Virtueller Rundgang durch den Kreißsaal

Am 04.11.2016 öffneten sich die Pforten unserer neuen Entbindungsstation. Diese gehört nun mit zu den modernsten ihrer Art in Sachsen-Anhalt. Die 3 neuen Kreißsäle bieten den Gebärenden optimalste Bedingungen für eine familienfreundliche und individuelle Geburt. Die Räumlichkeiten haben Wohnzimmeratmosphäre und bieten dadurch rundum Geborgenheit. Das harmonische Farbkonzept reicht von sandfarben über orange bis zu einem kräftigen Rotton und wird durch einen Boden in Holzoptik optimal abgerundet. Die Krankenhausatmosphäre tritt dadurch in den neuen Kreißsälen deutlich in den Hintergrund.

Neu ist eine Sprossenwand mit integrierter Schaukel und vielen weiteren zusätzlichen Funktionen, die es den Gebärenden ermöglicht, verschiedene aufrechte Positionen unter den Wehen einzunehmen.  

Die neue einzigartige Entspannungswanne mit integriertem Bluetooth-Anschluss schafft für die Frauen die Möglichkeit, ihre Lieblingsmusik auch während der Geburt zu hören. Durch eine digitale Steuerung kann die Gebärende die Wassertemperatur und den Wasserstand nach den eigenen Wünschen regulieren. 

Einen zusätzlich großen Komfort für die Frauen bietet das in den Kreißsaal integrierte Bad mit Dusche und WC. Die Gebärenden sind froh darüber, nun in ihrer Privatsphäre während der intimen Zeit der Geburt nicht mehr die Räumlichkeiten wechseln und sich somit den Blicken Anderer aussetzen zu müssen. 

Der neue Empfangsbereich mit eigener Wartezone und einer eigens verorteten Anmeldung bietet die Möglichkeit, dass mehrere Hebammen nebeneinander arbeiten können und sich somit die Arbeitsabläufe effizienter gestalten lassen. 

Als Mitbegründer der familienorientierten Geburtshilfe in Deutschland ist uns die Anwesenheit Ihres Partners bzw. einer Begleitperson Ihrer Wahl willkommen. Eine Miteinbeziehung des Angehörigen zu Ihrer Unterstützung während der Geburt und zur Versorgung des Neugeborenen ist für unsere Universitätsklinik selbstverständlich.  

Ein umfassendes Programm von Möglichkeiten der Schmerzlinderung ist bei Bedarf dem Geburtsablauf angepasst einsetzbar. In der Universitätsklinik für Geburtshilfe sind neben Angeboten der Alternativmedizin (Homöopathie, Akupunktur, Aromatherapie) herkömmliche Analgetika (schmerzstillende Medikamente) bzw. Spasmolytika (krampflösende Medikamente) ebenso etabliert wie Regional - und Leitungsanästhesien (Pudendus-Anästhesie, Periduralanästhesie). Für letztere Anästhesieform besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Anästhesiologie. 

Während des Geburtsverlaufes werden Sie von einer Hebamme / Beleghebamme betreut, gleichzeitig sorgen moderne Gerätetechnik und fachlich hochqualifiziertes Personal für die Sicherheit und das Wohlergehen der werdenden Mutter und des Kindes unter der Geburt. Bei Auffälligkeiten sind fachärztliche Kolleginnen und Kollegen (Geburtshilfe, Kinderheilkunde, Anästhesie) im Rahmen des Perinatalzentrums jederzeit vor Ort.

Eine große Innovation hinsichtlich der Patientensicherheit in unserem Perinatalzentrum wurde durch die Einrichtung eines neuen Notfallknopfes in allen Kreißsälen geschaffen. Bei Auslösen dieses Notfallknopfes werden sofort alle Bereitschaftsteams der Abteilung Neonatologie/ Pädiatrische Intensivmedizin sowie der Anästhesie und das OP-Team alarmiert. Somit ist sichergestellt, dass binnen weniger Minuten die Notfallversorgung für Mutter und Kind erfolgen kann. 

Mit dem Umzug in den neuen Kreißsaal haben sich nicht nur das Ambiente und der Wohlfühlfaktor stark verbessert, auch eine grundlegende Optimierung der geburtshilflichen Versorgung konnte erreicht werden.

Sehr geehrte Schwangere,

Wir möchten Ihnen ein neues, zusätzliches geburtshilfliches Betreuungsmodell am Universitätsklinikum Halle vorstellen:

Die „Kontinuierliche Hebammenbegleitung (Hebammenkreißsaal)“ ist ein Betreuungskonzept, welches die natürliche Geburt nach einer gesunden, physiologischen Schwangerschaft stärken soll. Im Hebammenkreißsaal werden Sie am Ende der Schwangerschaft, während der Geburt sowie gegebenenfalls in den ersten Wochenbetttagen ausschließlich von einer Hebamme selbstständig, eigenverantwortlich und kontinuierlich betreut.

Auf medizinische und medikamentöse Interventionen wird weitgehend verzichtet, stattdessen greift die Hebamme auf alternative Betreuungsmethoden zurück.

