Sehr geehrte Patientinnen und Patienten, 
liebe Studierende, Pflegende, Ärztinnen und Ärzte,

Unser Ziel ist es Patientensicherheit und -zufriedenheit auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Hierfür arbeiten wir interprofessionell, interdisziplinär und vertrauensvoll zusammen. Neben modernsten leitliniengerechten Behandlungskonzepten und -methoden steht unser Handeln immer auch im Einklang mit ethischen Behandlungsgrundsätzen.

Auf unseren interdisziplinären operativen Intensivstationen betreuen wir im Jahr ca. 2000 Patienten aller chirurgischen Fachrichtungen der Universitätsklinik Halle.

Wir bieten das gesamte Spektrum der perioperativen Intensivmedizin an. Auf zwei Intensivstationen mit insgesamt 30 Behandlungsplätzen besteht die Möglichkeit zur differenzierten Beatmungstherapie, zum Einsatz erweiterter Monitorverfahren sowie zur Durchführung extrakorporaler Organersatzverfahren. Alle gängigen und spezialisierten Verfahren der Diagnostik und Therapie für Intensivpatienten sind verfügbar. Bei entsprechender Indikation steht eine eigene Druckkammer zur hyperbaren Oxygenationstherapie auch bei Intensivpatienten zur Verfügung. Aufgrund des multidisziplinären Spektrums und des Maximalversorgungskonzeptes des Universitätsklinikums liegen die Schwerpunkte auf der Versorgung von Patienten nach großen Operationen und von schwerstkranken Patienten mit Multiorganversagen.
Ferner obliegt den Intensivbereichen die Vorhaltung des intrahospitalen Notfallteams für innerklinische Notfälle sowie die Versorgung der Schockraumes unserer Zentralen Notaufnahme.

Ein großer Teil des Pflegepersonals ist in einer zweijährigen Fachweiterbildung speziell für die Betreuung von Intensivpatienten geschult worden. Alle Stationen werden von Ärzten betreut, die durch eine entsprechende Weiterbildung für die Intensivtherapie qualifiziert sind.

 

Behandlungsspektrum

  • Multiprofessionelle und interdisziplinäre Therapie
  • Tägliche zweimalige Visite durch Fachärzte mit Zusatzweiterbildung für spezielle Intensivmedizin
  • Antibiotic Stewardship (ABS) auf unseren Intensivstationen mit wöchentlicher Visite durch die Klinische Infektiologie
  • Tägliche klinische pharmakologische Visiten
  • Unterstützende Therapie durch tägliche Physiotherapie, Frühmobilisation und Atemtherapie
  • Logopädische Betreuung 
  • Ernährungsteam im Falle einer schwierigen Ernährungssituation
  • Zusammenarbeit mit dem klinikinternen Sozialdienst und Planung der nachstationären Behandlung und Rehabilitation

Ärztliches Team

Pflegerische Leitung

Operative Intensivmedizin
Die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin übernimmt die interdisziplinäre postoperative Therapie für Patienten aller chirurgischen Disziplinen, die nach einer Operation eine weitergehende intensivmedizinische Behandlung benötigen. Hierbei steht vor allem die Überwachung der Vitalparameter und eine Stabilisierung aller Organfunktionen im Vordergrund. Es kann ebenfalls notwendig sein die Beatmungstherapie auf der Intensivstation fortzusetzen. Die postoperative Schmerztherapie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Akutschmerzdienst unserer Klinik als ein wichtiger Bestandteil unserer Abteilung. Die jeweiligen chirurgischen Kliniken visitieren ihre Patienten täglich, so wird eine Kontinuität der Behandlung gewährleistet.

Sepsis und Infektionskrankheiten
Unsere Klinik bietet eine moderne und leitliniengerechte Therapie der Sepsis an. Alle Fachärzte auf unserer Intensivstation haben einen Antibiotic-Stewardship Kurs absolviert. Eine antibiotische Therapie erfolgt daher immer zielgerichtet auf das entsprechende Krankheitsbild. Wir sind zusammen mit den Kollegen der Klinischen infektiologie Teil des Antibiotic-Stewartship Teams der Universitätsklinik. Neben der schnellen und zielgerichteten Diagnostik kann bei Bedarf auch die gesamte Bandbreite der modernen Intensivmedizin inklusive aller modernen Organersatzverfahren und invasiver Beatmung eingesetzt werden.

