HLA-B27 assoziierte Spondyloarthritis (M. Bechterew)

Magnifier Icon Suche

Symptome:

Es handelt sich um eine chronisch entzündliche Systemerkrankung, bei der sich destruierende und proliferierende Veränderungen im Bereich der Iliosakralgelenke sowie ein typischer Befall der Wirbelsäule zeigen. 

Je nach Ausprägung kommt es im Verlauf zur vollständigen Versteifung der Wirbelsäule mit deutlicher Bewegungseinschränkung (sogenannte Ankylose). Die Verteilung zwischen Frauen und Männern beträgt ca. 1:5, wobei bei Frauen ein milderer Krankheitsverlauf beschrieben wird. Meist sind Jugendliche und junge Erwachsene betroffen. In 80% befinden sich die Patienten bei der Erstdiagnose im Alter zwischen 15 und 40 Lebensjahren. Typisch sind der tiefsitzende Kreuzschmerz in den frühen Morgenstunden und die Besserung bei Bewegung. Zeitweise besteht zudem ein Steifigkeitsgefühl. Des Weiteren treten entzündliche Gelenkveränderungen, Fersen- und Muskelschmerzen sowie entzündliche Veränderungen der Regenbogenhaut (Iritis) auf. Im weiteren Verlauf kann es auch zur Beteiligung innerer Organe (wie z.B. Herz und  Lunge) kommen.

 

Diagnostik:

In der Untersuchung zeigt sich eine deutliche Einschränkung der Wirbelsäulenbeweglichkeit bis hin zur vollständigen Versteifung. Zum Nachweis einer Sacroiliitis stehen initial Röntgen und MRT im Vordergrund. Bei vollständiger Ausprägung findet man im Röntgen die sogenannte Bambusstabform der Wirbelsäule. In den laborchemischen Untersuchungen liegen erhöhte Entzündungsparameter sowie in bis zu 90% eine Assoziation mit einem HLA-B27-Nachweis vor. 

 

Therapie:

Im Vordergrund steht die Schmerztherapie mit NSAR und Corticoide. Zudem kommen Basistherapeutika und Biologika zum Einsatz. Entscheidend für die Prognose ist des Weiteren die effektive und regelmäßige Krankengymnastik sowie physikalische Therapie. In unserer Klinik besteht die Möglichkeit zur Durchführung einer physiotherapeutischen Gruppenbehandlung an festen, wöchentlichen Terminen. Bei ausgeprägter fixierter Fehlstellung der Wirbelsäule sollte eine operative Korrektur im Sinne einer aufrichtenden Operation durchgeführt werden.