Unser Labor führt vorwiegend durchflusszytometrische Routine- und Spezialuntersuchungen entprechend den Anforderungen für alle Auftraggeber innerhalb und außerhalb des Universitätsklinikums durch. Wir sind in Programme zum Immunomonitoring involviert.

Wir arbeiten auf dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik unter Beachtung von Vorgaben durch Gesetze und Verordnungen. Unsere Qualitätspolitik beinhaltet, alle labordiagnostischen Daten nach einer möglichst kurzen Probenbearbeitungszeit zur Verfügung zu stellen. Rückfragen der Einsender werden fachkompetent beantwortet.

 

Unsere Schwerpunkte

  • Diagnostische Zellphänotypisierung (Oberfläche, intrazellulär) zur Leukozytentypisierung für Leukämietypisierung und Immundefektdiagnostik
  • Untersuchungen von Leukozyten in bronchoalveolärer Lavage-Flüssigkeit (BALF)
  • Funktionsmessung von zytotoxischen Zellen (CD107) bzw. Granulozyten (oxidativer Burst)
  • T-Zellrezeptoranalyse (Klonalitätsnachweis)
  • Messung antigenspezifischer T-Lymphozyten mittels Tetramer- und ELISPOT-Technologie

1. Qualitativer und quantitativer Antigennachweis (Oberfläche, intrazellulär) 

  • Lymphozytentypisierung ('zellulärer Immunstatus', T-, B- NK-, Ratio CD4/CD8) 
  • Überwachung einer Transplantatabstoßung (Virusinfektion?)
  • Überwachung von Immunsuppression (Helferzellzahl zu stark dezimiert? Virusinfektion?)
  • Überwachung der B-Zelldepletion unter Rituximab-Therapie
  • Bestimmung von Thymus-entstammenden Vorläuferzellen zur Abklärung bei Lymphopenie
  • Nachweis von suppressiven T-Regulatorzellen
  • Messung des T-Zellrezeptor-Repertoires (Klonalität?)
  • Bestimmung des Anteils von B-Gedächtniszellen und T-Gedächtniszellen (ausreichende Differenzierung?)
  • Bestimmung der CVID-Subtypen (Freiburg-Klassifikation)

2. Messung antigenspezifischer T-Lymphozyten mittels Tetramer- und ELISPOT-Technologie

3. Funktionelle Granulozyten-/Monozytentests 

  • Antigenpräsentationsfähigkeit der Monozyten ('Immunparalyse')
  • Phagozytose bzw. Oxidativer Burst

4. Bestimmung der NK-Zellzytotoxizität (CD107-Nachweis)

Indikation: Verdacht auf interstitielle Lungenerkrankungen (Sarkoidose, exogen allergische Alveolitis), Lymphom (B-Zellklonalität), Histiozytosis X (CD1a-Nachweis) o.a. Erkrankung. Eine Eisenfärbung kann zur Differenzierung phagozytärer Einschlüsse (Eisenüberladung als Schweißer oder nach Erythrophagozytose) angefordert werden.

Material: 30-50 ml bronchoalveoläre Lavageflüssigkeit (möglichst innerhalb von 4 h nach Abnahme ins Labor, kühl lagern) 

Angaben: Verdachtsdiagnose, Raucherstatus, Vorbehandlung (bes. immunsuppressive Medikamente), Instillationsvolumen / Rückgewinnungsvolumen, Ort der Lavage (Lappen- bzw. Segmentangabe)

Durchführung: Nach Filtration und Zentrifugation wird die Zellzahl bestimmt, Zytozentrifugenpräparate angefertigt und eine Immunphänotypisierung mit dem Durchflusszytometer durchgeführt. Die Qualität der BALF wird mikroskopisch beurteilt (Anteil an Epithelzellen, Bakterien und Pilzen) und die Leukozyten (Neutrophile, Makrophagen, Lymphozyten, Eosinophile, Plasmazellen, Mastzellen) differenziert. Eine Eisenfärbung kann zur Differenzierung phagozytärer Einschlüsse (Eisenüberladung?) ergänzt werden.

1. Typisierung akuter Leukämien und leukämischer Non-Hodgkin-Lymphome sowie myelodysplastischer Syndrome (MDS)

Indikation: Klinischer Verdacht auf eine akute Leukose und Indikationsstellung durch den klinischen Hämatologen nach Differentialblutbild; Staging-Untersuchungen

Material: 2-4 ml Knochenmarkaspirat, evt. 2,5 ml EDTA-Blut, Versand bei Raumtemperatur, bis 24 h stabil; ggf. unfixiertes bioptisches Lymphknotenaspirat; gekühlt versenden 

Angaben: Verdachtsdiagnose, Vorbehandlung (Medikation), Vorbefund

Durchführung: Es wird eine Mehrfarbanalyse durchgeführt, welche eine Beurteilung auffälliger oder asynchron exprimierter Oberflächenmoleküle auf den Blasten ermöglicht. Die Analyse wird im Vollblut bzw. unsepariertem Knochenmark durchgeführt, was eine Abschätzung des Anteiles pathologischer Zellen erlaubt.

Beurteilung: Der Befund des Labors beinhaltet die Beschreibung des Immunphänotyps der pathologischen Zellen sowie dessen Besonderheiten, eine Abschätzung ihrer Konzentration und gibt an, mit welchen Diagnosen dieser Befund vereinbar wäre.

2. Test auf residuale Leukämiezellen (minimal residual disease, MRD) 

Indikation: Verlaufsuntersuchung bei vordiagnostizierten Patienten mit akuter Leukose und vortypisiertem Knochenmark bzw. Blut bei auffälliger oder asynchroner Expression von hämatopoetischen Differenzierungsantigenen 

Material: 2-4 ml Knochenmarkaspirat; 2,7 ml EDTA-Blut, Versand bei Raumtemperatur, bis 24 h stabil

Angaben: Diagnose, Phänotyp der Zellen zum Diagnosezeitpunkt, Angaben zum Remissionsstatus des Patienten, Medikamente

Durchführung:  Es wird der Anteil von Leukozyten mit dem ursprünglichen abnormen Phänotyp in der Probe ermittelt.

3. Test auf GPI-verankerte Membranproteine (PNH) bei Verdacht auf paroxysmale nächtliche Hämaturie (PNH)

Material: 2 ml EDTA- oder Heparinblut, Versand bei Raumtemperatur, bis 24 h stabil Sinnvollerweise erfolgt die Blutentnahme vor einer klinisch notwendigen Erythrozyten-transfusion

Angaben: Verdachtsdiagnose, Vorbehandlung (Medikamente)

Durchführung: Bei der Analyse wird das Vorhandensein folgender Phosphoinositol-verankerter Zelloberflächenproteine auf Erythrozyten bzw. Leukozyten bestimmt: 
CD55, CD58, CD59 auf Erythrozyten und Retikulozyten 
CD14, CD48 auf Monozyten 
CD16, CD24, CD66b auf Neutrophilen
Da es sich um einen erworbenen Stammzelldefekt handelt, können Mosaike auftreten (gleichzeitiges Vorkommen intakter und betroffener Blutzellen, bei Erythrozyten und Leukozyten möglich).
Die Untersuchung sollte mehrmalig im Abstand von 3 Monaten erfolgen.