Akutes Lungenversagen (ARDS) 
Lebensbedrohliche Erkrankungen der Lunge bis hin zum akuten Lungenversagen (ARDS) werden auf unserer Intensivstation behandelt. Ursächlich können schwere Lungenentzündungen, strukturelle Lungenerkrankungen und die exazerbierte chronisch Lungenerkrankung (COPD) sein. Hierfür stehen neben den Basismaßnahmen auch alle spezialisierten Verfahren der unterstützenden Sauerstoffapplikation (HFNC), der nichtinvasiven und invasiven Beatmung sowie der Inhalationstherapie zur Verfügung. Neben diesen klassischen Verfahren setzen wir auch verschiedene Systeme zur extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) (Link ECMO Team/Anforderungsfax) und zur extrakorporalen CO2-Elimination ein. Die Indikation zum Einsatz eines der oben genannten Verfahren stellen wir Patientenindividuell. Hierbei stehen wir nicht nur innerklinisch als Ansprechpartner zur Verfügung, sondern stehen auch für Fragen der Therapieoptimierung und/oder Übernahme eines Patienten mit ARDS stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Sollte sich der Patient in einem kritischen, nicht transportfähigen Zustand befinden, besteht ebenfalls die Möglichkeit der ECMO-Implantation vor Ort. Zum ECMO-Team gehören zwei Fachärzte der Klinik für Anästhesie bzw. ein Herzchirurg sowie ein Kardiotechniker. Der Transport des Patienten erfolgt anschließend boden- oder luftgebunden in unsere Klinik.

Polytrauma
Die Universitätsklinik Halle ist zertifiziertes überregionales Traumazentrums. Das Polytrauma bedeutet lebensbedrohliche Verletzung an mehreren Körperregionen oder Organen. Die Versorgung schwerverletzter Patienten erfolgt in einem interdisziplinären Team im Schockraum unserer Zentralen Notaufnahme. Die Versorgung der Patienten erfolgt nach dem ATLS Behandlungskonzept und wird auf das vorliegende Verletzungsmuster abgestimmt. Nach der initialen Versorgung im Schockraum und ggf. auch im Operationssaal erfolgt die weitere Überwachung und Therapie auf unserer Intensivstation. 

Herzkreislaufstillstand
Patienten nach prä- oder innerklinischer Reanimation werden auf unseren Intensivstationen, interdisziplinär und mit höchstem Standard versorgt. Für innerklinische Notfälle stehen unsere Ärzte der Intensivstationen in kürzester Zeit zur Verfügung. Zur weiteren Versorgung stehen alle Möglichkeiten der Universitätsmedizin zur Verfügung. Neben der bildgebenden Diagnostik, ist eine Herzkatheteruntersuchung und/oder unter laufenden Wiederbelebungsmaßnahmen auch die Implantation einer extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) oder Impella Systems möglich. Nach erfolgreicher Reanimation erfolgt die weiteren Therapie leitliniengerecht nach ERC Richtlinien.

Akute Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems
Patienten mit Erkrankungen wie u.a. Gehirnblutung, Schlaganfall, Meningitis, Enzephalitis deren Vital- oder Organfunktionen in lebensbedrohlicher Weise gestört sind, werden insbesondere auf unserer und der neurologischen Intensivstation intensivmedizinisch behandelt. Unsere neurointensivmedizinischen Maßnahmen umfassen u.a. die Überwachung und Behandlung nach neurochirurgischen Operationen, das (invasive) Neuromonitoring, insbesondere die Hirndruckmessung, die Aufrechterhaltung eines adäquaten zerebralen Perfusionsdrucks und das Management von Liquorzirkulationsstörungen. Hierbei arbeiten wir eng mit den Kollegen der neurologischen und neurochirurgischen Klinik zusammen. In frühzeitiger Absprache mit unserem Sozialdienst und den Angehörigen erfolgt die Planung weiterer neurologischer Rehabilitationmaßnahmen im Anschluss an den Klinikaufenthalt.

Famulatur und Praktisches Jahr
Wir bieten interessierten Studierenden die Möglichkeit, während einer Famulatur oder im Rahmen des Praktischen Jahres unseren intensivmedizinischen Arbeitsalltag kennenzulernen. Es erwartet Sie eine strukturierte theoretische und praktische Ausbildung, die sich an klar definierten, Ihrem jeweiligen Kenntnisstand angemessenen Lernzielen orientiert.

Erlangung der Zusatzbezeichnung „anästhesiologische Intensivmedizin“
Fachärzte für Anästhesiologie habe die Möglichkeit die Zusatzbezeichnung „anästhesiologische Intensivmedizin“ in unserer Klinik zu erlangen. Die Ausbildung erfolgt auf Grundlage der Vorgaben der Ärztekammer Sachsen-Anhalt auf unseren beiden Intensivstationen in Vollzeit.

Klinikinterne Fortbildungen
Es findet wöchentlich jeden Montag im Rahmen der Montagsfortbildung eine klinikinterne Fortbildung zu aktuellen Themen statt. Weiterhin gibt es eine monatliche Fortbildung auf den Intensivstationen zu speziellen intensivmedizinischen Fragestellungen. 
Neben den klinikinternen Weiterbildungen findet ebenfalls monatlich das „Hallenser Anästhesie-Kolloquium“ und die „Interdisziplinäre Schmerzkonferenz“ statt.

Auf der Intensivstation werden Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Störungen lebenswichtiger Körperfunktionen behandelt.

