörige können die Schulungen besuchen. Die Wirksamkeit der Anwendungsszenarien wird wissenschaftlich evaluiert.

Patrick Jahn ist Krankenpfleger und Professor für Pflegewissenschaft am Institut für Gesundheitswissenschaften der Universität Tübingen und nach wie vor Leiter des FORMAT-Projekts an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.  Zuvor war er seit 2010 Leiter der Stabsstelle Pflegeforschung und Leiter der Pflegeexperten am Universitätsklinikum Halle. In seiner Promotion hat er sich mit der Förderung des schmerzbezogenen Selbstmanagements von onkologischen Patienten beschäftigt. Seine Forschungs- und Entwicklungsprojekte sind stets in der Versorgung verankert.

Die Gewinner des Münch-Preises wurden aus mehr als 100 Einsendungen von der Jury ausgewählt, der Daniel Bahr (Mitglied des Vorstands der Allianz Private Krankenversicherungs-AG), Fraua Ferlemann (Redakteurin BR, Wissen und Bildung aktuell), Prof. Marion Haubitz (Direktorin der Medizinischen Klinik III am Klinikum Fulda), Dr. Helmut Schönenberger (Geschäftsführer UnternehmerTUM), Dr. Ilona Köster-Steinebach (Geschäftsführerin Aktionsbündnis Patientensicherheit), Prof. Leonie Sundmacher (Leiterin Fachbereich Health Service Management, LMU München) und Staatssekretär Andreas Westerfellhaus (Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung) angehören. 

Der Eugen Münch-Preis wird seit 2015 jährlich in zwei Kategorien (Versorgungsforschung, praktische Anwendung) verliehen. Ausgezeichnet werden innovative Arbeiten, die zu einer effizienteren und patientenorientierteren Gesundheitsversorgung beitragen können. 

Die Stiftung Münch wurde 2014 von Eugen Münch ins Leben gerufen. Das Stiftungsziel ist es, trotz einer alternden Gesellschaft weiterhin allen Menschen den Zugang zu nicht rationierter Medizin zu ermöglichen. Die Stiftung unterstützt Wissenschaft, Forschung und praxisnahe Arbeiten in der Gesundheitswirtschaft und fördert den nationalen und internationalen Austausch. Sie arbeitet unabhängig und stellt ihr Wissen öffentlich zur Verfügung.

Die Gesamt-Pressemitteilung der Stiftung Münch ist hier zu finden: https://www.stiftung-muench.org/eugen-muench-preis-2019-geht-an-steffen-flessa-patrick-jahn-franz-pfister-und-matthias-graeser/