Die zukunftsfähige Sicherstellung der Vereinbarkeit von klinischer Versorgung und wissenschaftlicher Tätigkeit in jeder Karrierestufe der forschenden Ärztinnen und Ärzte ist die Grundlage zur Erfüllung der besonderen Aufgaben der Universitätsmedizin in Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Dazu müssen sichtbare, verlässliche und attraktive Karrierewege, berufliche Perspektiven sowie langfristig eigenständige Positionen für forschende Ärztinnen und Ärzte entwickelt und implementiert werden. Das Advanced-Clinician-Scientist-Programm der Universitätsmedizin Halle richtet sich an externe Interessierte. Zielgruppe des Programms sind habilitierte externe Ärztinnen und Ärzte mit abgeschlossener Facharztweiterbildung.

Auch nach der Facharztqualifikation müssen geschützte Zeiten für Forschung im Verbund mit einer i.d.R. spezialisierten klinischen Tätigkeit verbindlich zugesichert werden. Als Instrument zur Realisierung hat die Medizinische Fakultät der MLU das Advanced Clinician Scientist (ACS) Programm etabliert.

Bei erfolgreicher Bewerbung stellt die Fakultät zur Förderung Ihrer Forschung ein Paket in Höhe von 120.000,- € pro Jahr (zunächst) befristet für 3 Jahre zur Verfügung. Die Stelle wird zu 65 Prozent aus der Krankenversorgung und zu 35 Prozent aus dem ACS-Paket der Fakultät finanziert.

  1. Ausbau einer wissenschaftsorientierten und strukturierten Personalentwicklung sowie Personalakquise an der Universitätsmedizin Halle, die Forschungszeiten und -räume auch nach der Facharztqualifikation schützt.
  2. Unterstützung der Akquise von wissenschaftlich aktiven externen fachärztlichen Personal.
  3. Im Bereich der Krankenversorgung sollen die ACS eigenständige Leitungspositionen für Bereiche- bzw. Arbeitsgruppen innehaben (OA-Stelle). Dies wird durch die zunehmende Subspezialisierung zunehmend möglich und nötig.

Voraussetzungen:

  • abgeschlossene Facharztweiterbildung im avisierten Fachgebiet notwendig
  • herausragende wissenschaftliche Qualifikation
  • Nachweis kontinuierlicher, überdurchschnittlicher selbstandiger wissenschaftlicher Tätigkeit
  • Passfähigkeit der wissenschaftlichen Vorleistungen zu den Schwerpunkten der Universitätsmedizin Halle (Saale)
  • Habilitation bzw. habilitationsequivalente Leistungen (wünschenswert)
  • Schwerpunkt- oder Zusatzweiterbildung (wünschenswert)

Bewerbungsunterlagen:

  • Lebenslauf
  • wissenschaftliche Kennzahlen
  • klinische Qualifikation,
  • Forschungskonzept
  • Befürwortung durch die aufnehmende Einrichtung

Die Ausschreibung des Advanced Clinician Scientist Programmes erfolgt unregelmäßig. Wir informieren darüber auf der Seite der Stellenangebote.

aktuelle Teilnehmer

  • PD Dr. Höll, Jessica (seit 2019); Pädiatrie I
  • apl. Prof. Dr. Ronellenfitsch, Ulrich (seit 2019); Viszeralchirurgie

 

 

Herzchirurgie

Die Universitätsklinik und Poliklinik für Herzchirurgie zeichnet sich durch eine besonders starke Forschungsaktivität innerhalb der Universität aus. Die etablierten Methoden umfassen ein breites Spektrum der Grundlagen- und der translationalen Forschung. Molekularbiologische Analysemethoden, Zellmodelle sowie Kleintiermodelle stehen zur Verfügung. Thematisch wird auf die folgenden Schwerpunkte fokussiert:

  1. Alterung
  2. Organprotektion
  3. Datenanalyse mittels „machine-learning“ Methoden

Diese Forschungsaktivitäten werden mit Durchführung von klinischen Studien sowohl in AMG- als ich im MPG-Bereich ergänzt