Das Team unserer Intensivstationen setzt sich aus qualifizierten Pflegekräften und Ärzten zusammen. Die ärztliche Besetzung besteht immer aus einem intensivmedizinisch spezialisierten Facharzt für Anästhesie und einem Assistenzarzt. Unsere Station sind rund um die Uhr ärztlich besetzt. Ärzte, Krankenpflegepersonal arbeiten auf unserer Station Hand in Hand, um Ihren Angehörigen jede nur erdenkliche Hilfe zuteil werden zu lassen! Für jedes Patientenzimmer gibt es eine verantwortliche Pflegekraft, die für Sie ansprechbar ist. Die Ärztinnen und Ärzte auf unseren Stationen sind ebenfalls im Schichtdienst tätig, so dass Sie zur Besuchszeit auch hier nicht immer auf den gleichen Ansprechpartner treffen werden.

Dieses Team wird ergänzt durch weiteres Fachpersonal aus den Bereichen der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, etc.

Das Ziel der Intensivmedizin ist es, einen kritischen Zustand beim Patienten zu stabilisieren und zu heilen. Der medizinische Fortschritt ermöglicht die erfolgreiche Behandlung von Patienten, die vor einigen Jahren nicht möglich gewesen wäre. Hierbei stehen der Patient, das Selbstbestimmungsrecht und der Patientenwille im Vordergrund – diesem sind wir verpflichtet.

Platzhalter - Bild eines Behandlungsplatzes

Auf der Intensivstation werden alle Körperfunktionen durchgehend überwacht. Dies ermöglicht lebensbedrohliche Veränderungen schnell zu erkennen und umgehend eine Therapie einzuleiten. Die „Standardüberwachung“ besteh aus EKG zur Erfassung der Herzrhythmus, der Überwachung des Blutdruckes und die Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut (Pulsoxymetrie). Alle Daten werden auf Monitore am Patientenbett und in die Stationszentrale übertragen und bei kritischen Abweichungen alarmieren. Sollte ein Patient beatmet werden müssen erfolgt dies durch ein Beatmungsgerät über einen Beatmungsschlauch (Tubus) in der Luftröhre. Dem Patienten ist es in dieser Situation nicht möglich zu sprechen. Im Regelfall sind Patienten in dieser Situation analgosediert (künstliches Koma). Das künstliche Koma wird durch Medikament zur Narkose und zur Schmerztherapie aufrechterhalten und so lange fortgesetzt bis die Grundkrankheit des Patienten ausreichend behandelt ist. Auch wenn der Patient tief zu schlafen scheint, so kann es trotzdem sein, dass er im Unterbewusstsein Dinge wahrnimmt, die um ihn herum passieren. Dies sollte stets bei allen Gesprächen am Patientenbett bedacht werden.

Liebe Angehörige, 

derzeit müssen wir die Besuche auf den Intensivstationen stark einschränken, um eine weitere Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus zu verhindern. In Abhängigkeit von der Erkrankung Ihres Angehörigen werden wir mit Ihnen ein individuelles Besuchskonzept erstellen. Wir bitten um Ihr Verständnis verweisen auf die Besucherregelungen, die auf der Homepage der Universitätsklinik veröffentlicht sind.

Der Besuch Ihrer Angehörigen auf der Intensivstation ist sehr wichtig und herzlich willkommen. Natürlich dürfen Sie Ihre Angehörigen berühren und mit ihnen sprechen. Auch bei Patienten im künstlichen Koma ist nicht auszuschließen, dass er Ihre Anwesenheit tief im Inneren wahrnimmt.

Die Kernbesuchszeit ist von 16:00-18:00 Uhr um die Abläufe und die Patientenversorgung auf der Intensivstation zu gewährleisten. In dieser Zeit sind Besuche und Arztgespräche möglich. Bitte sprechen Sie Besuche außerhalb der von uns vorgeschlagenen Zeiten mit uns ab.

Bitte beachten Sie:

  • Aus Rücksicht auf die Patienten auf der Intensivstation bitten wir Sie, maximal zu zweit an das Krankenbett zu treten. Durch unvorhersehbare Ereignisse kann es auch während der Besuchszeit zu Wartezeiten kommen bzw. kann diese verkürzt werden. 
  • Aus hygienischen Gründen bitten wir um eine gründliche Händedesinfektion vor Betreten der Intensivstation und nach Verlassen des Zimmers
  • Patienten benötigen außer einer Waschtasche keine persönlichen Dinge auf der Intensivstation, sprechen Sie dieses bitte mit dem Pflegepersonal ab. 
  • Kinder unter 14 Jahren dürfen nur nach Rücksprache die Station betreten.

Telefonische Auskünfte werden aus rechtlichen und organisatorischen Gründen nur vom Arzt nach -Abgleich der Patientendaten an die der Station bekannten Person gegeben. Es sollte nach Möglichkeit maximal ein Ansprechpartner für Auskünfte zur Verfügung stehen und alle weiteren Familienmitglieder über aktuelle Gesprächsinhalte zu informieren.