Ein zentrales Element des Hebammenkreißsaals ist, dass in dieser Betreuungsform Ihre Selbstwirksamkeit und Mitbestimmung während der Wehen und der Geburt gestärkt werden.

Sollte jedoch während der Geburt eine medizinische Maßnahme notwendig werden, so kann jederzeit eine Ärztin/ein Arzt hinzugezogen werden.

Das Modell sieht zunächst ein erstes „Informationsgespräch“ vor, welches den Hebammenkreißsaal erklärt und Ihre Fragen beantwortet. Hier sollten Sie sich bitte bis zur 30.SSW per Email anmelden. (be.free-geburtuk-hallede)

Beim zweiten Termin in der Klinik („Anmeldung zur Geburt“) wird erneut überprüft, ob ihre Schwangerschaft normal verlaufen ist. So wird festgestellt, ob Sie für diese Betreuungsform zur Stärkung der natürlichen Geburt geeignet sind.

Als speziellen zusätzlichen Termin erwartet Sie dann in der circa 38. Schwangerschaftswoche die „Hebammensprechstunde“. Bei diesem Termin handelt es sich um eine Untersuchung und ein intensives Gespräch mit Ihrer Hebamme, bei dem Sie Fragen und Wünsche äußern können.

Da es sich um ein neues Modell der Geburtshilfe handelt, wird der Hebammenkreißsaal am Universitätsklinikum Halle und im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle durch eine Studie evaluiert. Mit der Evaluationsstudie „Kontinuierliche Hebammenbegleitung (Hebammenkreißsaal)“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird die Wirksamkeit des Hebammenkreißsaals auf die Rate der vaginalen Geburten und medizinischen Interventionen sowie die Zufriedenheit der gebärenden Frau untersucht. Die Evaluationsstudie wird durch das Land Sachsen-Anhalt unterstützt und finanziert.

Wir laden Sie also herzlich ein, sich über den Hebammenkreißsaal zu informieren.

Wir würden uns freuen, wenn Sie dazu einwilligen, dass Ihre Daten, die routinemäßig bei einer Geburt dokumentiert werden, für die Evaluationsstudie genutzt werden dürfen.

In beiden Fällen haben Sie die Möglichkeit, die Evaluationsstudie zu unterstützen:

  • wenn Sie im Hebammenkreißsaal Ihr Kind gebären

und

- wenn Sie im üblichen, ärztlich geleitetet Kreißsaal Ihr Kind gebären möchten

 

Infos zum Hebammenkreißsaal

Als eine von 17 Kliniken in Deutschland unterstützen wir seit April 2018 die wissenschaftliche Studie Be-Up: Geburt aktiv. Die Studie erforscht, wie der natürliche Geburtsverlauf in einer Klinik unterstützt werden kann. Dazu wurde einer unserer Gebärräume als alternativer Gebärraum eingerichtet. Wenn Sie eine natürliche Geburt bei uns planen, informieren Sie sich bitte auf der Website der Studie. Sie erfahren dort, wie Sie an der Studie teilnehmen können und ob eine Teilnahme für Sie möglich ist: www.be-up-studie.de

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie finden zur Zeit die Infoabende online statt. Fragen zur Studie beantworten wir Ihnen sowohl dort als auch gerne beim Geburtsanmeldungsgespräch.

Weitere Informationen zur Studie Be-Up: Geburt aktiv erhalten Sie hier:

Das Kreißsaal-Team

 

Effekt der Geburtsumgebung auf den Geburtsmodus und das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin: eine randomisiert kontrollierte Studie (RCT) -  BE-UP Studie 

Die Studie „Be-Up: Geburt aktiv“ untersucht, inwieweit die Umgebung und Ausstattung eines Gebärraums Einfluss auf den Geburtsverlauf nehmen kann. Nachdem in den vergangenen Monaten in den beteiligten Kliniken alternative Gebärräume eingerichtet wurden, können nun schwangere Frauen, deren Geburtswehen begonnen haben, an der Studie teilnehmen. Die These lautet: Frauen, die unter der Geburt selbstbestimmt und aktiv handeln können, erleben weniger Komplikationen, die Interventionen erfordern. 

Binnen zwei Jahren werden es bis zu 4.000 Teilnehmerinnen sein, die in sieben Kliniken in Nordrhein-Westfalen sowie am Universitätsklinikum Halle (Saale), den Städtischen Klinika in Dessau und Brandenburg/Havel und dem Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin mit einer natürlichen Geburt ihr Kind zur Welt bringen. Mit dem Universitätsklinikum Jena soll noch eine fünfte ostdeutsche Einrichtung hinzukommen, hier laufen die Verhandlungen. Die Bereitschaft, Teil der Studie zu sein, war im Übrigen sehr gut. „Es hatten sich etwa doppelt so viele Einrichtungen gemeldet, die mitmachen wollten, das hat uns sehr gefreut“, sagt die Hebammenwissenschaftlerin Dr. Gertrud M. Ayerle vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die die Studie leitet. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,1 Millionen Euro gefördert.