1. Alterung

Im Rahmen des Schwerpunkts Altern wird zum einen in diesem Projekt die nichtenzymatische Modifikation von Histonen durch Proteinglykierung und deren Einfluss auf die epigenetische Regulation der Zellfunktion bzw. der Entwicklung der zellulären Seneszenz analysiert. In einem weiteren Projekt werden Oberflächenmarker in seneszenten Endothelzellen identifiziert und validiert. Die grundlagenforschungsorientierten Forschungsvorhaben werden mit der groß angelegten epidemiologischen Studie zum gesunden Altern (BIOSALSA) ergänzt. Weitere Projekte verfolgen einen translationalen Ansatz zur Klärung der Zusammenhänge zwischen Altern und Ernährung.

2. Organprotektion

Im neuen Forschungsbereich arbeiten wir an der pharmakologischen Konditionierung des Organspenders und -empfängers sowie an der Verbesserung der Herzkonservierung. Hinsichtlich der Herzkonservierung forschen wir sowohl an der Verbesserung der kalten Lagerung mithilfe von Protektionslösungen als auch an der Entwicklung von Perfusionsverfahren zur Erhaltung der Herzen während des Transports. Neben der Erhaltung der kontraktilen Funktion stellen auch die Überwachung und Verbesserung der myokardialen Mikrozirkulation während der Maschinenperfusion und nach der Herztransplantation einen wichtigen Schwerpunkt dar. Die Versuche dieses Forschungsbereichs finden an Klein- und Großtieren (in Kooperation mit der Universität Heidelberg) statt. In den Projekten zur vaskulären Ischämie/Reperfusion werden Signaltransduktionswege und neue Therapiekonzepte zur Verringerung des Reperfusionsschadens untersucht. Das Ziel eines weiteren Forschungshabens ist die Identifikation neuer pharmakologischer Interventionsmöglichkeiten im Rahmen von Reanimationsbehandlungen.

3. Datenanalyse mittels „machine-learning“ Methoden

Die Homöostase lebender Systeme beruht auf komplizierten Netzwerken von Rückkopplungsschleifen und nicht auf unabhängigen bivariaten linearen Korrelationen. Daher entwickelt unser Team neuartige Algorithmen der künstlichen Intelligenz, um die Fähigkeit der Forscher zu erhöhen, sinnvolle proteomische oder genetische Muster in den Daten zu erkennen. Die Bereiche der algorithmischen und methodischen Expertise sind Netzwerkanalyse, Variablenauswahl, nicht-überwachte, semi-überwachte und überwachte Dimensionalitätsreduktionen und Clustering in einem theoretischen Rahmen, der auf Riemannscher Geometrie und algebraischer Topologie basiert. Die Forschungsschwerpunkte der herzchirurgischen Forschung sind in den Forschungsaktivitäten der Universität stark eingebunden. Über die Leitung des Graduiertenkollegs „ProMoAge“ vertreten wir einen der wichtigsten Schwerpunkte „Altersforschung“ der Fakultät. Die Projekte zur Organprotektion haben eine thematische Bindung zum Schwerpunkt „Signaltransduktion“. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe wurden sowohl fakultätsintern (bester Vortrag Lars Saemann, Forschungstag 13.05.2022) sowie international (Paul-Whitney-Award 2021, American Heart Association) gewürdigt. Darüber hinaus bestehen Verknüpfungen zum Schwerpunkt „Versorgungsforschung“ über die BIOSALSA-Studie. Darüber hinaus könnten wir unsere Expertise in Machine-Learning in das Profilzentrum „Bioinformatik & Data Management“ einbringen.


Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie

Der Forschungsschwerpunkt der Klinik für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie liegt u.a. im Bereich gastrointestinaler und (neuro-)endokriner Tumore und ist am Universitätsklinikum eng vernetzt, sowohl im grundlagenwissenschaftlichen/translationalen Bereich (u.a. GRK2751), als auch im klinischen Bereich (multidisziplinäre Studien, Onkologisches Zentrum, etc.).