Ressourcenaktivierung – für mehr Lebensqualität mit Psychose

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Die Gruppe Ressourcenaktivierung – für mehr Lebensqualität mit Psychose

Als Psychose bezeichnet man ein Phänomen, bei dem Betroffene den Bezug zu sich selbst und zu ihrer Umwelt verlieren. Das Wesen der Person verändert sich, doch die Betroffenen sind nicht in der Lage, dies zu erkennen. Vielmehr erleben sie alles um sich herum als verändert. Es besteht die Gefahr, dass sie sich selbst oder im Extremfall auch andere gefährden.

Die Symptomatik ist sehr vielfältig. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die häufig auftreten und von den Betroffenen als sehr einschränkend, bedrohlich und beängstigend wahrgenommen werden. Hierzu zählen Störungen des Denkens (z. B. Unkonzentriertheit, Verwirrtheit, Wahngedanken) und der Wahrnehmung (Überreizung, Halluzinationen) und Schlafstörungen. Häufig kommen Stimmungsschwankungen, Depressionen, Ängste sowie Einschränkungen der Leistungsfähigkeit hinzu.

Die Ursachen von Psychosen können vielfältig sein. So können beispielsweise Stress, der Konsum von Drogen oder körperliche Erkrankungen zu einem Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn führen, was letztlich psychotische Symptome bewirkt.

Durch die Einnahme von Medikamenten kann dieses Ungleichgewicht behandelt werden. Zusätzlich kommen andere Therapieformen wie Ergo-, Musik-, Sport- und Sozialtherapie zur Anwendung, da manche Symptome wie beispielweise Konzentrations- und Antriebsstörungen oder sozialer Rückzug dadurch besser beeinflussbar sind.

Häufig ist auch nach Abklingen der psychotischen Symptome eine weitere längerfristige Einnahme der Medikamente nötig, um das Wiederauftreten dieses Ungleichgewichts mit einhergehenden psychotischen Symptomen zu verhindern. 

Ein eigenständiges Absetzen der Medikation kann zu einem erneuten Krankheitsschub führen, längere Krankenhausaufenthalte sind meist die Folge. Eine weitere Gefahr des selbstständigen Absetzens der Medikation ist die Chronifizierung von Symptomen. Das heißt, dass diese nicht mehr gut durch Medikamente behandelbar sind und häufig ein Leben lang ertragen werden müssen.
Trotzdem kommt es nicht selten dazu, dass Patienten die Medikation nicht zuverlässig einnehmen. Gründe sind häufige Nebenwirkungen oder „dass man sich nicht mehr krank fühlte“.

Uns als Behandlern ist es extrem wichtig, dies zu verhindern, weswegen ein offenes und aufgeklärtes Verhältnis zu unseren Patienten einen großen Stellenwert hat. Das offene und vertrauensvolle Gespräch über die Erkrankung und die Medikamente ist ein wichtiger Faktor der langfristigen Stabilisierung.

In Studien konnte gezeigt werden, dass eine zusätzliche psychotherapeutische Unterstützung ebenso dazu beiträgt. Sie dient neben der Unterstützung in der Lebensführung und Thematisierung belastender Probleme auch der Förderung der Akzeptanz der eigenen Erkrankung und deren notwendigen Behandlung.

Wir bieten deswegen unseren an Psychosen erkrankten Patientinnen und Patienten der Psychiatrischen Institutsambulanz eine verhaltenstherapeutisch orientierte Gruppentherapie an.

Im Rahmen dieser machen wir unsere Patienten zu Experten ihrer Erkrankung und bieten Raum für den Erfahrungsaustausch unter unseren Patienten.

Inhalte der Gruppentherapie sind: 

  • Vermittlung von Informationen über die Erkrankung
  • Unterstützung der Betroffenen bei den folgenden Fähigkeiten: 
    • frühe Anzeichen einer Psychose erkennen und mit ihnen umgehen lernen
    • akute Symptome erkennen, einordnen und mit ihnen umgehen lernen
    • depressive Symptome und Ängste erkennen, einordnen und mit ihnen umgehen lernen
  • Vermittlung von Ablenkungs- und Beruhigungsstrategien
  • Vermittlung von Strategien, um besser mit belastenden Situationen umgehen zu können
  • Training sozialer Fertigkeiten 

Wir würden uns freuen, Sie in unserer Mitte begrüßen zu dürfen!

Wann und wo?

Termin: 14-täglich mittwochs
Wann: 14.30 – 15.30 Uhr
Wo: Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Gruppenraum der Psychiatrische Institutsambulanz, Magdeburger Str. 22, 06112 Halle (Saale)
   

Anmeldung

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt/ Ihre behandelnde Ärztin oder Psychologen/ Psychologin in der psychiatrischen Institutsambulanz.