Verglichen werden in der „Be-Up“-Studie die Geburten in den üblichen Gebärräumen mit denen, die in den alternativen Gebärräumen der Kreißsäle stattfinden. Um herauszufinden, wie die Mütter die Geburt erlebt haben, werden sie auf der Wochenstation und drei Monate nach der Geburt schriftlich befragt.  

„Die alternativ einge-richteten Gebärräume sind darauf ausgerichtet, dass die Frauen sich selbstbestimmt bewegen können und die Umgebung so nutzen können, wie sie möchten und je nachdem, wie sie sich fühlen“, erklärt Ayerle. Die Frauen haben die Möglichkeit, verschiedene Steh- und Sitzpositionen einzunehmen und Schaumstoffelemente zu nutzen. Es gibt eine Snackbar und einen Monitor, der Naturszenen zeigt.

„Die wissenschaftliche Literatur deutet daraufhin, dass Bewegung sowie die aufrechte Körperhaltung sich positiv auf die Geburt auswirken. Einerseits, weil sozusagen die Schwerkraft unterstützend wirkt und das Kind entsprechend positioniert, und andererseits, weil diese Körperhaltung beispielsweise eine bessere Durchblutung der Gebärmutter fördert“, so Dr. Ayerle. Das könne dazu beitragen, dass weniger Komplikationen auftreten, die im äußersten Fall einen Kaiserschnitt erforderlich machen. Somit könne perspektivisch die Kaiserschnittrate gesenkt werden, die in Deutschland bei rund 30 Prozent und deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO (bis zu 15 Prozent) liege. Das reduziere auch das Risiko für weitere Komplikationen und einen Kaiserschnitt in der nachfolgenden Schwangerschaft, so Dr. Ayerle. 

Zudem zeigten sich die Kreißsäle der teilnehmenden Kliniken der Studie gegenüber offen und freuen sich, dass sie mit der alternativen Geburtsumgebung etwas Neues anbieten können. „Wir unterstützen die Studie sehr gerne. Unsere Geburtsräume sind generell sehr freundlich und angenehm eingerichtet. Der alternative Gebärraum geht aber noch ein Stück weiter und schafft eine individuell veränderbare Umgebung mit der maximalen medizinischen Sicherheit für Mutter und Kind und einer noch intensiveren Betreuung durch die Hebammen. Damit erweitern wir die Möglichkeiten für unsere Schwangeren und sind gespannt auf das Ergebnis der Studie“, sagt Prof. Dr. Michael Tchirikov, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin des halleschen Universitätsklinikums (UKH). „Die Frauen können mit der flexiblen Positionierung der Schaumstoffelemente jede für sie angenehme Position einnehmen oder sich, wie der Titel ‚Be-Up‘ ja impliziert, frei bewegen. Wir als Hebammen können aufgrund der Raumgestaltung die volle Bandbreite unserer Tätigkeiten ausschöpfen, das kommt uns sehr entgegen“, ergänzt Sandra Koch, Hebamme und stellvertretende pflegerische Bereichsleitung für Geburtshilfe.  

Im Vorfeld hatten Dr. Ayerle und ihre wissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen Schwangere befragt, ob sie an einer solchen Studie teilnehmen würden und die Resonanz sei sehr gut gewesen. Die Teilnehme-rinnen haben auch sonst bei den Geburten keinen Einfluss darauf, welcher Geburtsraum ihnen im Kreißsaal zugewiesen wird. Die tatsächliche Zuordnung, ob die Geburt im üblichen oder alternativen Gebärraum stattfindet, erfolgt in der Studie zufällig per Computer. Die fachliche und medizinische Begleitung seitens der Ärztinnen und Ärzte sowie der Hebammen stehe allen gleichermaßen zur Verfügung. 

Bei Wunsch nach einer Betreuung im Rahmen einer Beleggeburt können Sie gerne wie folgt Kontakt zu unseren beiden Beleghebammen aufnehmen:

 

 

Beleghebamme

Frau Ines Hoffmann

Mobil: 0172 3415931

Email: dasstorchennest©gmxde

 

 

 

Beleghebamme

Frau Conny Jung

Telefon: 034603 77332

Mobil: 0172 3634848

Email: praxishebamme-connyjungde

 

 

Bei Interesse einer Geburtsbegleitung durch eine ausgebildete Doula können Sie dies im Vorgespräch zur Geburtsplanung gerne thematisieren. Hierzu finden wir einen gemeinsamen Weg.

Bei Fragen können Sie sich hierzu auch unter nicole.rostalskiuk-hallede an uns wenden.

Jeden 2. und 4. Donnerstag des Monats: "Eine runde Sache" (Geburtshilflicher Infoabend) - ONLINE

Vortrag und Gesprächsrunde mit Ärzten und Hebammen.

Beginn 18:00 Uhr, keine Anmeldung erforderlich!

Bitte beachten Sie, dass unser geburtshilflicher Infoabend aufgrund der aktuellen Situation nur online stattfinden kann. 

Unter folgendem Link können Sie den Konferenzraum (max. 150 Teilnehmer) online betreten und sich als Teilnehmer mit dem PIN 634744 einwählen. 

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